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Für eine persönlichere Erfahrung

Leapmotor C10 Hybrid EV: So gut ist er im Alltag

Nach mehreren Wochen zeigen sich viel Komfort, reichlich Platz und einige ziemlich eigenwillige Details

Leapmotor C10 Hybrid EV (2026) im Dauertest, Teil 2
Bild von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
Fabian Grass Fabian Grass

Manche Autos gefallen auf den ersten Blick. Andere brauchen etwas länger. Beim Leapmotor C10 Hybrid EV war es bei mir definitiv Variante zwei. Nicht, dass ich ihn anfangs hässlich fand. Aber dieses große graue SUV stand eben da und war … grau. Nach mehreren Wochen sah die Sache erstaunlicherweise ganz anders aus.

Irgendwann erwischte ich mich sogar dabei, anderen C10 auf der Autobahn hinterherzuschauen und mir zu denken: Eigentlich ist das schon ein ziemlich schickes Ding. Die Proportionen stimmen, die schmalen Leuchten passen und insgesamt verzichtet Leapmotor erfreulicherweise auf allzu viel futuristischen Schnickschnack.

Bildergalerie: Leapmotor C10 Hybrid EV (2026) im Dauertest, Teil 2

Nur bei der Farbe bleibe ich dabei. "Canopy Grey" ist sicherlich pflegeleicht und wird niemanden verschrecken, aber Leapmotor hat mit "Glazed Green" ein ziemlich schickes Dunkelgrün im Programm. Genau das hätte ich gerne auf unserem Dauertester gesehen. Alles Geschmackssache.

Davon abgesehen hat sich der positive Eindruck nach mehreren Wochen eher verstärkt. Das gilt vor allem für den Innenraum. Nichts klappert, nichts scheppert und auch von der Software gab es während unserer Zeit mit dem C10 keine größeren Aussetzer. Kein eingefrorener Bildschirm, kein Neustart am Straßenrand. Klingt selbstverständlich, ist es bei einem derart softwarelastigen Auto aber durchaus erwähnenswert.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Mein persönliches Highlight sind weiterhin die Sitze. Diese erinnern eher an einen gemütlichen Couchsessel als an einen klassischen Autositz. Und das ist ausdrücklich positiv gemeint. Einsteigen, reinlümmeln, losfahren. Gerade auf längeren Strecken passt das ziemlich gut zum restlichen Charakter des C10.

Denn auch auf der Autobahn ist er eher Gleiter als Kurvenräuber. Das Fahrwerk bleibt angenehm komfortabel und selbst bei höherem Tempo halten sich die Windgeräusche erstaunlich zurück. Solange der Range Extender Pause macht, ist es entsprechend ziemlich ruhig im Auto.

Motor und Fahrleistungen Leapmotor C10 Hybrid EV
Antriebskonzept Elektromotor + 1,5-Liter-Benziner als Range Extender
Leistung 158 kW / 215 PS
Max. Drehmoment 320 Nm
Antrieb Hinterradantrieb
Batterie 28,4 kWh (LFP)
Elektrische Reichweite bis zu 145 km
Gesamtreichweite bis zu 974 km
Beschleunigung 0–100 km/h 7,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch (kombiniert) 16,2 kWh + 1,7 L/100 km
AC-Ladeleistung 6,6 kW
DC-Ladeleistung 65 kW

Springt der Benziner unter höherer Last an, hört man ihn dagegen schon. Dann kann er auch mal ordentlich dröhnen. Wie sich das Ganze mit leerem Akku auf einer längeren Autobahnetappe verhält, klären wir aber erst im dritten Teil. Da haben wir noch ein paar Rechnungen mit dem Antrieb offen.

