Home
Genesis
GV70
Tests
Genesis GV70 (2021) im Test: Der Kunde ist König
Gelingt der Korea-Angriff auf die deutschen Premium-Marken?

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
22. Sep. 2021 um 18:14 Uhr
Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Freviews%2F534898%2Fgenesis-gv70-2021-suv-test%2F&text=Genesis%20GV70%20%282021%29%20im%20Test%3A%20Der%20Kunde%20ist%20K%C3%B6nig&via=Motor1DE)
- Kopie
Teilen
Namen sind Schall und Rauch. Das wusste so ähnlich schon Goethe in seinem "Faust". Aber wenn es um neue Marken geht, muss die Öffentlichkeit beschallt werden. Kennen Sie Genesis? Also nicht die Kapelle um Phil Collins, sondern die neue Nobelmarke des Hyundai-Konzerns. Dort bläst man nun zum Sturm auf den umkämpften Automarkt in Westeuropa, speziell in Deutschland. Ob das erfolgreich sein kann, klärt unser erster Test des Genesis GV70.
Was ist das?
Doch zuvor müssen wir uns ein wenig in den Genesis-Stammbaum vertiefen. 2015 gegründet, ist die Marke in Ländern wie Südkorea oder den USA schon länger recht erfolgreich unterwegs. Zu uns kommt sie gleich mit mehreren Modellen. G steht dabei für Limousinen und Kombis, GV für SUVs. Je höher die nachfolgende Zahl, desto größer ist das Fahrzeug.

Genesis GV70 Sport (2021) in Mauna Red
Los geht es für 2021 mit der G70 Limousine und dem speziell für Europa entwickelten G70 Shooting Brake. Diese Baureihe im Format eines BMW 3er gibt es schon seit 2017, der Shooting Brake ist komplett neu. Gleiches gilt für den GV70, der größenmäßig mit dem BMW X3 konkurriert. Darüber rangieren die ebenfalls ziemlich neuen G80 (quasi 5er-BMW) und GV80 (quasi X5). 2022 folgen das Elektro-SUV GV60 auf Basis des Hyundai Ioniq 5 und Kia EV6 sowie ein komplett elektrischer G80. Alles klar?

Genesis GV70 (links) und G70 Limousine
Abmessungen und Innenraum
Mit der G70 Limousine befassen wir uns in einem separaten Fahrbericht, hier und heute geht es um den GV70. 4,71 Meter ist dieses SUV lang, eine Liga also wie Audi Q5, BMW X3 und Mercedes GLC. Aber im Gegensatz zu diesem Trio sieht er wirklich fantastisch aus. Ein großer Wappengrill, zudem vorne wie hinten sehr eigenständige Leuchten in zwei Streifen. Respekt!
2,87 Meter Radstand sorgen für formidable Platzverhältnisse, 542 Liter Kofferraum im Normalzustand sind ebenfalls ein "gut" im Zeugnis. Herausragend ist das überaus gelungene Cockpit mit Verarbeitung und Materialien der Spitzenklasse. Viel Leder, dazu fasst sich alles wie Metall an, was danach aussieht. Das können deutsche Marken nicht besser, manchmal sogar fühlbar schlechter.

Ein weiterer Pluspunkt gegenüber manch derzeitiger digitaler Displaywüste: Der Genesis GV70 ist leicht bedienbar und stellt den Fahrer nicht vor eine Diplomarbeit. Einziger kleiner Minuspunkt sind die beiden Drehregler für das Infotainment und die Getriebeautomatik. Sie kann man manchmal verwechseln. Dennoch: Einen so schönen Innenraum habe ich lange nicht mehr gesehen. Es muss ja nicht unbedingt das knallige rote Leder der Sport-Ausstattung von den Bildern sein.
Wie fährt er sich?
Kommen wir zu den Motoren des GV70. Zur Wahl stehen hier ausschließlich Vierzylinder: ein 2,2-Liter-Diesel mit 210 PS Leistung und ein 2,5-Liter-Turbobenziner mit 304 PS. Immer dabei ist eine 8-Gang-Automatik. Meine Entscheidung fällt auf den Selbstzünder, der hierzulande auch am populärsten werden dürfte.
Seine 440 Newtonmeter maximales Drehmoment treffen auf ziemlich genau zwei Tonnen Leergewicht. Und das merkt man beim Anfahren, wo der GV70 ein wenig träge in die Puschen kommt. Danach zieht das SUV aber anständig vorwärts (Allrad ist serienmäßig). 7,9 Sekunden auf Tempo 100 sind okay, nur 6,3 Sekunden werden von 80 auf 120 km/h benötigt. Besser macht es ein BMW X3 xDrive20d auch nicht. Für meinen Geschmack könnte lediglich die Automatik des Genesis eine Spur flotter agieren.

