Zum Hauptinhalt springen

Für eine persönlichere Erfahrung

Geely KO11 (2027): Kantiger Chinese kommt nach Europa

Der Plug-in-Hybrid mit Land-Cruiser-Anleihen soll Ende 2027 bei uns starten

Geely Project KO11 (2026)
Bild von: Geely
Fabian Grass Fabian Grass

Defender, G-Klasse oder Bronco? Geelys neuer Geländewagen weckt gleich mehrere Assoziationen. Die aufrechte Front, die breiten Radhäuser und das steile Heck gehören schließlich zum bewährten Werkzeugkasten dieser Fahrzeugklasse. Mit dem Projekt KO11 bereitet Geely nun einen solchen Plug-in-Hybrid für Europa vor.

Auf dem diesjährigen Pariser Autosalon hat Geely nun die nächste Entwicklungsstufe seines Geländewagens vorgestellt. Und das durchaus überraschend: Denn nach der Präsentation des neuen neuen Monjaro EM-i, zauberte Geely zum Abschluss seiner Pressekonferenz noch den KO11 aus dem Hut. Noch trägt der kantige Plug-in-Hybrid lediglich eine Projektbezeichnung, doch bereits Ende 2027 soll er in Europa auf den Markt kommen.

Bildergalerie: Geely Project KO11 (2026)

Die Ähnlichkeiten mit bekannten Geländewagen sind dabei kein Zufall. Land Rover Defender, Mercedes G-Klasse und Ford Bronco haben bei der Gestaltung offensichtlich Pate gestanden. Kantige Karosserie, aufrechte Front und breite Radhäuser lassen jedenfalls wenig Zweifel an der gewünschten Richtung. Wobei ein Geländewagen mit ordentlich Bodenfreiheit und viel Platz eben auch selten aussieht wie ein Sportcoupé.

Mit dem KO11 bekommt der Defender außerdem nicht zum ersten Mal Konkurrenz aus China. Auch der Denza Bao 5 von BYD schlägt mit seiner kantigen Karosserie und dem elektrifizierten Antrieb in eine ähnliche Kerbe. Offenbar haben die chinesischen Hersteller den klassischen Geländewagen wieder für sich entdeckt.

Geely Project KO11 (2026)

Geely Project KO11

Bilder von: Geely
Geely Project KO11 (2026)

Geely Project KO11

Bilder von: Geely

Den ersten Ausblick gab Geely bereits im April 2025 auf der Auto Shanghai. Die dort gezeigte Studie Galaxy Cruiser kombinierte eine kantige Karosserie mit runden Scheinwerfern, breiten Radhäusern und einem auffälligen Offroad-Auftritt. Geely stellte das Fahrzeug ausdrücklich als Prototyp vor.

Inzwischen ist daraus für den chinesischen Markt der Galaxy Zhanjian 700 geworden, der international auch als Galaxy Battleship 700 beziehungsweise Cruiser 700 bezeichnet wird. Seit Oktober diesen Jahres ist das Modell dort erhältlich. Konventionelle Türgriffe, breite Radhäuser und die aufrechte Silhouette sind geblieben. Der Abenteuer-Look wirkt inzwischen aber weniger nach Messestand und mehr nach einem Fahrzeug, das tatsächlich auf die Straße soll.

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Bilder von: Geely
Bilder von: Geely

Technisch setzt das chinesische Modell auf einen Plug-in-Hybrid-Antrieb, der je nach Version einen 1,5-Liter oder 2,0-Liter-Turbobenziner mit Elektromotoren kombiniert. Die leistungsstärkste Allradversion bringt es mit drei Elektromotoren auf beeindruckende 1.113 PS Systemleistung. Damit dürfte der kantige Koloss auch auf der Straße alles andere als behäbig unterwegs sein.

Welche Motorisierung, Batteriegröße, elektrische Reichweite und Systemleistung Geely für Europa anbieten wird, ist allerdings noch offen. Auch konkrete Preise fehlen bislang. Klar ist nur: Geely möchte den KO11 nicht als reinen Lifestyle-SUV positionieren, sondern als ernstzunehmenden Geländewagen mit moderner Antriebstechnik.

Geely Galaxy Cruiser Concept

Geely Galaxy Cruiser Concept

Bilder von: Geely
Geely Galaxy Cruiser Concept

Geely Galaxy Cruiser Concept

Bilder von: Geely

Beim Innenraum setzt Geely nicht ausschließlich auf Touchscreens. Die bisher gezeigten Bilder zeigen zahlreiche physische Bedienelemente, separate Drehregler und einen massiven Gangwahlhebel. Das passt zum Anspruch eines Geländewagens: Auf einer ausgefahrenen Piste wird ein Schalter schließlich nicht plötzlich zur schlechten Idee.

Schon beim Galaxy Cruiser Concept zeigte Geely, was technisch möglich sein könnte. Die Studie sollte mithilfe künstlicher Intelligenz selbstständig entscheiden, welcher Antriebsmodus gerade am besten passt. Je nach Fahrsituation konnte sie zwischen rein elektrischem Fahren, Hybrid- und Range-Extender-Betrieb wechseln.

Geely Project KO11 (2026)

Geely Project KO11 (2026)

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Geely Galaxy Battleship 700

Bilder von: Geely
Bilder von: Geely

Auch die Kraftverteilung auf Vorder- und Hinterachse sollte automatisch geregelt werden, um auf Asphalt ebenso gut zurechtzukommen wie abseits befestigter Straßen. Zum sogenannten AI Digital Chassis gehörten außerdem Funktionen wie Crab Walk, also nahezu seitwärts fahren, sowie das Drehen auf der Stelle.

Letzteres beherrscht beispielsweise auch der Yangwang U8 von BYD. Selbst mit einem platten Reifen sollte die Geely-Studie noch weiterfahren können. Ob diese technischen Spielereien später auch im europäischen KO11 landen, ist allerdings noch offen.

Geely Galaxy Cruiser Concept

Geely Galaxy Cruiser Concept

Bild von: Geely

Besonders kurios: Der Galaxy Cruiser sollte sogar schwimmen können. Dabei ging es nicht nur um eine Wattiefe von 800 Millimetern. Laut Geely sollte die Studie bis zu zwei Stunden auf dem Wasser bleiben und sich dabei mit mehr als 8,5 km/h fortbewegen können.

Ob solche Fähigkeiten tatsächlich den Weg in die europäische Ausführung finden, bleibt abzuwarten. Bis zum geplanten Marktstart Ende 2027 sind ohnehin noch einige Fragen zu beantworten. Die wichtigste dürfte für viele Interessenten allerdings weniger spektakulär sein als ein schwimmender SUV: Was kostet er und was kann er im Alltag?