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Rapido V64 (2026): Der perfekte Campervan für Paare?
Mit ungewöhnlichem Schlafzimmer, verschwindendem Tisch und cleverer Sitzgruppe

Bild von: Rapido Reisemobile
Fabian Grass 
Von: Fabian Grass
21. Okt. um 18:20 Uhr
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Ein Queensbett wie im großen Wohnmobil, eine Sitzgruppe mit Aussicht und ein Tisch, der bei Nichtgebrauch verschwindet: Was nach einem geräumigen Reisemobil klingt, passt beim Rapido V64 in einen 6,36 Meter langen Kastenwagen. Für Paare könnte das ein spannender Campervan werden.
Denn statt auf Längseinzelbetten wie im Corigon CV 65 S oder ein Querbett wie im Karmann Davis 590 setzt Rapido auf einen ungewöhnlichen Grundriss. Das Herzstück sitzt ganz hinten: ein mittig angeordnetes Queensbett mit 1,95 Metern Länge und 1,40 Metern Breite. Der Vorteil gegenüber einem klassischen Querbett liegt auf der Hand: Beide können von ihrer jeweiligen Seite einsteigen, ohne sich nachts über den Partner zu wälzen. Wer regelmäßig als unfreiwillige Kletterhilfe herhalten muss, dürfte diese Lösung zu schätzen wissen.
Bildergalerie: Rapido V64 (2026)

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Quelle: Rapido Reisemobile
Natürlich wird aus einem 2,05 Meter breiten Kastenwagen damit kein geräumiges Schlafzimmer. Die seitlichen Durchgänge bleiben schmal, die Liegefläche ist eher gemütlich als großzügig. Trotzdem wirkt die Lösung durchdacht. Eine Trennwand zwischen Wohn- und Schlafbereich sorgt dafür, dass sich das Heck ein wenig wie ein separates Zimmer anfühlt.
Das Kopfteil des Bettes lässt sich anheben, um leichter an den Stauraum darunter zu kommen. Wer sperriges Gepäck verstauen möchte, klappt die Bettkonstruktion weiter nach oben und schafft so zusätzliche Ladehöhe. Laut Hersteller sollen dann sogar Fahrräder ins Heck passen. Praktisch für alle, die ihre Räder lieber im Fahrzeug transportieren, statt sie an die Hecktüren zu hängen.



Bilder von: Rapido Reisemobile
Bilder von: Rapido Reisemobile
Fast noch interessanter ist der Wohnbereich. Die Küche sitzt links hinter dem Fahrerhaus, gegenüber steht eine längs angeordnete Sitzbank. Wer dort Platz nimmt, schaut bei geöffneter Schiebetür direkt nach draußen. Der Stellplatz am See bekommt damit seinen Logenplatz. Dazu passt der sogenannte Slide Table: Ein Ausziehtisch, der im Küchenmöbel steckt und nur dann in den Wohnraum ragt, wenn er gebraucht wird.
Vollständig ausgefahren misst der Tisch gut 122x48 Zentimeter. Danach verschwindet er wieder im Küchenblock, ohne dass eine lose Platte verstaut werden muss oder ein Tischbein zwischen den Füßen steht. In der Sitzbank steckt außerdem ein weiterer Auszug, der bei geöffneter Schiebetür als Außentisch dient. So wird der Eingang zur kleinen Terrasse. Das ungewöhnliche Raumkonzept hat die Rapido-Gruppe zum Patent angemeldet.

Bilder von: Rapido Reisemobile

Bilder von: Rapido Reisemobile
Bei der Küche bleibt Rapido konventionell: Zweiflammkocher, Edelstahlspüle und Kompressorkühlschrank mit Gefrierfach gehören dazu. Eine ausziehbare Arbeitsflächenerweiterung, ein Gewürzregal und mehrere Schubladen sollen den Küchenalltag erleichtern. Die Schubladen besitzen eine elektrische Zentralverriegelung mit Warnfunktion beim Motorstart. Damit der erste Kreisverkehr nicht gleich die Bestecksortierung übernimmt.
Auch das Bad muss dem ungewöhnlichen Grundriss nicht weichen. Im sogenannten DuoSpace-Bad trennt eine schwenkbare Wand den Toiletten- vom Duschbereich. Die Nasszelle lässt sich so je nach Bedarf umgestalten, ohne dauerhaft Platz für eine separate Dusche zu beanspruchen. Eine Kassettentoilette mit 18 Litern Fassungsvermögen, ein Waschbecken und verschiedene Ablagen vervollständigen die kompakte Sanitärabteilung.

