"Komm Schatz, lass uns im Käfer schlafen!"
Im bayrischen Oberpframmern werden aus Autos schicke Möbel
Unikate aus Handarbeit
Bereits im Alter von 19 Jahren bastelte der selbst ernannte Autonarr und Designfreak an ersten Einrichtungsgegenständen. Seither entstand eine Vielzahl an kleinen Schmuckstücken. Bei jedem der Werke handelt es sich um ein Unikat. So kann der Kunde nicht nur die Funktion seines Möbels selbst bestimmen, denkbar sind beispielsweise Sofa, Sessel, Regal, Vitrine, Schreibtisch oder Bett, sondern auch die Automarke selbst wählen. Farbe, Größe, Ausstattung und Materialien sind ebenfalls Kundensache. ,Wir richten uns ganz nach den Wünschen unserer Kunden", so der heute 38-jährige Kerber, ,und da vor jedem wesentlichen Arbeitsschritt eine Rücksprache mit dem Kunden erfolgt, können wir mit recht behaupten, Träume zu erfüllen. Und so einzigartig die Träume der Kunden sind, so individuell werden auch ihre Möbel sein."
Von Stoßstangenregal und Käfer-Bett
Grundlage für die Möbel sind Unfallwagen oder Fahrzeuge mit Motorschaden, so Kerber. Nach Auftragseingang macht sich der Designer auf die Suche nach einem geeigneten ,Auslaufmodell". ,Die Gebrauchtwagenmärkte im Internet bieten dafür die beste Plattform. Veteranenklubs sind zwar ein Garant, das Passende auch zu finden, aber hier ist die Substanz der Autos oft noch so gut, dass ich es nicht übers Herz bringe, ihnen den ultimativen Gnadenstoß zu versetzen", gesteht der bekennende Autoliebhaber, der selbst Besitzer eines Mercedes 250 S ist. In seinen Geschäftsräumen östlich von München befinden sich derzeit unter anderem ein Zweier-Sofa aus einem Mini, eine Vitrine aus dem Hinterteil eines Renault R4 und ein Bett aus den Überresten eines VW Käfer. Je nach Aufwand der Arbeit – in der Regel sind zirka 100 Arbeitsstunden notwendig – richtet sich auch der preisliche Rahmen. Großmöbel wie Bett und Sofa beginnen bei etwa 4.000 Euro, es gibt aber auch einfachere Möglichkeiten wie etwa ein Stoßstangenregal.
Bildergalerie: Lass uns im Käfer schlafen
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