Der lange Marsch nach Europa: Brilliance BS6 kommt

Wir öffnen die Tür und uns schlägt ein Geruch wie aus einer chemischen Reinigung entgegen. Egal, wir steigen in den chinesischen Wagen ein, vollkommen gespannt, wie sich der neue Brilliance BS6 auf deutschen Straßen macht. Schließlich sieht sich die Automarke mit dem Edelsteinnamen als europäischster Fahrzeughersteller Chinas.

Absolut gefällig
Die Japaner brauchten 15 Jahre, um sich in Europa zu etablieren. Die Südkoreaner schafften es in zehn Jahren. Die Chinesen haben sich das ehrgeizige Ziel gesteckt, in nur fünf Jahren im heimischen Markt Fuß zu fassen. Eins ist dafür ganz wichtig: Fehler der anderen nicht wiederholen. Und so hat man im Reich der Mitte längst erkannt, dass in Europa Stil zählt. Asiatische Wagen können in europäischen Augen sehr verschroben aussehen. Um dies hinsichtlich des neuen Brilliance zu verhindern, wurde dieser einfach in Italien von Giugiaro designed. Dies zahlt sich aus: Das Mittelklasseauto sieht sehr gefällig aus. Der Grill erinnert ein wenig an Lancia, die Grundform etwas an BMW. Dabei wirkt das Auto aber deutlich eigenständiger als die manchmal ultrafrechen Form-Kopien anderer chinesischer Hersteller.

Rein optisch: luxuriös
Der beißende Neuwagengeruch ist ganz ehrlich: Die Plastikteile sind aus billigem Kunststoff gehauen. Allerdings wirkt das beige Lederinterieur mit den Holzleisten in allen vier Türen und auf dem Armaturenbrett beim Anschauen hochwertig. Das Radio steckt in gebürstetem Aluminium, welches aber in seiner viereckigen Grundfo...