Platzangebot und Kofferraum

Beim Platzangebot macht sich der üppige Radstand von 2,83 Metern bemerkbar. Mit meinen 1,93 Meter stelle ich den Fahrersitz naturgemäß ziemlich weit nach hinten. Trotzdem bleiben dahinter noch rund 25 Zentimeter Abstand zwischen Rückbank und Vorderlehne. Da können also auch größere Menschen sitzen, ohne ihre Knie anschließend beim Orthopäden abgeben zu müssen.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Auch der Kofferraum kann sich sehen lassen. Leapmotor nennt 400 Liter, mit umgelegter Rückbank werden daraus 1.375 Liter. Wir haben zusätzlich selbst das Maßband ausgepackt: Rund 1,11 Meter Breite, 70 Zentimeter Höhe und 92 Zentimeter Tiefe stehen zur Verfügung. Klappt man die Rückbank um, kommen wir auf bis zu rund 1,85 Meter Ladelänge. Ein Fahrrad verschwindet damit ohne größere Tetris-Einlage im Heck.

Eine ziemlich banale Sache hat mich dabei allerdings genervt. Einen klassischen 12-Volt-Anschluss gibt es im C10 nur vorne. Im Kofferraum? Nichts. Für unsere elektrische Kühlbox eher unpraktisch, weshalb das gute Stück kurzerhand auf der Rückbank mitfahren durfte.

Abmessungen und Kofferraum Leapmotor C10 Hybrid EV
Länge 4.739 mm
Breite (ohne Spiegel) 1.900 mm
Höhe 1.680 mm
Radstand 2.825 mm
Kofferraum 400 – 1.375 Liter
Leergewicht 1.950 kg
Zul. Gesamtgewicht 2.410 kg
Anhängelast 1.500 kg (gebremst)

Eine 230-Volt-Steckdose im Kofferraum, wie wir sie beispielsweise aus Mitsubishi Outlander oder Mazda CX-60 kennen, wäre ebenfalls nett gewesen. Die gibt es allerdings auch nicht. V2L kann der Leapmotor grundsätzlich auch. Für die Kühlbox im Kofferraum hilft das allerdings erst einmal wenig, wenn dort schlicht die passende Steckdose fehlt.

Bedienung und Ergonomie

Wer klassische Schalter liebt, wird mit dem C10 vermutlich nicht sofort warm. Leapmotor packt fast alles auf den 14,6 Zoll großen Bildschirm in der Mitte. Klima, Sitzfunktionen, Fahrzeugeinstellungen. Darüber habe ich am Anfang durchaus gemeckert. Nach ein paar Tagen wusste ich allerdings ziemlich genau, wo was versteckt ist.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Und irgendwann denkt man schlicht nicht mehr darüber nach. Dazu kommt die Sprachsteuerung, über die sich einige Funktionen ebenfalls bedienen lassen. Das macht den C10 noch lange nicht zum Musterbeispiel für perfekte Ergonomie. Es zeigt aber ganz gut, warum so ein Dauertest manchmal ein anderes Ergebnis liefert als eine zweistündige Probefahrt.

Was am ersten Tag noch nervt, kann zwei Wochen später vollkommen normal sein. Auch Lenkrad und Lenkstockhebel brauchen etwas Eingewöhnung. Leapmotor macht einige Dinge eben anders als VW, (Konzernschwester) Opel und Co. Nach ein paar Tagen funktioniert das meiste trotzdem ohne großes Nachdenken.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Infotainment ohne Smartphone-Spiegelung

Richtig kurios wird es beim Infotainment. Leapmotor setzt beim C10 ziemlich konsequent auf die eigene Software und hat dafür sogar einen eigenen App-Store ins Auto gepackt. Die Auswahl ist noch überschaubar, ein paar bekannte Kandidaten gibt es aber. Spotify zum Beispiel. Und TikTok. Ja, richtig gelesen. Android Auto und Apple CarPlay kann unser C10 nicht, TikTok dagegen schon.

