Amerikanische Moderne

Die Leute gucken zu mir rüber, als wäre ich Barack Obama. Gar nicht so unpassend: Der US-Präsident ist vermutlich der prominenteste Cadillac-Kunde, auch wenn er keinen CT6 fährt. CT-was? Der CT6 ist eines von acht völlig neuen Fahrzeugen, die Cadillac bis 2020 auf den Markt bringen will. Dafür werden zwölf Milliarden US-Dollar investiert. Mit dem neu konstruierten Luxusliner möchte die Marke jetzt auch wieder in Europa angreifen. Keine einfache Aufgabe, zumal gegen die deutsche Konkurrenz. Hat der CT6 genügend schlagkräftige Argumente zu bieten?

Zwischen Vergangenheit und Zukunft
Da wäre als erstes der Markenname zu nennen: Cadillac. Hier gibt es mehr Tradition als bei Lexus und Infiniti zusammen. Vom Stadtgründer Detroits hergeleitet, verbindet man mit Cadillac präsidiale Karossen, Elvis Presley und Heckflossen. Doch schwülstig-barock ist der CT6 ganz und gar nicht. Seine Länge von 5,18 Meter geht in Richtung der Langversionen von 7er-BMW oder Mercedes S-Klasse. Allein dadurch ist er eine imposante Erscheinung, speziell in dunklen Farben. Verpackt wird der CT6 in einer elegant-funktionalen Hülle. LED-Scheinwerfer und -Rückleuchten setzen Akzente, ebenso der breite Kühlergrill. Der Opa im Weihnachtssketch von Loriot würde jetzt sagen: ,Früher war mehr Lametta!". Ich finde: Die neue Sachlichkeit steht dem CT6 ausgezeichnet, zumal er unverwechselbar auftritt. Noch nie war ein Cadillac im positiven Sinne europäischer.

Edle Einrichtung
Vor sechs Jahren bekam ich zum letzten Mal...