Aus Fisker Karma wird Karma Revero

Er ist wieder da. Nein, nicht der Diktator, sondern der Fisker Karma, wenn auch unter anderem Namen: Karma Revero heißt das luxuriöse Plug-in-Fahrzeug nun. ,re vero" bedeutet im Italienischen ,wahrer König". Das Auto sieht genauso aus wie der Vorgänger, den der aus Dänemark stammende Henrik Fisker selbst gestaltet hatte. Fiskers eigene Firma, Fisker Automotive, ging 2013 pleite. Die Reste wurden ein Jahr später an die US-Dependance der chinesischen Zuliefererfirma Wangxiang verkauft. Da die Rechte am Firmennamen beim Unternehmensgründer blieben, heißt der Hersteller nun Karma Automotive.

Handgemalte Plaketten und ein Solardach
Schon im Herbst 2015 kündigte der Marketingchef von Karma, James Taylor, an, dass das Auto im Sommer 2016 wieder aufgelegt werden sollte. Nun wurde das neue Modell – wenn man es so bezeichnen kann – "e-revealed" (,e-nthüllt"), wie Karma es nennt. Das bedeutet, ein erstes offizielles Bild und ein Video wurden veröffentlicht. Jeder Revero ist einzigartig, so Karma, und bietet Details wie handgemalte Plaketten an Front und Heck sowie ein Solardach zur Energieerzeugung. Kein anderes in den USA verkauftes Modell besäße so etwas – das mag derzeit stimmen, aber auch der Fisker Karma hatte ein Solardach, und der noch 2016 startende neue Toyota Prius Plug-in wird ebenfalls eines besitzen. Die Bezeichnung als ,technologischer Durchbruch" ist daher eher unpassend.

Fisker wird nicht erwähnt
Den Fisker Karma erwähnt Karma in seiner Pressemitteilung mit keinem Wort. Doch bietet die südkalifornische Firma den ,bisherigen Eigentümern" (hier ist zu ergänzen: eines Fisker Karma) an, sich einen Revero zu reservieren. Andere Interessenten können dies erst ab 8. September 2016 tun. Während die Optik vertraut sei (man darf wieder ergänzen: vom Fisker Karma), gäbe es etliche technische Änderungen. Dazu zählt ein neu konzipiertes Infotainmentsystem und modifizierte Schnellladefähigkeiten.

Über 100.000 Dollar?
Nach einem Bericht der Detroit News vom 28. Juni 2016 soll das Auto in einer neuen Fabrik in Moreno Valley, etwa 100 Kilometer östlich von Los Angeles gebaut werden und über 100.000 Dollar (knapp 90.000 Euro) kosten. Nach dem Bericht soll das Auto die gleiche Batterie und den gleichen Verbrennungsmotor erhalten wie der Fisker Karma. Laut einem Artikel im Managermagazin vom heutigen 12. August soll dagegen die Reichweite steigen und BMW-Technik im Inneren zum Einsatz kommen. Mit einer Systemleistung von rund 400 PS würde das Auto dem konkurrierenden Tesla Model S (bis zu 772 PS) jedenfalls hinterherfahren, dafür ist die Reichweite des Plug-in-Hybrids natürlich größer als bei dem reinen Elektroauto Model S.

Etwa 1.800 Stück vom Fisker Karma verkauft
Die Fisker Karma wurde 2008 als 4,97 Meter lange viertürige Limousine auf der Automesse in Detroit vorgestellt. Damals war er einer der ersten Plug-in-Hybride. In Serie ging das Auto im Jahr 2011. Die Preise begannen 2011 bei 77.000 Dollar, was heute etwa 69.000 Euro entspräche. Bis zum Produktionsstopp 2012 wurden nur etwa 1.800 Stück verkauft. Angetrieben wurde er von einem 260 PS starken 2,0-Liter-Turbobenziner und zwei Elektromotoren an der Hinterachse mit je 160 PS. Die von A123 Systems gelieferte Lithium-Ionen-Batterie speicherte etwa 20 Kilowattstunden, was für 50 bis 80 Kilometer ausreichte.


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