Beim neueren B10 sieht die Sache inzwischen anders aus. Der unterstützt Android Auto und Apple CarPlay. Beim C10 bleibt man dagegen in der Leapmotor-Welt. Warum sich die Smartphone-Spiegelung bei dieser Generation nicht einfach nachreichen lässt, ist öffentlich nicht eindeutig geklärt. Deshalb lassen wir an der Stelle auch die Finger von irgendwelchen Hardware-Theorien.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Software mit einigen Überraschungen

Dafür entdeckt man beim Herumspielen immer wieder Funktionen, mit denen ich überhaupt nicht gerechnet hätte. Mein Lieblingsbeispiel ist die Ambiente-Beleuchtung. Normalerweise macht die eben den Innenraum bunt. Beim C10 darf sie zusätzlich beim Einparken helfen. Je näher man einem Hindernis kommt, desto schneller pulsiert das Licht durch den Innenraum und verändert dabei seine Farbe. Wirklich notwendig ist das nicht. Ich mochte es trotzdem.

Ähnlich sieht es bei den verschiedenen Chill-Funktionen aus. Der C10 kombiniert dabei Display, Sound und Beleuchtung zu kleinen Entspannungsszenarien. Natürlich haben wir das ausprobiert. Und natürlich gibt es davon auch ein Video. Dabei kratzen wir allerdings nur an der Oberfläche. Campingmodus, Guard-Modus und selbst programmierbare Routinen heben wir uns für Teil drei auf. In den Tiefen der Menüs steckt nämlich noch erstaunlich viel Zeug, das man während einer normalen Testwoche vermutlich niemals finden würde.

 

Kameras und Fahrtrekorder

Beim Einparken helfen außerdem die zahlreichen Kameras. Die 360-Grad-Darstellung ist scharf, verschiedene Perspektiven lassen sich direkt auswählen und man kann sich den C10 praktisch von allen Seiten anschauen. Bei 1,90 Meter Fahrzeugbreite nimmt man die Hilfe gerne mit. Aber die Kameras können noch mehr. Der C10 besitzt nämlich einen integrierten Fahrtrekorder.

Der kann die Bilder der Fahrzeugkameras aufzeichnen und später wiedergeben. Das entsprechende Menü sieht ein bisschen aus wie die Kommandozentrale eines sehr kleinen Überwachungsstaates. Ob man damit in Deutschland wirklich permanent alles mitschneiden sollte? Eher nicht. Und das Beste: Der Fahrtrekorder ist kein teures Extra. Genau wie die 360-Grad-Kamera steckt er bereits serienmäßig im C10.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Assistenzsysteme im Alltag

Das gilt auch für die Assistenzsysteme. Nach mehreren Wochen muss ich allerdings sagen: Die meisten davon nerven weniger, als ich anfangs erwartet hatte. Der Spurhalteassistent beispielsweise gehört nicht zu den Kandidaten, die bei jeder Fahrbahnmarkierung panisch am Lenkrad zerren.

Auch die Fahrerüberwachung hielt sich meistens angenehm zurück. Gelegentlich erschien zwar die Meldung, dass die Aufmerksamkeitserkennung eingeschränkt sei, aber insgesamt gab es deutlich weniger Gemecker als in so manch anderem Auto.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Mit dem adaptiven Tempomaten werde ich dagegen nicht ganz warm. Aktiviert wird er über den rechten Lenkstockhebel, die zusätzliche Spurführung benötigt einen weiteren Bedienschritt. Bremst man selbst, fehlt mir anschließend eine klassische Resume-Funktion. Hin und wieder bremst der C10 außerdem beherzter, als ich es getan hätte. Dramatisch war das nie. Es gehört aber zu den Dingen, die nach mehreren Wochen eben hängen bleiben.

Preis und Ausstattung

Und was kostet der Spaß? Der C10 Hybrid EV startet als Life aktuell bei 37.600 Euro. Unser Testwagen ist allerdings ein Design und steht mit 39.100 Euro in der Liste. Dazu kommen noch einmal 800 Euro für Canopy Grey. Macht 39.900 Euro plus Überführung. Dafür muss man sich durch erfreulich wenige Optionslisten kämpfen.

