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Kia Ceed 1.6 T-GDI GT (2022) im Test
Ist das Facelift-Topmodell eine gute Wahl?

Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
Aktualisiert: 28. Mär. 2022 um 12:02 Uhr
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Viel Lärm um Nichts: Ob Shakespeare vor gut 400 Jahren schon an Auto-Facelifts dachte? Zu oft wird jede mikroskopische Änderung vom Hersteller zur größten Innovation seit der Erfindung des Rads hochgejubelt. Grund genug für uns Journalisten, skeptisch zu bleiben. Wie neu ist zum Beispiel der Kia Ceed des Modelljahrs 2022? Zeit für einen Test!
Was ist das?
Seit 2018 ist die dritte Generation des Kia Ceed (intern CD genannt) auf dem Markt, nun ohne Apostroph im Modellnamen. Bereits 2020 und 2021 wurde Feinschliff an dem beliebten Golf-Gegner betrieben, wichtigste Neuerung war der 1,5-Liter-Turbobenziner mit 160 PS und Mildhybrid.
Nun hat Kia auch etwas an der Optik getan, ohne freilich den kompletten Ceed auf links zu drehen. Wozu auch? Der 4,31 Meter lange Fünftürer (einen Kombi gibt es natürlich auch) sieht gefällig aus, nicht zu dynamisch, nicht zu langweilig. Und so erfolgte Kosmetik mit dem kleinen Pinsel: Der Kühlergrill ist fortan etwas anders geformt plus mehr Chrom, hinzu kamen vier weitere Außenfarben und neue Felgen.


Neu sind außerdem LED-Frontscheinwerfer mit integrierten LED-Nebelscheinwerfern und neu gestaltetem LED-Tagfahrlicht (drei pfeilförmige Module, fungieren auch als Blinker). Unser GT und die GT-Line wurden gegenüber dem Grundmodell noch stärker differenziert: Es gibt ein betont sportliches Front- und Heckdesign (beim GT durch rote Elemente akzentuiert) und neue Rückleuchten mit 48 LED-Modulen und sequenzieller Blinkerfunktion.
Und sonst? Neue Grafikvarianten im digitalen Cockpit, Online-Dienste mit zusätzlichen Funktionen, Navigation und Soundsystem sind nun in den meisten Ausstattungslinien Serie. Und wie inzwischen bei fast jedem Facelift: Neue und erweiterte Assistenzsysteme.
Innenraum und Cockpit
Sehen wir uns im Kia Ceed GT um: Sportsitze vorne mit roten Akzenten und gutem Seitenhalt. Dazu nur hier ein unten abgeflachtes Lenkrad. Besonders gut gelungen ist die Bedienung. Trotz Digitalcockpit und 10,25-Zoll-Touchscreen in der Mitte sind viele klassische Knöpfe und Schalter übriggeblieben. Danke dafür, Kia! Im Gegensatz zum VW Golf und seinen Ablegern gilt hier die Devise: Einsteigen, umschauen, losfahren.


An der Verarbeitung und den verwendeten Materialien gibt es nichts zu bekritteln, hier hat Korea längst zu Wolfsburg aufgeschlossen. 395 bis 1.291 Liter Kofferraumvolumen sind gutes Klassenniveau, einzig der Raum für die Beine im Fond ist eher ausreichend als üppig. In Reihe Eins hingegen kommt kein Gefühl der Enge auf.
Wie fährt er sich?
Die sportliche Optik des GT suggeriert Fahrspaß, den der 1,6-Liter-Turbobenziner nicht ganz so hemmungslos liefert, wie man vermutet. 204 PS und 265 Newtonmeter maximales Drehmoment zwischen 1.500 und 4.500 U/min klingen saftig, sind es aber nur maßvoll. Das stets serienmäßige 7-Gang-DCT gönnt sich gefühlt bei jedem Anfahren eine Denkpause, um dann in die Puschen zu kommen. Allerdings handelt es sich um ein Phänomen, was wir schon bei vielen Doppelkupplern feststellen mussten.
Ein Blick in den Ceed-Katalog zeigt: Bereits der 1.5 T-GDI mit 160 PS bietet mit 253 Nm kaum weniger Drehmoment, zudem gibt es ihn bei Bedarf auch manuell geschaltet. Ein dickes Lob gebührt hingegen der direkten Lenkung beim GT. In den Bereich Geschmackssache fällt der Federungskomfort. Wir empfanden ihn trotz "nur" 18 Zoll als zu straff. Interessant aber: Größere Felgen werden ab Werk nicht angeboten.

Verzichtbar ist auch die bei jedem Start präsent bollernde serienmäßige Duplex-Klappenauspuffanlage. Noch ein Wort zum Verbrauch: Wir ermittelten 7,4 Liter im Schnitt, während Kia 6,8 Liter ab Werk angibt.
Was kostet er?
Sieben Jahre Garantie und eine gute Serienausstattung gehören zum festen Repertoire der Marke Kia. Auch günstige Preise? Nun, der Ceed 1.6 T-GDI GT notiert bei 34.130 Euro, ist aber praktisch voll ausstaffiert. Wem die 160 PS des neuen 1.5 T-GDI und die Optik der dortigen GT-Line ausreichen, liegt bei 31.030 Euro. Wer gerne manuell schaltet, spart hier nochmals 2.000 Euro.
Sie möchten lieber einen normalen Ceed ohne Sport-Gedöns? Unser Geheimtipp ist die aktuell angebotene "JBL Sound Edition" des Ceed mit Navi und Zwei-Zonen-Klimaautomatik serienmäßig. 26.790 Euro für den 1500er mit DCT? Deal! Noch ein kurzer Abstecher zur Konkurrenz: Bei 29.575 Euro beginnt ein handgeschalteter VW Golf mit 150-PS-Benziner.
Weitere Modelle von Kia im Fahrbericht:
Kia Sportage (2022) im Test: Der bessere Tiguan?
Kia EV6 im Test: Besser oder schlechter als der Hyundai Ioniq 5?
Fazit: 7/10
Facelift hin, Optik her: In Verbindung mit dem DCT-Getriebe ist der 204-PS-Benziner im Kia Ceed GT nicht so dynamisch wie erhofft. Schade, dass sich Kia kein Pendant zum Hyundai i30 N mit bis zu 280 PS trauen darf. Dennoch bleibt der Ceed auch nach dem Facelift in der Summe seiner Eigenschaften eine sportlich angehauchte Alternative zum VW Golf. Eine besser durchdachte zudem.
Bildergalerie: Kia Ceed 1.6 T-GDI GT (2022) im Test
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Bild von: Fabian Grass
Kia Ceed 1.6 T-GDI GT (2022)
Motor Vierzylinder-Turbobenziner, 1.591 ccm
Leistung 150 kW (204 PS) bei 6.000 U/min
Max. Drehmoment 265 Nm von 1.500 - 4.500 U/min
Antrieb Frontantrieb
Getriebeart 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe
Beschleunigung 0-100 km/h 7,4 Sek.
Höchstgeschwindigkeit 225 km/h
Länge 4.325 mm
Breite 1.800 mm
Höhe 1.442 mm
Kofferraumvolumen 395 - 1.291 Liter
Leergewicht 1.417 - 1.517 kg (je nach Ausstattung)
Zuladung 483 kg (maximal)
Anhängelast 1.410 kg
Verbrauch 6,8 Liter/100 km (WLTP)
Emission 154 g CO2/km
Basispreis 34.130 Euro
Preis des Testwagens 35.640 Euro
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