Warum nicht: Bugatti und Hermès bauen ein Luxusfahrzeug für 1,55 Millionen Euro

Der Automobilhersteller Bugatti und das Modeunternehmen Hermès präsentieren auf dem Genfer Auto-Salon vom 6. bis 16. März 2008 die Frucht ihrer Partnerschaft, den Bugatti Veyron Fbg par Hermès.

Beinahe Lichtgeschwindigkeit
Im Designer-Bugatti schlummert ein 16-Zylinder-Mittelmotor in W-Konfiguration mit vier Abgasturboladern und 64 Ventilen. Das Triebwerk leistet sagenhafte 1.001 PS bei 6000 U/min und schöpft aus 8,0-Liter-Hubraum ein maximales Drehmoment von bulligen 1.250 Newtonmeter bei 2.200 und 5.500 Touren. Der allradgetriebene Luxus-Sportwagen bewältigt den Sprint von null auf 100 km/h in unglaublichen 2,5 Sekunden.

Heckflügel als Luftbremse
Der Bugatti Veyron 16.4 gilt als das schnellste Serienauto aller Zeiten und ist mit einer bis zu 180 Bar Bremsdruck erzeugenden Hochleistungsbremse mit Kohlefaser-Scheiben und Acht-Kolben-Monoblock-Bremssätteln sowie Titan-Kolben mit Edelstahlkrone und keramischer Wärmeabschirmung ausgestattet. Bei Bremsungen aus Geschwindigkeitsbereichen oberhalb von 200 km/h soll der als Luftbremse fungierende Heckflügel für eine weitere Erhöhung der Bremsleistung sorgen. In weniger als 0,4 Sekunden wird der Flügel dafür auf 113 Grad angestellt. Mit einer Vollbremsung aus 400 Kilometer pro Stunde kommt der Hochleistungssportwagen laut Bugatti unterhalb von zehn Sekunden zum Stillstand.

Karosseriedesign by Gabriele Pezzini
Der Name des Luxusschlittens spielt auf den Stammsitz des Hauses Hermès am Faubourg Saint-Honoré, im 8. Pariser Arrondissement, an. ,Fbg" steht dabei für ,Faubourg". Im Bugatti Veyron Fbg par Hermès fließen die technischen und ästhetischen Ansprüche von Émile Hermès und Ettore Bugatti zusammen. Gabriele Pezzini greift die traditionelle Zweifarbigkeit der Bugatti-Karosserie auf, um die räumliche Trennung von Exterieur- und Interieurdesign optisch aufzulösen. Der Farbton des Verdecks setzt sich im Innenraum fort und wird vom Heckleitwerk wieder aufgenommen.

Geschmiedete Achtspeichenfelgen
Als Hommage an den berühmten Bugatti Typ 35 trägt der neue Veyron Fbg par Hermès geschmiedete Achtspeichenfelgen aus poliertem Aluminium mit vierflügeligem Zentralverschluss. Die den Felgenrand umlaufenden Lüftungsöffnungen spiegeln die charakteristischen Hermès-Nähte wider. Den Hufeisengrill und die Ladeluftkühler an den Seiten über dem Motorblock dekoriert das ,H"-Markensymbol aus leichtem Aluminium.

Alles aus Leder oder was?
Nahezu alle Oberflächen im Innenraum der Nobelkarosse sind in den Pariser Hermès-Werkstätten neu gestaltet worden. Die Gestaltung folgt bis ins Detail der Formensprache, die sowohl dem Purismus früherer Bugatti-Modelle, als auch den Gestaltungsprinzipien von Hermès verpflichtet ist. So erinnern die Türgriffe an die ledernen Tragegriffe von Hermès-Koffern, während die Mittelkonsole nun, statt im herkömmlichen Aluminium, gänzlich lederverkleidet ist. Im Mitteltunnel zwischen den Sitzen finden die Passagiere eine edle Ledertasche für kleine Reiseutensilien und eine Brieftasche. Beide Sitze sind, anstelle der üblichen Kohlenstofffasern, mit zweifarbigem Kalbsleder bezogen, ebenso wie die Rückwand zum Mittelmotor und der Kofferraum, der einen maßangefertigten Koffer enthält.

Überstolze 1,55 Millionen Euro
Der Bugatti Veyron Fbg par Hermès erscheint ab Ende 2008 in den Farben Ebenholz-Hanf oder Ebenholz-Ziegelrot und kostet 1,55 Millionen Euro zuzüglich Steuern.

Bildergalerie: Edler Designer-Bugatti