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Flowcamper Moritz (2026): Manufaktur ohne Preissschock

Unter 100.000 Euro, aber mit Echtholz, Raumbad und smartem Bordmanagement

Flowcamper Moritz (2026)

Bild von: Flowcamper

Fabian Grass Fabian Grass

Von: Fabian Grass

20. Jan. um 18:16 Uhr

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Auf der CMT 2026 steht bei Flowcamper kein Showtruck im Rampenlicht, sondern ein Name, der eher nach Hüttentour klingt: Moritz. Dahinter steckt ein neuer, preislich bodenständiger Kastenwagen, der die Flowcamper-Handschrift in ein sechs Meter langes Format übersetzt.

Wer Flowcamper bisher vor allem mit Speziallösungen und Sprinter-Niveau verbunden hat, bekommt hier den Gegenentwurf mit gleicher Idee: warmes Materialgefühl, praktische Details, eigenständiger Grundriss. Als mentaler Nachbar passt die „Fellschnute“ gut ins Bild – dort wie hier geht es um Alltagstauglichkeit ohne Verkleidungskunst.

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Flowcamper Moritz (2026)

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Quelle: Flowcamper

Der Moritz basiert auf dem Citroën Jumper in der 6-Meter-Klasse und bleibt beim Antrieb klassisch: 140 PS mit 6-Gang-Schaltgetriebe sind gesetzt, optional stehen 180 PS und eine Automatik mit Wandler bereit. Bei 3.500 Kilogramm zulässiger Gesamtmasse soll Schluss sein – bewusst im B-Führerschein-Revier.

Schon der Einstieg zeigt, was Flowcamper unter „Manufaktur“ versteht, ohne daraus ein Schlagwort zu machen. Echtholz dominiert das Ambiente, dazu kommen filz- oder stoffkaschierte Flächen und die typischen Airlineschienen, die Funktionen nicht verstecken, sondern nutzbar machen. Isoliert wird mit EPE und Armaflex, Fenster und Dach sind auf Ganzjahres-Niveau gedacht.

Flowcamper Moritz (2026)

Flowcamper Moritz (2026)

Flowcamper Moritz (2026)

Bilder von: Flowcamper

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Ungewöhnlich ist der Küchenansatz: Der Block baut hoch und tief, aber nicht breit. Das schafft Bewegungsfreiheit im Mittelgang und macht die Arbeitsfläche groß, ohne den Wohnraum zu würgen. Gekocht wird auf einem zweiflammigen Kocher, der stirnseitig auszieht und bei Bedarf auch draußen nutzbar bleibt.

Das Bad folgt nicht dem üblichen „Tür auf, Ellbogen rein“-Prinzip, sondern arbeitet als Raumbad mit klappbaren Wänden. Dadurch entsteht bei Bedarf ein großer Waschraum mit robuster Duschwanne, der sonst als Raumteiler funktioniert. Eine Trenntoilette ist Teil des Konzepts, Händewaschen läuft pragmatisch über die Küchenspüle.

Flowcamper Moritz (2026)

Bilder von: Flowcamper

Flowcamper Moritz (2026)

Bilder von: Flowcamper

Im Heck liegt ein Querbett mit 195 mal 150 Zentimetern – auf Froli-Federtellern und mit dicker Matratze. Der Trick dahinter: Bett und Schottwand sind so ausgelegt, dass sie sich für Transportaufgaben wegklappen lassen. Das macht den Moritz weniger zum „Immer-gleich-Grundriss“ und mehr zum variablen Urlaubsfahrzeug.

Beim Thema Heizung folgt der Flowcamper Moritz keiner klassischen Reisemobil-Logik. Statt einer großen Zentrale sorgen zwei kompakte Diesel-Luftheizungen für gleichmäßige Wärmeverteilung. Ergänzt wird das System durch eine Fußbodenheizung im Dinette-Bereich. Warmwasser liefert optional ein 6-Liter-Boiler – bewusst klein dimensioniert, aber alltagstauglich für Dusche und Morgenroutine.

Flowcamper Moritz (2026)

Bild von: Flowcamper

Auch beim Wasserkonzept bleibt der Moritz bewusst pragmatisch. Der 50-Liter-Frischwassertank ist entnehmbar und rollbar ausgeführt und funktioniert damit nicht nur als Speicher, sondern auch als Transportlösung für Stellplätze ohne Wasseranschluss. Für mehr Autarkie lässt sich das System auch auf Wunsch mit einer zusätzlichen Reserve erweitern.

Neu gedacht ist vor allem die Bedienlogik an Bord. Mit dem Moritz zieht das digitale Ökosystem von Camper Jarvis bei Flowcamper ein. Zentrale Schaltstelle ist ein Dreh-Drück-Steller mit Display, der sogenannte SmartKnob. Über ihn lassen sich Verbraucher überwachen und steuern, ebenso Wasserstände, Energieflüsse oder Automationen, etwa im Zusammenspiel von Pumpe, Kühlschrank und Solarertrag. 

Flowcamper Moritz (2026)

Bild von: Flowcamper

Preislich bewegt sich der Moritz genau dort, wo viele Manufaktur-Ausbauten inzwischen ins Stocken geraten. Der Einstieg liegt knapp unterhalb der 100.000-Euro-Marke und schafft bewusst Abstand zu den größeren Flowcamper-Modellen auf Sprinter-Basis. Die Ausstattung folgt dabei einem klaren Paketgedanken wie das Autarkiepaket oder wenigen, sinnvollen Einzeloptionen wie Markise oder Aufstelldach.

Wer eine Alternative von der Stange sucht, wird zwischen acht günstigen Einstiegs-Campervans wie Bürstner Papillon, Carado CV 540 oder LMC Innovan Pure ebenso fündig wie beim deutlich vollgestopfteren Hymer Grand Canyon S 700 CrossTrail. Dazwischen positioniert sich der Moritz als ruhige Mitte: weniger Technikballast als der Hymer, spürbar mehr Ausbauqualität als viele Basislösungen – und genau daraus zieht er seine Stärke.

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