Mercedes-AMG S 63 4Matic Cabrio im Test

Meine Güte. Das hier ist wirklich eine kaum zu bändigende Menge Opulenz. Gott sei Dank eine von der guten, geschmackvollen Sorte. Ja, schon das S-Klasse Coupé ist linientechnisch ein rechter Geniestreich. Mit gewaltiger Stoffmütze auf den potenten Schultern sieht das Gesamtkunstwerk aber noch einen gehörigen Schuß distinguierter aus. Noch größer irgendwie. Und gediegener. Man wartet förmlich drauf, dass ein wohlgebräunter Gentleman mit blauem Goldknopf-Sakko auftaucht und die kompletten 5,04 Meter neben all den anderen Luxus-Yachten zu Wasser lässt. So muss das aber auch sein, wenn die Konkurrenz nicht mehr Audi und BMW, sondern Bentley, Rolls-Royce und Ferrari heißt.

Ein Dach wie ein Coupé
Was dem S-Klasse Cabrio gegenüber der flamboyanten Gegnerschaft an Image fehlt (ich weiß, in diesem Zusammenhang klingt das irgendwie absurd), macht es durch eine Verarbeitung und eine Liebe zum Detail wett, die man so bisher eher selten gesehen haben dürfte. Mit 28 Lederkombinationen und vier Verdeckfarben macht einem Mercedes die Wahl zur Qual. Noch irrer erscheint jedoch das Angebot an sechs Farben für den Dachhimmel. Letzterer ist grandioserweise mit Alcantara bespannt, lümmelt sich bei geschlossenem Verdeck perfekt an die ebenfalls Alcantara-bezogene A-Säule an und gibt einem so das lauschig-sichere Gefühl, in einem Auto unterwegs zu sein, das ein richtiges Dach hat. Zugegeben, das klingt bei einem Cabrio irgendwie ironisch, aber der Effekt ist wirklich verblüffend.

Komfort? Nicht...