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Saab verkauft allerletzte verbliebene Modelle

Es stehen mehrere 9-3 Prototypen und Vorserienfahrzeuge zum Verkauf

Last Saabs For Sale
Bild von: Klaravik.se

Frohlocket, Freunde einstiger schwedischer Automobilbaukunst! Ab dem 21. Mai stehen nämlich einige der letzten verbliebenen Stücke illustrer Saab-Geschichte zum Verkauf. Da NEVS (National Electric Vehicle Sweden AB; wurde 2012 gegründet, um die Konkursmasse der Saab Automobile zu erwerben) inzwischen offiziell insolvent ist, werden die letzten Fahrzeuge, die noch im Werk Trollhättan stehen, verkauft. Acht Autos kommen unter den Hammer, sieben davon sind Saab 9-3.  

Vier der Saab sind Vorserienmodelle aus dem Jahr 2014, darunter zwei Aero-Varianten. Ein weiteres ist ein Elektro-Prototyp mit Range-Extender. Die übrigen drei 9-3 sind Prototypen aus dem Jahr 2018. Einer davon ist ein in China gebauter NEVS Elektro-9-3, ein weiterer ein Prototyp mit vier Radnabenmotoren. Der letzte 9-3 von 2018 ist ein Entwicklungsfahrzeug für autonomes Fahren, ausgerüstet mit GPS, Lidar und Kameras.  

Das achte Fahrzeug ist ein Hengchi 5, ein mittelgroßes elektrisches SUV von Evergrande – jenem chinesischen Unternehmen, das den Autobauer finanzierte. NEVS hatte nach dem Zusammenbruch des Herstellers im Jahr 2012 Saabs Vermögenswerte übernommen, geriet aber seither immer wieder ins Straucheln, hatte mit Finanzproblemen und weiteren Herausforderungen zu kämpfen, bis Evergrande 2020 die Kontrolle übernahm.  

Die Auktion startet am 21. Mai und läuft bis zum 30. Mai. An dem Tag öffnet Saabs ikonisches Werk seine Tore übrigens auch für Besucher. Damit soll „Saab-Enthusiasten und Autofans eine einzigartige Gelegenheit geboten werden, die Fahrzeuge aus der Nähe zu betrachten.“  

Letzte Saabs zum Verkauf
Bild von: Klaravik.se

Saab startet ursprünglich als Flugzeughersteller, stellte 1947 sein erstes Auto vor, das 1949 in Produktion ging. 1989 erwarb General Motors zunächst 50 Prozent an dem schwedischen Autobauer, die übrigen 50 Prozent folgten im Jahr 2000.  

Dann kam jedoch die globale Finanzkrise, General Motors meldete Insolvenz an, das „alte“ GM verschwand – und der Konzern verkaufte Saab an Spyker. Spyker brach 2012 zusammen (jetzt startet man tatsächlich einen neuen Anlauf) und ebnete damit den Weg für NEVS, welches die Kontrolle über Saabs Vermögenswerte übernehmen konnte. 2014 verlor NEVS die Rechte an der Nutzung des Markennamens Saab.


Motor1 meint: Es ist das Ende einer Ära. Knapp 80 Jahre nach der Vorstellung des ersten Autos ist Saab Geschichte. Sehr wahrscheinlich ist dies das letzte Mal, dass Saab-Fahrzeuge überhaupt noch im Unternehmenssitz in Trollhättan stehen.