Die Italiener bringen ihr schon 2008 entstandenes Stromlinien-Auto nach Detroit

Die Mittelheckflosse sieht aus, als wenn sie von der Evolution vergessen wurde: Der BAT 11 vom italienischen Karosserie-Schneider Bertone zeigt sich in umstrittener Form auf der North American International Auto Show NAIAS (17. bis 25. Januar 2009 in Detroit). Mit der Studie setzen die Desinger eine Tradition fort, die eigentlich bereits in den 1950er-Jahren abgeschlossen war. Damals erregten drei BAT-Modelle Aufsehen: der BAT 5 von 1953, der BAT 7 von 1954 und der BAT 9 von 1955. Allen Varianten gemein war ein ausgesprochener Hang zu aerodynamisch günstiger Formgebung – und dieser Ansatz zu einer Mittelheckflosse.

Auf seltener Basis
Der irgendwie auch ein wenig futuristisch aussehende BAT 11 basiert auf dem nur in limitierter Stückzahl gebauten Alfa Romeo 8C. Auch der Antrieb, ein 4,7-Liter-V8 von Maserati, wird in seiner Ausführung dem 8C entnommen. BAT steht für "Berlinetta Aerodinamica Tecnica", was frei übersetzt "kleiner geschlossener Reisewagen mit aerodynamischer Form" bedeutet. Es gilt als unwahrscheinlich, dass der BAT 11 in der gezeigten extremen Form jemals die Straßen bevölkern wird. Der Wagen fällt durch vorne und hinten abgedeckte Räder genauso auf wie durch sein in grobe Stücke gehauenes Heck. Die seitlichen Heckflossen verdecken diagonal die Hälfte der Seitenfenster. Ungewöhnlich ist auch die Felgen-Gestaltung: Ein schwarzer turbinenähnlicher Speichenkranz sitzt vor einem weiteren silberfarbenen Kranz.

Keine leichte Zeit
Bertone kann sich zwar vorstellen, 25 bis 50 BAT 11 zu produzieren, aber im Moment haben die Italiener zu kämpfen. Der extrovertierte Wagen sollte bereits auf dem Genfer Autosalon 2008 stehen, aber plötzlich fehlte den Karosserie-Spezialisten das Geld. Kurzerhand wurde die Premiere des Hoffnungsträgers in einen Nachtklub verlegt. Nun steht er auf der Messe in Detroit – Preise für eine eventuell gefertigte Straßenversion stehen noch nicht fest.

Bildergalerie: Zeitgemäß?