Kein V8, kein Sinn?

Der Cayenne GTS bemüht sich seit 2007 bemerkenswert erfolgreich darum, sowas wie das SUV zu sein, das auch Menschen fahren, die SUVs eigentlich nicht ausstehen können. Bodykit und Bremse übernahm er stets vom mächtigen Cayenne Turbo. Dazu drückte man ihn ein gutes Eck näher an den Asphalt und versah ihn mit einem messerscharf aufgeigenden V8-Sauger. Der GTS war der wilde Hund. Immer ein kleines bisschen greller, kerniger und lauter als der typische Zahnarzt-Gattinen-Cayenne auf dem Parkplatz vor Jacques Weindepot. Das Grelle hat man – zumindest bei diesem Farbton namens Carminrot – auch nach dem jüngsten Facelift beibehalten. Wenn Sie auf der Suche nach weiteren Optik-Änderungen gescheitert sind: Versuchen Sie es an der Front, den nun schlankeren LED-Lichtern vorne und hinten sowie beim Lenkrad, dass nun aussieht, wie das Volant im schwäbischen Hybrid-Flash-Gordon 918 Spyder.

Mehr Bumms, weniger Durst
Und? Wo ist nun der Punkt? Wirkt doch alles wie immer, oder nicht? Naja, nicht ganz. Porsche hat den Motor geschrumpft. Das heißt, Porsche hat darauf reagiert, dass hemmungslos drehende Achtzylinder in großen, schweren Autos derzeit in etwa so sozialverträglich sind, wie unser neues Mautgesetz. Also fährt jetzt auch der Cayenne GTS mit einem 3,6-Liter-Biturbo-V6. In Sachen Leistung, Überhol-Punch und CO2-Bilanz gibt es an dieser Entscheidung auch nichts zu meckern. Der Neue hat mit 440 PS und 600 Newtonmeter nun 20 PS und 75 Newtonmeter mehr als der alte 4,8-Liter-V8, braucht...