Hongqi kommt nach Deutschland: Zwei Luxus-SUVs mit 252 PS und ordentlich Durst
Die chinesische Premiummarke bringt zwei Allrad-SUVs mit 252 PS und viel Ausstattung
Noch eine chinesische Automarke für Deutschland? Ja, aber diesmal keine junge Elektroauto-Marke, die mit viel Reichweite und einem Kampfpreis punkten möchte. Hongqi gehört zu den traditionsreichsten Automarken Chinas und will jetzt auch hierzulande Fuß fassen. Den Anfang machen zwei SUVs, die überraschenderweise beide auf klassische Benzinmotoren setzen.
Wie das Unternehmen mitteilt, übernimmt AEC Automotive Systems den offiziellen Import von Hongqi nach Deutschland. Der Importeur organisiert die Markteinführung und kümmert sich unter anderem um Homologation, Logistik sowie den Aufbau eines Händler- und Servicenetzes. Zwei Modelle stehen für den Start bereits fest: der kompakte HS3 und der größere HS5.
Bildergalerie: Hongqi HS3 (2026)
Vor dem Blick auf die beiden SUVs lohnt ein Abstecher in die Vergangenheit. Hongqi bedeutet übersetzt "Rote Fahne", gehört zum FAW-Konzern und wurde 1958 gegründet. Bekannt wurde die Marke durch ihre Staatslimousinen. Ein interessantes Exemplar ist der Hongqi CA-770, den China einst dem damaligen VW-Chef Carl Hahn schenkte. Dieses Auto steht heute in der Autostadt in Wolfsburg. Gewisse Prominenz erlangte in China auch die lokale Version des Audi 100 C3.
Auch später blieb man dem Luxus treu. Mit dem über fünf Meter langen Hongqi H9 präsentierten die Chinesen eine Art Mercedes-Maybach zu einem vergleichsweise günstigen Preis. Bei den beiden neuen Modellen geht es nicht ganz so herrschaftlich zu, auf Komfort und eine umfangreiche Ausstattung sollen die Kunden aber nicht verzichten müssen.
Den Einstieg übernimmt der Hongqi HS3. Das Mittelklasse-SUV ist 4,66 Meter lang, 1,90 Meter breit und 1,67 Meter hoch. Sein Radstand beträgt 2,77 Meter. Unter der Haube arbeitet ein 2,0-Liter-Turbobenziner mit 252 PS und 380 Nm Drehmoment. Eine Achtgang-Automatik verteilt die Kraft an alle vier Räder.
Beim Verbrauch gibt sich der HS3 weniger zurückhaltend. Laut Honqi genehmigt er sich kombiniert 8,6 Liter Benzin auf 100 Kilometer. Für unterschiedliche Fahrsituationen stehen fünf Fahrmodi bereit: Komfort, Eco, Sport, Sport+ und Individual.
Innen gibt es reichlich Komfort: Echtledersitze mit elektrischer Verstellung, Sitzheizung, Belüftung und sogar Massagefunktion. Dazu kommen mehrfarbige Ambientebeleuchtung, ein Panorama-Glasdach und großzügige digitale Displays. Welche dieser Extras am Ende zur deutschen Serienausstattung gehören, steht allerdings noch nicht fest.
Eine Nummer größer fällt der Hongqi HS5 aus. Mit 4,79 Metern Länge, 1,91 Metern Breite und 1,70 Metern Höhe legt er bei den Außenmaßen etwas zu. Der Radstand wächst auf 2,87 Meter. Beim Antrieb bleibt dagegen alles beim Alten: Auch hier arbeiten ein 2,0-Liter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 252 PS und 380 Newtonmeter Drehmoment, eine Achtgang-Automatik und Allradantrieb zusammen.
Bildergalerie: Hongqi HS5 (2026)
Beim Verbrauch wird der Abstand deutlicher. Während für den HS3 schon 8,6 Liter angegeben sind, stehen beim HS5 gleich 11,0 Liter auf 100 Kilometer im Datenblatt. Und das bei gerade einmal 13 Zentimetern mehr Außenlänge und identischer Motorleistung. Das ist auch ohne Blick auf Herkunft oder Antriebstrends ein ordentlicher Durst.
Dafür fährt der HS5 beim Komfort einiges auf. Honqi Deutschland nennt beheizte und belüftete Vordersitze, eine Sitzheizung im Fond und ein Panorama-Glasdach. Dazu kommen ein 15,6 Zoll großer zentraler Touchscreen mit 2K-Auflösung, ein digitales 10,25-Zoll-Instrumentendisplay und ein Dynaudio-Soundsystem mit zwölf Lautsprechern.
Auch der HS5 bietet fünf Fahrmodi: Sport, Eco, Comfort, Off-Road und Snow. Ein bedarfsgesteuerter Allradantrieb soll bei unterschiedlichen Straßenverhältnissen für Traktion sorgen. Welche Ausstattung die Kunden in Deutschland am Ende genau bekommen, ist allerdings noch nicht vollständig geklärt. Die endgültigen Details will Hongqi im Zuge der weiteren Markteinführung veröffentlichen.
Wer bei einer chinesischen Automarke eher an Elektromobilität denkt, muss sich noch gedulden. Hongqi kündigt weitere batterieelektrische Modelle und Plug-in-Hybride an. Mit dem Hongqi EHS5 wurde bereits ein 4,76 Meter langes Elektro-SUV für Europa vorgestellt. Ob und wann genau dieses Modell über AEC nach Deutschland kommt, bleibt allerdings offen.
Was die beiden SUVs kosten, wann die Bestellbücher öffnen und wann die ersten Autos beim Händler stehen, bleibt offen. Vorher müssen die Genehmigungen vorliegen und die deutschen Spezifikationen feststehen. Parallel arbeitet AEC am Vertriebsnetz und prüft Partner in München, Frankfurt, Berlin, Hamburg, Köln, Stuttgart und Düsseldorf.
Danach soll das Angebot schrittweise wachsen, bei den Modellen ebenso wie bei den Händlern. Hongqi plant also mehr als einen kurzen Deutschland-Ausflug. Ob zwei durstige Benziner-SUVs dafür der richtige Auftakt sind, dürfte vor allem der Preis entscheiden. Denn Ledersitze, Massagefunktion und ein großes Display sind zwar nette Argumente, doch elf Liter auf 100 Kilometer bei den aktuellen Spritpreisen muss man sich erst einmal schönrechnen.
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