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Citroën C1 und Peugeot 108 offenbar vor dem Aus
Laut Reuters hat PSA beschlossen, das Citycar-Segment aufzugeben, auch im Hinblick auf die Fusion mit FCA


Von: Massimo Grassi
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
16. Okt. 2020 um 12:28 Uhr
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Der PSA-Konzern steht offenbar kurz davor, die Produktion von Citroën C1 und Peugeot 108 einzustellen. So meldet es zumindest die Nachrichtenagentur Reuters und zitiert drei verschiedene Quellen. Bislang gibt es noch keinen Kommentar des französischen Konzerns. Doch das Aus für C1 und 108 würde einer Marktlogik folgen, bei der die Kleinen zunehmend bestraft werden, insbesondere durch die immer strengeren Vorschriften zu Schadstoffemissionen.
PSA stünde mit seiner Entscheidung nicht alleine da: Seat und Skoda hatten ihre Kleinstwagen komplett auf Elektro umgestellt, auch der Opel Karl und der Ford Ka+ sind inzwischen Geschichte. Den Smart gibt es nur noch elektrisch, Renault hat kürzlich den Elektro-Twingo vorgestellt, ganz neu ist der Dacia Spring Electric.
VW hat das Angebot beim Up stark ausgedünnt, es gibt ihn nur noch elektrisch oder mit 65-PS-Saugbenziner sowie mit Erdgas und (etwas kurios) als GTI mit 110 PS Leistung. Hier scheint aber ein ID.1 für die Zukunft angedacht zu werden.
Ein weiterer Punkt für das Aus von C1 und 108 ist die immer näher rückende Fusion von PSA mit dem FCA-Konzern zu Stellantis. Offenbar überlässt man das Segment der ganz kleinen Autos den Marken Fiat und Lancia, die mit dem Panda, dem 500 (auch elektrisch) und dem Ypsilon (in Italien) erfolgreiche Modelle im Angebot haben.

Fiat 500e La Prima (2020)
PSA bereitet sich also darauf vor, sich vom A-Segment, dem der Stadtautos, zu verabschieden, das nicht mehr rentabel ist und unter dem Gesichtspunkt der EU-Emissionsgrenzen, deren Reichweitengrenzen ab dem 1. Januar 2021 95 g/km nicht überschreiten dürfen, bestraft wird. Das mutet bizarr an, ist aber tatsächlich so.
Um dieses Ziel zu erreichen, ist es notwendig, einen von zwei Wegen zu wählen: Elektrifizierung oder Installation von aufwändigen Abgasreinigungssystemen. Eine teure Operation, die in einem Segment, das historisch gesehen wenig (oder gar nicht) rentabel ist, wirtschaftlich nicht vorteilhaft wäre. Aus diesem Grund verzichtet PSA auf den Citroën C1 und den Peugeot 108 verzichten. Vielleicht bevorzugen sie ein noch kleineres Segment wie das Segment der leichten Vierradfahrzeuge, das jetzt vom Citroën Ami besetzt ist.
PSA dürfte also seine Anteile an dem Joint-Venture mit Toyota verkaufen, mit dem man bislang im tschechischen Werk in Kolin den C1, den 108 und den Toyota Aygo produziert. Was die Japaner dort künftig bauen werden, ist noch offen.
Aber bereits Ende November 2018 verkündete Toyota offiziell: "Im Januar 2021 wird Toyota das Werk Toyota Peugeot Citroën Automobile Czech s.r.o. (TPCA) im tschechischen Kolin finanziell übernehmen.[...] In Kolin wird weiterhin die aktuelle Generation der Kleinwagenmodelle beider Unternehmen gefertigt. Toyota beabsichtigt, die Produktion und die Beschäftigungsverhältnisse im Werk auch in Zukunft fortzusetzen."

Peugeot 108 und Citroën C1
Die Aufgabe des A-Segments durch PSA könnte auch durch die Fusion mit der FCA erklärt werden, die auf den Markt für Stadtautos spezialisiert ist. Die Zukunft des Fiat 500, Fiat Panda und Lancia Ypsilon, die vor einiger Zeit vom FCA-CEO Mike Manley in Frage gestellt wurde, scheint stattdessen unter dem Banner der Elektrifizierung sicher zu sein.
Der 500 hat bereits den grundlegenden Schritt getan, um - auch - ein Elektroauto zu werden, der Fiat Panda bereitet sich darauf vor, ihm zu folgen und eine Familie von Modellen (genau wie beim 500) ins Leben zu rufen, einschließlich der Produktionsversion des Centoventi-Konzepts.
Im Stellantis-Konzern dürfte daher das A-Segment von FCA betreut werden, während PSA stattdessen die Aufsicht über die kleinen Segmente (Peugeot 208, Opel Corsa und Citroën C3) mit der mehr als konkreten Möglichkeit der Wiedergeburt des Fiat Punto überlassen wird. Einfach ausgedrückt: FCA hat die Expertise und Technik für ganz kleine Autos, PSA hingegen eine Plattform für Kleinwagen.
Wie eingangs gesagt, gibt es vorerst noch keine offizielle Bestätigung, aber mit der Geburt von Stellantis Anfang 2021 werden dieser und viele andere Punkte hoffentlich näher erklärt werden.
Bildergalerie: Citroën C1 Urban Ride 2019
Citroën
- Make: Citroën
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