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Für eine persönlichere Erfahrung

Dieser schwarze Offroad-Camper verbrennt sogar seine Hinterlassenschaften

Mercedes Sprinter mit V6, Allrad, Seilwinde und Luxusausbau. Die ungewöhnlichste Technik steckt ausgerechnet im Badezimmer

VanMe Black Stallion (2026) Offroad-Camper
Bild von: VANME
Fabian Grass Fabian Grass

Schwarz, mächtig und bis unters Dach mit Offroad-Technik ausgestattet: Der VanMe Black Stallion sieht aus, als würde er am liebsten weit weg von jeder Zivilisation parken. Doch der ungewöhnlichste Teil dieses Sprinter-Campers steckt ausgerechnet im Badezimmer. Dort werden die Hinterlassenschaften einfach verbrannt.

Die Manufaktur VanMe ist für ihre ausgefallenen Einzelanfertigungen bekannt. Den lilafarbenen Niffler mit seiner Mountainbike-Garage haben wir bereits vorgestellt. Der Black Stallion schlägt eine andere Richtung ein. Statt knalliger Farben gibt es konsequent Schwarz, jede Menge Offroad-Zubehör und ein Interieur, das auch in einem luxuriösen Apartment funktionieren würde.

Bildergalerie: VanMe Black Stallion (2026) Offroad-Camper

Als Basis dient ein Mercedes Sprinter L3H2 mit Allradantrieb und Sechszylindermotor. Das Basisfahrzeug stammt aus dem Baujahr 2021. VanMe spendiert dem Transporter ein spezielles Offroad-Fahrwerk von 4x4 Proyect, 18-Zoll-Felgen von Twin Monotube und grobstollige All-Terrain-Reifen von BFGoodrich. Dazu kommen Radlaufverbreiterungen, Unterfahrschutz und ein Schnorchel für die Luftansaugung.

Vorne sitzt ein massiver Frontbügel mit Seilwinde, oben ein Dachträger mit LED-Zusatzscheinwerfern in alle vier Richtungen. Am Heck finden Reserverad, Staubox und Fahrräder Platz. Eine Leiter, elektrische Trittstufen und eine Markise gehören ebenfalls zur Ausstattung. Damit ist der Black Stallion bestens für Abenteuer abseits befestigter Straßen gerüstet.

Bilder von: VANME
Bilder von: VANME

Beim Öffnen der Türen verschwindet die martialische Optik weitgehend. Stattdessen treffen helle Eichenfurniere auf dunkle Möbeloberflächen, Leder und Alcantara. Selbst das Cockpit wurde aufwendig veredelt. Gesteppte Sitzflächen und Türverkleidungen, indirekte LED-Beleuchtung und eine Decke im Stil moderner Akustikpaneele sorgen für eine ziemlich edle Atmosphäre.

Vier Personen können mitfahren. Hinter den beiden Vordersitzen befinden sich zwei Schnierle-VANX-Einzelsitze, die auf einem im Boden integrierten Schienensystem verschoben werden können. Geschlafen wird dagegen nur zu zweit, das Querbett befindet sich klassisch im Heck. Darunter liegt eine große Garage mit Auszügen für Euroboxen und einem eigenen Fach für Angelausrüstung.

Bilder von: VANME
Bilder von: VANME

In der Küche gibt es einen Drei-Flammen-Gaskocher, einen 90-Liter-Kompressorkühlschrank und zahlreiche Schubladen mit passgenauen Einsätzen. Besonders clever ist der Spritzschutz, der sich bei Bedarf direkt aus der Wand herausziehen lässt. Die Arbeitsflächen sind mit Holzfurnier belegt und lackiert.

Das eigentliche Highlight wartet allerdings im Badezimmer. VanMe verbaut hier eine Cinderella Travel Diesel, eine sogenannte Verbrennungstoilette. Anders als bei einer klassischen Kassettentoilette werden die Hinterlassenschaften nicht in einem Fäkalientank gesammelt, sondern bei hoher Temperatur verbrannt. Zurück bleibt lediglich eine kleine Menge Asche, die anschließend entsorgt werden muss.

Bilder von: VANME
Bilder von: VANME

Das funktioniert mit speziellen Papierbeuteln, die zusammen mit ihrem Inhalt in die Brennkammer gelangen. Flüssigkeiten verdampfen, feste Rückstände werden zu Asche. Die nötige Energie liefert Diesel, während die Steuerung über das 12-Volt-Bordnetz läuft. Laut Hersteller benötigt die Toilette je nach Nutzung etwa 100 bis 250 Milliliter Diesel pro Verbrennungsvorgang.

Immerhin entfällt die klassische Schwarzwasserentsorgung. Eine Frischwasserspülung benötigt die Cinderella ebenfalls nicht. Dafür braucht sie eine Luftzufuhr und eine Abgasführung nach außen. Und als wäre das alles noch nicht ungewöhnlich genug, steht die Toilette im Black Stallion auf einer Duschwanne aus Echtholz.

Bilder von: VANME
Bilder von: VANME

Das stille Örtchen entwickelt sich ohnehin gerade zur kleinen Hightech-Abteilung im Reisemobil. Wir haben bereits über eine Campingtoilette mit Mikrowellentechnik berichtet. Und auch bei uns dreht sich derzeit einiges ums Geschäft: Aktuell haben wir die mobile Verschweißtoilette Clesana X1 im Praxistest. Big Business, dieses Geschäft mit dem Geschäft.

Damit der Black Stallion möglichst lange ohne Campingplatz auskommt, verbaut VanMe zwei Lithiumbatterien mit zusammen 460 Ah Kapazität. Hinzu kommen 300 Watt Solarleistung auf dem Dach, ein Wechselrichter mit 2.000 VA, ein 60-A-Ladebooster und ein Landstromanschluss. Ein Smart-Home-System übernimmt die Steuerung verschiedener Funktionen.

Bilder von: VANME
Bilder von: VANME

Der Frischwassertank fasst 100 Liter. Besonders interessant ist das Filtersystem mit Vorfiltern und UVC-Behandlung, mit dem sich geeignetes Oberflächenwasser zu Trinkwasser aufbereiten lässt. Für Wärme und Warmwasser sorgt eine Truma Combi 6 DE mit integriertem Zehn-Liter-Boiler.

Allerdings macht der umfangreiche Ausbau auch auf der Waage nicht halt. VanMe nennt eine Gesamtmasse von 4.430 Kilogramm und eine Zuladung von 610 Kilogramm. Damit ist der Black Stallion kein Fahrzeug für den normalen B-Führerschein. Einen konkreten Kaufpreis für die Einzelanfertigung nennt die Manufaktur ebenfalls nicht.

VanMe Black Stallion (2026) Offroad-Camper
Bild von: VANME

Dass solche Luxus-Camper schnell richtig teuer werden können, zeigt beispielsweise der Robeta Adonis. Auch der Black Stallion dürfte kein günstiges Vergnügen sein. Dafür bekommt sein Besitzer einen ziemlich außergewöhnlichen Allrad-Sprinter, der Abenteuer und Luxus miteinander verbindet. Und bei dem am Ende sogar die Hinterlassenschaften in Rauch aufgehen.

Wer es etwas bodenständiger mag, muss deshalb nicht gleich auf Verbrennungsklos und Echtholz-Duschwannen verzichten. Der Dovra Rig X-710 bringt ebenfalls Allrad und Offroad-Ambitionen mit, der Rapido V64 setzt auf kompaktes Reisen mit Queensbett, und der Karmann Dexter 580 Sky Up richtet sich eher an Familien.