Knackt die Exige den Super-Boxster?

Hier im oberbayerischen Hinterland, irgendwo zwischen München und den vielen großen Bergen, ist die Welt noch in Ordnung. Die Leute gehen mit der Zeit, aber sie lieben ihre Traditionen. Und sie lassen sich nicht jeden Mist andrehen. Hier kommt man mit ehrlicher Geradlinigkeit weiter, als wenn man sich künstlich aufbläst (zumindest ist das mein verschrobenes Bayern-Bild. Der Rest der Welt sieht wohl eher Biervernichtungsmaschinen in Lederhosen, die immer Schnitzel essen und mit ihren Kühen schlafen). Wie gut, dass wir mit dem reinsten, absolutesten Porsche-Cabrio seit Ewigkeiten angereist sind. Und mit einem Lotus. Die sind an Reinheit und Absolutheit ohnehin nicht zu übertreffen. Alle. Obwohl uns wortgewandte PR-Menschen immer häufiger den Vorstoß in neue Fahrspaß-Dimensionen versprechen, wird es in der Realität nämlich zunehmend schwieriger, irgendwas Kleines, Leichtes unter den Hintern zu bekommen, das auch ohne 53 elektronische Fahrdynamik-Heinzelmännchen etwas ähnliches wie Entzückung vermittelt.

Nichts für nasse Autobahnen
Mein Plädoyer für die reine Lehre im Hinterkopf, sitze ich nun bei strömendem Regen gefühlte drei Zentimeter über der Autobahn A8 und kämpfe mit einem störrischen Biest namens Exige S Roadster. Man muss diese Flunder aus Hethel einfach lieben. Für ihre Form, für ihre ,Alles-raus-was-keine-Miete-zahlt"-Mentalität (obwohl es seit neuestem so verrückte Dinge gibt wie eine Sitzheizung, einen ... naja, nennen wir es Cupholder, einen Smartphone-liebenden ...