Motor und Fahrleistungen Leapmotor C10 Hybrid EV
Antriebskonzept Elektromotor + 1,5-Liter-Benziner als Range Extender
Leistung 158 kW / 215 PS
Max. Drehmoment 320 Nm
Antrieb Hinterradantrieb
Batterie 28,4 kWh (LFP)
Elektrische Reichweite bis zu 145 km
Gesamtreichweite bis zu 974 km
Beschleunigung 0–100 km/h 7,5 Sekunden
Höchstgeschwindigkeit 170 km/h
Verbrauch (gewichtet, kombiniert) 16,2 kWh + 1,7 L/100 km
AC-Ladeleistung 6,6 kW
DC-Ladeleistung 65 kW

Bereits der Life bringt unter anderem Panoramadach, elektrisch verstellbare Vordersitze, 360-Grad-Kamera, kabelloses Laden, das große 14,6-Zoll-Infotainment und ein 7.1-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern mit. Fahrtrekorder, Bluetooth-Schlüssel und jede Menge Assistenztechnik sind ebenfalls dabei.

Unser Design legt noch einmal nach. Beheizte und belüftete Vordersitze, Lenkradheizung, Ambiente-Beleuchtung, getönte Scheiben, elektrische Heckklappe und 20-Zoll-Räder gehören hier unter anderem dazu. Viel anzukreuzen bleibt also ohnehin nicht. Nur eine Sache wurmt mich jetzt noch mehr als vorher: Das von mir favorisierte Glazed Green kostet keinen Cent extra. Unser Grau dagegen 800 Euro.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Laden und Energieversorgung

Kommen wir zum Laden. Die 28,4-kWh-Batterie des C10 Hybrid EV ist für ein Auto mit Benziner an Bord schon ein ziemlich ordentlicher Brocken. Und anders als viele klassische Plug-in-Hybride kann der Leapmotor nicht nur an die Wallbox, sondern auch an den CCS-Schnelllader. Zu Hause geht es allerdings gemütlich zu. Mehr als 6,6 kW Wechselstrom nimmt der C10 nicht und das auch noch einphasig.

Leapmotor nennt für 30 bis 80 Prozent 3 Stunden und 50 Minuten. Von fünf auf 100 Prozent sollen 7 Stunden und 20 Minuten vergehen. Über Nacht alles kein Drama. Schnell ist aber anders. Dafür hat uns der C10 an der DC-Säule überrascht. Offiziell sollen maximal 65 kW drin sein. Unser Auto hatte darauf offenbar keine Lust und zog in der Spitze 70,2 kW.

Bilder von: Motor1.com Deutschland | F. Grass
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Leapmotor nennt 18 Minuten für den Bereich von 30 bis 80 Prozent. Gut 70 kW sind in der Elektroauto-Welt natürlich nichts, womit man heute noch am Stammtisch angibt. Für einen Range Extender mit 28,4-kWh-Akku sieht die Sache aber schon interessanter aus. Und vor allem hat man die Wahl: Habe ich Zeit, kommt Strom in den Akku. Will ich einfach weiter, übernimmt irgendwann der Benziner.

Ausblick auf Teil drei

Nach mehreren Wochen ist der C10 für mich vor allem eines geworden: ein ziemlich angenehmes Auto. Die Sitze sind genial bequem, Platz gibt es reichlich, die Verarbeitung hat auch nach längerer Nutzung nichts von ihrem guten ersten Eindruck verloren und auf der Autobahn gleitet das große SUV entspannt dahin.

Leapmotor C10 Hybrid EV (2026) im Dauertest, Teil 2
Bild von: Motor1.com Deutschland | F. Grass

Natürlich gibt es Dinge, die nerven: Der fehlende 12-Volt-Anschluss im Kofferraum bleibt unverständlich, Android Auto und Apple CarPlay hätte ich außerdem deutlich lieber als TikTok. Unterm Strich hat mich der C10 als Auto aber eher positiv überrascht. Genau deshalb wird der dritte Teil interessant.

Denn eine Frage haben wir bisher bewusst umschifft: Wie gut funktioniert die Idee hinter diesem Hybrid EV eigentlich, wenn die große Batterie wirklich leer ist? Kann der Range Extender den Ladestand auf der Autobahn tatsächlich halten? Wie sieht es dann mit Verbrauch, Geräusch und Leistung aus? Genau darum geht es im dritten und letzten Teil unseres Dauertests.