Bild von: Rapido Reisemobile
Der Frischwassertank fasst maximal 110 Liter, beim Abwasser stehen 85 Liter zur Verfügung. Wärme liefert eine Webasto-Dieselheizung mit vier Kilowatt Leistung, warmes Wasser ein separater Acht-Liter-Gasboiler. Damit bringt der V64 auch die Voraussetzungen für kühlere Reisetage mit. Wie behaglich es dann tatsächlich bleibt, müsste ein Praxistest klären.
Als Basis dient der Fiat Ducato mit 2,2-Liter-Diesel und 140 PS. Bei 6,36 Metern Länge, 2,05 Metern Breite und 2,63 Metern Höhe bleibt der V64 im üblichen Format dieser Kastenwagenklasse. Die zulässige Gesamtmasse beträgt in der Basisversion 3,5 Tonnen. Vier zugelassenen Sitzplätzen stehen zwei reguläre Schlafplätze gegenüber, ein zusätzlicher Schlafplatz im Fahrerhaus ist optional möglich.
Bildergalerie: Dreamer D64 Select (2026)

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Quelle: Dreamer Van
Zur Serienausstattung zählen drehbare Fahrerhaussitze, elektrische Einstiegsstufe, Fliegengitter an der Schiebetür und Rückfahrkamera. Auch ein Multimediasystem mit 6,8-Zoll-Touchscreen, Apple CarPlay und Android Auto ist an Bord. Zwei Möbelwelten und verschiedene Polsterungen bringen Auswahl ins Interieur. Für Autarkie steht optional ein Energiepaket mit einer 150-Ah-Lithiumbatterie und einem 150-Watt-Solarmodul zur Verfügung.
Mit einem Einstiegspreis von rund 71.000 Euro gehört der Rapido V64 sicherlich nicht zu den günstigsten Kastenwagen seiner Klasse. Dafür bietet er aber einen Grundriss, den man in dieser Form bislang kaum findet. Besonders das Queensbett dürfte für Paare interessant sein, die den Komfort eines größeren Wohnmobils schätzen, aber nicht unbedingt mit einem sieben oder acht Meter langen Fahrzeug unterwegs sein möchten.



Bilder von: Dreamer Van
Bilder von: Dreamer Van
Ganz allein steht der V64 mit dieser Idee nicht da. Mit dem Dreamer D64 Select gibt es innerhalb der Rapido-Gruppe ein nahezu baugleiches Schwestermodell. Der Dreamer übernimmt das ungewöhnliche Queensbett und den Slide Table, bietet aber eigene Möbeldekore und Ausstattungspakete. Als umfangreich ausgestattete Saphir-Version kostet er rund 79.000 Euro. Wer das Konzept spannend findet, hat also zumindest schon einmal zwei Kandidaten auf der Liste.
Wer beim Grundriss andere Prioritäten setzt, findet interessante Alternativen. Der Eura Mobil Vancona bietet auf Wunsch höhenverstellbare Heckbetten für zusätzlichen Stauraum und einen Tisch, der im Boden verschwindet. Noch einmal anders löst der La Strada Avanti R die Platzfrage: Er kombiniert eine große Hecklounge mit einem elektrischen Hubbett darüber. Tagsüber gehört das Heck damit dem Wohnen, nachts dem Schlafen.
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Der Rapido V64 setzt dagegen auf sein Queensbett, eine Sitzgruppe mit Aussicht und den versenkbaren Tisch. Die schmalen Durchgänge neben dem Bett bleiben ein Kompromiss, dafür entfällt das nächtliche Klettern über den Partner. Wer getrennte Einstiege schätzt, aber keine Einzelbetten möchte, findet hier einen ungewöhnlichen Ansatz.
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