Fest steht: Trotz einer Sports-Ausstattung im Modellprogramm hat der GV70 keine sportlichen Ambitionen. Aber warum auch? Komfort wird groß geschrieben, sofern man nicht die 21-Zöller (Serie bei "Luxury") wählt. Sie schmälern auf kurzen Wellen das ansonsten gute Abrollverhalten.
Verbrauch und Preis
Was sagt der Verbrauch nach meiner 133 Kilometer langen Testrunde? Inklusive einiger forcierter Kilometer auf der Autobahn zeigt mir der Bordcomputer einen Schnitt von 8,7 Liter an. Genesis selbst nennt 7,4 Liter, um acht Liter dürften im Alltag realistisch sein.
Die große Stunde aller Genesis-Fahrzeuge schlägt beim Preis und den inkludierten Leistungen. Man hat eher Privatkunden im Blick, weshalb es keine Extrem-Leasingraten wie bei deutschen Herstellern geben wird. Im Gegenzug aber sind ein persönlicher Assistent, fünf Inspektionen mit Hol- und Bringservice und Ersatzwagen bei jedem Genesis inbegriffen.

Autohäuser, in denen man unfreundlich oder wie Luft behandelt wird, gibt es nicht, nur einen Showroom in München. Wer eine Probefahrt machen möchte, bekommt nach Anruf einen Genesis vor die Haustür gebracht. Die Bestellung und Kaufabwicklung erfolgt online. Vorkonfigurierte Wagen sind recht schnell erhältlich, individuelle Konfigurationen können 4 bis 6 Monate bis zur Auslieferung brauchen. Gebaut wird der GV70 in Ulsan/Südkorea.
Der Kunde ist also König. Sind die Preise auch königlich? Zum Glück nicht: Der GV70 Diesel startet bei 45.920 Euro mit bereits sehr guter Serienausstattung. Mit "voller Hütte" stehen fast genau 63.000 Euro auf der Rechnung. Zum Vergleich: Mindestens 53.700 Euro ruft BMW für einen vergleichbaren X3 auf, mit vielen Extras ist die Marke von 70.000 Euro nicht fern.
Die Konzern-Kollegen des GV70:
Kia Sorento 2.2 CRDi AWD (2021) im Dauertest, Teil 3
Tatsächlicher Verbrauch: Hyundai Santa Fe Hybrid im Test
Fazit: 8/10
Das beste SUV seiner Klasse ist der Genesis GV70 nicht. Dafür fehlt es ihm etwas an Direktheit und Motorenauswahl. Aber er ist einer der bestaussehenden Kandidaten und mit einer Liebe zum Detail im Innenraum gefertigt, die mir als Kunden das Gefühl gibt, König zu sein.
Gleiches gilt für die unzähligen im Preis inbegriffenen Serviceleistungen. Deshalb können wir jedem Audi/BMW/Mercedes-Kunden nur raten: Gönnen Sie sich mal Genesis! Und wer Angst hinsichtlich des Restwerts hat: Es gibt bei Genesis auch eine Art Auto-Flatrate mit zeitlicher Begrenzung im Programm.
Bildergalerie: Genesis GV70 (2021) im ersten Fahrbericht
Genesis
- Make: Genesis
- Model:
- URL: Genesis

20

Genesis GV70 2.2D (2021)
Motor Vierzylinder-Turbodiesel, 2.151 ccm
Leistung 154 kW (210 PS) bei 3.800 U/min
Max. Drehmoment 440 Nm bei 2.750 U/min
Antrieb permanenter Allradantrieb
Getriebeart Achtgang-Automatik
Beschleunigung 0-100 km/h 7,9 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 215 km/h
Länge 4.715 mm
Breite 1.910 mm
Höhe 1.630 mm
Kofferraumvolumen 542 - 1.678 Liter
Leergewicht 2.010 kg
Zuladung 470 kg
Anhängelast 2.500 kg (gebremst)
Verbrauch 7,4 Liter/100 km (WLTP)
Emission 195 g/km CO2, Euro 6d
Basispreis 45.920 Euro
Diesen Artikel teilen
- (https://twitter.com/intent/tweet?url=https%3A%2F%2Fde.motor1.com%2Freviews%2F534898%2Fgenesis-gv70-2021-suv-test%2F&text=Genesis%20GV70%20%282021%29%20im%20Test%3A%20Der%20Kunde%20ist%20K%C3%B6nig&via=Motor1DE)
- Kopie
Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht
AKTUELLSTE ARTIKEL
- Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro? 20 Okt. - Campingmobile
- Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn? 20 Okt. - Einzeltests
- Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ... 20 Okt. - Designstudien
- Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland 20 Okt. - Auto News
- Mercedes eröffnet neues Classic Center: Ein Blick hinter die Kulissen 20 Okt. - Historie und Oldtimer
- ADAC-Kindersitztest 2026: Zwei Modelle fallen durch 20 Okt. - Ratgeber
- BMW F 450 RR (2027): Rennstrecken-Feeling für Einsteiger 20 Okt. - Motorrad
Auch interessant

Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?

Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...

Mazda 2 Hybrid (2026) im Test: Sparwunder dank Toyota-Technik?

Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland

VW Golf GTI (2026) im Test: Genügt der Basis-GTI noch?