Wer erwischt wird, kann empfindliche Strafen zahlen

Die Sonne scheint und das Auto könnte eine Wäsche gut vertragen. Schnell werden Eimer und Putzmittel herausgeholt und los geschrubbt. Doch Halt: Aus Umweltschutzgründen ist in vielen Gemeinden die Autowäsche vor der Haustür verboten. Wird der Autohalter mit dem Schwamm in der Hand erwischt, können Geldstrafen drohen, so die D.A.S. Rechtsschutzversicherung.

Bei der Gemeinde informieren
Wer sein Auto vor der eigenen Garage wäscht, sollte sich vorab bei seiner Gemeinde informieren, ob dies überhaupt erlaubt ist. ,Erster Ansprechpartner ist das Umweltamt", rät Anne Kronzucker, Rechtsexpertin der D.A.S. ,Zusätzlich kann man sich auch im Internet über die Entwässerungssatzung (EWS) bzw. Abwassersatzung der Kommune informieren." Bundesweit verpflichtet das Wasserhaushaltsgesetz jeden dazu, mit größtmöglicher Sorgfalt die Verunreinigung von Gewässern zu vermeiden. Bodenverunreinigungen etwa durch versickerndes Schmutzwasser sind nach dem Bundesbodenschutzgesetz untersagt. Die Einzelheiten werden jedoch durch Landesgesetze und Gemeindesatzungen abhängig vom Entwässerungssystem vor Ort geregelt, teil die Versicherung mit. In den meisten Städten und Gemeinden dürfen Autos aus Umweltschutzgründen nur in Autowaschanlagen gewaschen werden. Denn mit dem Waschwasser können Schmutz, chemische Putzmittel, Ölreste und Kraftstoffreste ins Grundwasser gelangen und dieses verunreinigen.

Genehmigung nur unter Auflagen
Schmutz- und Regenwasser werden meist getrennt in zwei Leitungen oder als Mischwasser in einer Leitung der öffentlichen Kanalisation zugeführt. Ist beispielsweise die private Garageneinfahrt asphaltiert und das abfließende Wasser gelangt in eine Mischwasserleitung, so wird die Autowäsche von manchen Kommunen gestattet. Voraussetzung ist, dass klares Wasser und keine chemischen Reinigungsmittel verwendet werden. Eine Motorwäsche ist generell verboten, ebenso der Einsatz von Hochdruckreinigern oder Dampfstrahlern.

Bei Sickerwasser oft verboten
Wenn das Schmutzwasser jedoch durch den Kies sickern kann oder ein Trennsystem in Form einer extra Leitung für Regenwasser vorhanden ist, ist die Autowäsche auf Privatgrund fast überall untersagt. Denn bei einem Trennsystem wird das in die Regenwasserkanalisation gelangende Abwasser nicht in der Kläranlage gereinigt, sondern gelangt direkt ins Grundwasser oder in den nächsten Fluss.

Geldbußen bei Zuwiderhandlung
Wird der Autobesitzer trotz Verbot der Autowäsche in seiner Gemeinde mit dem Schwamm in der Hand erwischt, können ihm empfindliche Geldbußen drohen, ,denn unter Umständen erfüllt er mit seinem Verhalten einen Straf- oder Ordnungswidrigkeitentatbestand", ergänzt die D.A.S. Juristin. Dann können § 324 (Gewässerverunreinigung) und § 324a (Bodenverunreinigung) des Strafgesetzbuches zur Anwendung kommen. Diese sehen bis zu fünf Jahren Freiheitsstrafe oder Geldstrafe für Umweltverstöße vor. Auf Grundlage einer Gemeindesatzung kann eine Geldbuße wegen einer Ordnungswidrigkeit verhängt werden, teilt die D.A.S. mit.

Im Zweifel in die Waschbox
Auch das Autowaschen auf öffentlichen Straßen ist verkehrsrechtlich sowie straßen- und wegerechtlich meistens unzulässig – selbst wenn es sich um eine kleine Anwohnerstrasse mit wenig Verkehr handelt. Auch hier ist es ratsam, zuerst die Gemeinde bzw. Stadt zu kontaktieren. Wer dennoch das Geld für eine Autowaschanlage sparen möchte, kann sein Auto auf hierfür zugelassenen Selbstbedienungswaschplätzen, so genannten Waschboxen, auf Hochglanz bringen. Diese Plätze sind mit Schlammabtrennung, Öl-/Benzinabscheidern und Filtern zur Abtrennung der Schmutzstoffe ausgestattet und führen das Wasser im Kreislauf, sodass kein verunreinigtes Wasser ins Grundwasser gerät.