Zum Hauptinhalt springen

Ein Mercedes-Manager soll gesagt haben, den elektrischen GT „sollte es nicht geben“

Selbst die Leute an der Spitze von Mercedes tun sich noch schwer mit elektrischen Performance-Autos

Mercedes-AMG GT63 Four-Door
Bild von: Mercedes-AMG

Die Hersteller tun alles, was in ihrer Macht steht, um Elektroautos für Verbraucher attraktiver zu machen: kürzere Ladezeiten, höhere Reichweiten und (zumindest langsam) niedrigere Preise. Im Luxus- und Performance-Segment haben einige Autobauer sogar damit begonnen, simulierte Schaltvorgänge und Verbrenner-Sound zu integrieren, damit sich E-Autos mehr wie Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor anfühlen.

Man kann davon halten, was man will. Alle überzeugt auch das nicht. Das Thema ist offenbar so brisant, dass selbst Führungskräfte an der Spitze von Mercedes-Benz über den aktuellen AMG GT 4-Türer und dessen elektrischen Antrieb verärgert sein sollen.

Ein Zitat eines Mercedes-Managers tauchte kürzlich im Manager Magazin auf, wie ursprünglich von The Autopian berichtet. Der Manager sagt, dieses Auto „hätte gar nicht erst existieren dürfen“; zugleich habe es geheißen, es sei „zu spät gewesen, es noch zu stoppen“.

Mercedes-AMG GT 4-Door

Mercedes-AMG GT 4-Door

Bild von: Mercedes-AMG

Anders als Honda, das seine Pläne zur Einführung von drei Elektrofahrzeugen aufgab und dabei Entwicklungskosten in Milliardenhöhe abschreiben musste, war Mercedes bereits zu weit fortgeschritten und musste die Fahrzeuge auf den Markt bringen. Allein die Entwicklung der AMG-Elektromodelle soll den deutschen Hersteller Berichten zufolge rund 1 Milliarde Euro gekostet haben.

Diese Summe verblasst im Vergleich zu den Entwicklungskosten für die Modelle EQS und EQE SUV, die Berichten zufolge bei rund 5 Milliarden Euro lagen. Die Idee hinter dem ursprünglichen EQS und weiteren E-Modellen soll maßgeblich von Mercedes-Chef Ola Källenius vorangetrieben worden sein, der Berichten zufolge auf den steigenden Börsenwert von Tesla schielte.

Laut dem Bericht des Manager Magazin sagt der namentlich nicht genannte Mercedes-Manager, der Vorstand des Autobauers habe nach einem Absatzrückgang von 90 Prozent im Jahr 2024 gewusst, dass die EQ-Modelle ein Desaster seien. „Schon damals war klar, dass diese Autos die größten Fehlschläge in der Unternehmensgeschichte waren“, sagte der Manager dem Medium.

Bildergalerie: Mercedes-AMG GT 4-Türer (2026)


Motor1 meint: Mercedes scheint sich nun endlich aus dem Loch herauszuarbeiten, das die Fahrzeuge mit EQ-Branding gegraben haben. Der elektrische CLA macht einen sehr soliden Eindruck. Wie sich GLC, die elektrische C-Klasse und der luxuriöse Van VLE (das Segment boomt) entwickeln, wird spannend zu beobachten sein. Nicht weniger interessant: Wie wird der technisch brillante, aber kontroverse AMG GT 4-Türer letztlich vom Publikum angenommen werden?