Der Gott des Donners

Anfang September in Spanien: Die Spätsommer-Sonne scheint dir wärmend ins Gesicht, es riecht nach Pinien und Meer. Normalerweise. Heute nicht. Pünktlich zur Presse-Premiere des neuen Audi TT RS müssen in der Ingolstädter Kantine wohl einige Teller nicht geleert worden sein – es gießt wie aus Eimern und das Thermometer hat enorme Schwierigkeiten, über 17 Grad zu klettern. Der Herbst ist da. Gut, dass der TT RS von der quattro GmbH entwickelt wurde. Besser, dass ich ohnehin auf eine Traktions-Schnitzeljagd mit dem stärksten TT aller Zeiten gehen wollte. Danke Regen, los geht's!

Bodybuilder mit 400 PS
Schauplatz für das erste Aufeinandertreffen mit dem 400-PS-TT ist die altehrwürdige Rennstrecke von Jarama nahe der spanischen Hauptstadt Madrid. 13 Kurven schlängeln sich auf 3,4 Kilometer hoch und runter durch die Landschaft. In der Boxengasse wartet Audis neuestes RS-Geschoss im Leerlauf gurgelnd auf seinen nächsten Reiter. Die zweite Generation des Power-Coupés steht breitbeinig da: Große Felgen, wuchtige Kotflügel, ausladende Schürzen und nicht zuletzt die Schlund-artigen Kühlluftöffnungen machen den RS schon im Stand zu einem sehr eindrucksvollen Fahrzeug. Glich der Vorgänger bereits einem durchtrainierten Athleten, ist der neue TT RS nun definitiv unter die Bodybuilder gegangen. Im Vergleich dazu wirkt der direkte Konkurrent aus Stuttgart-Zuffenhausen – der Porsche Cayman S – eher schmächtig und schmal. Besonders schick geworden ist die Rückseite des Audi. Ein feststehender...