Neue EuroNCAP-Crashtests

Aus journalistischer Sicht ist es ja etwas langweilig, aber der Autokäufer darf sich freuen: Beim jüngsten EuroNCAP-Crashtest erhielten alle Modelle die Maximalwertung. Sieben SUVs und ein Kleinwagen wurden untersucht: der Volvo XC60, der Mitsubishi Eclipse Cross, der Skoda Karoq, der VW T-Roc, der Opel Crossland X, der Citroën C3 Aircross, der Seat Arona und der neue VW Polo. Alle, vom großen XC60 bis zum kleinen VW Polo, erhielten fünf Sterne. Um Missverständnissen vorzubeugen: Das heißt nicht, dass alle auch gleich sicher sind, denn schwerere Fahrzeuge sind bei einem Zusammenprall aus physikalischen Gründen sicherer als leichtere.

Besonderes Lob für den Volvo XC60
Aber auch abgesehen davon gibt es Unterschiede. Ein besonderes Lob erhält der neue Volvo XC60. Ihn stufen die Tester als den bislang ,besten Allround-Performer" des Jahres 2017 ein. Er schneidet so gut ab wie der 2015 getestete XC90. Mit einem fast perfekten Ergebnis von 98 Prozent beim Schutz von erwachsenen Insassen und einer großen Zahl von Fahrerassistenzsystemen demonstriert der Wagen, wie viel Sicherheit heutzutage in Top-End-Modellen möglich ist, so EuroNCAP.

Viele gute Kleinwagen
Aber auch beim VW Polo gibt es Positives zu sagen: Er reiht sich ein in die Reihe sehr sicherer, neuer Kleinwagen, vom Nissan Micra über den Ford Fiesta bis zum Seat Ibiza. Alle bieten eine große Zahl von Assistenzsystemen, darunter auch ein serienmäßiges Notbremssystem. Der Seat Arona, der auf der gleichen Basis wie der Ibiza basiert (der Kleinwagenversion des Modularen Querbaukastens, MQB-A0), hat die gleiche Sicherheitsausstattung wie dieser und erhält so ebenfalls die Topwertung von fünf Sternen.

Nächstes Jahr wieder strengere Wertungen
EuroNCAP-Chef Michiel van Ratingen zu dem Ergebnis: ,Es ist natürlich großartig zu sehen, dass Marken wie Volvo Autos bauen, die in einigen Testbereichen fast die Bestnote erhalten, und das zeigt auch, warum EuroNCAP ständig seine Anforderungen anpassen muss. Nächstes Jahr wird es neue Tests geben und noch strengere Anforderungen für fünf Sterne." Demnach dürfen die jetzt mit fünf Sternen belohnten Marken glücklich sein, noch in den Genuss der alten Wertungsregeln gekommen zu sein – 2018 wird es den Autos wieder schwerer gemacht, dasselbe zu schaffen.

Wann wird der Clio sicher?
,Aber es sind die in großen Mengen verkauften Volumenmodelle", so van Ratingen weiter, ,die die Verkehrssicherheit künftig wirklich beeinflussen. Herstellern wie Nissan, Ford, Seat und VW muss man dazu gratulieren, dass sie die Sicherheit demokratisiert haben, indem sie in ihren Kleinwagen Hightech-Assistenten verfügbar machen. Wir erwarten, dass Renault, dessen Clio bei den europäischen Verkäufen in diesem Segment führt, dem Beispiel bald folgen wird." Die aktuelle Clio-Generation wurde im Startjahr 2012 zuletzt getestet und erhielt damals noch fünf Sterne – bei den inzwischen mehrfach verschärften Maßstäben wäre die Wertung vermutlich schlechter.

Notbremssystem nicht immer Serie
Auch der VW T-Roc, der Skoda Karoq und der demnächst startende Mitsubishi Eclipse Cross erzielen sämtlich gute Ergebnisse in allen Bereichen. Ein Notbremssystem ist hier jedoch nicht überall Serie: Der Opel Crossland X und der auf der gleichen Plattform basierende Citroën C3 Aircross bieten es nur optional, besitzen dafür aber andere Assistenten und erkämpfen sich damit ihre fünf Sterne. Ihr Modell war nicht dabei? Dann warten Sie bis Ende November 2017. Dann will EuroNCAP die nächsten Crashtests veröffentlichen.

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