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Jeep Compass und Jeep Renegade mit e-Hybrid-Antrieb im Kurztest
Die beiden sehr milden Vollhybrid-Modelle hinterlassen einen ziemlich positiven Eindruck ...

Manuel Lehbrink 
Von: Manuel Lehbrink
16. Mai 2022 um 19:07 Uhr
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Die Ära der reinen Verbrennerfahrzeuge ist bei Jeep weitestgehend beendet. In Deutschland wird nur noch der Jeep Gladiator mit einem unelektrifizierten 3,0-Liter-V6-Diesel, 264 PS und 600 Newtonmeter Drehmoment angeboten. Renegade, Compass, Wrangler und Grand Cherokee rollen hingegen mit der PHEV-Zusatzbezeichnung "4xe" vom Band. Aber was, wenn man keinen Plug-in-Hybrid-Antrieb möchte?
Dann kann man seit Anfang des Jahres 2022 zumindest beim Renegade und beim Compass auch auf die e-Hybrid-Modelle zurückgreifen – mit sehr mildem 48-Volt-Vollhybrid. Macht das Sinn? Wir haben beide Modelle auf einer kurzen Testfahrt ausprobieren können.
Was haben wir denn hier?
Bei beiden Modellen handelt es sich rein formell um die aktuellen Entwicklungsstände der Fahrzeuge. Heißt: Der Compass befindet sich – abgesehen vom Antrieb natürlich – technisch auf dem Stand des letzten Facelifts von April 2021. Der Renegade erhielt seine letzte tiefgreifende Überarbeitung bereits im Jahr 2018.
Den Altersunterschied merkt man dabei vor allem an den jeweiligen Infotainmentsystemen. Während der Compass mit einem 26 Zentimeter großen Full-HD-Display, schneller Software und einer tollen Menüführung punkten kann, wirkt das etwas pixelige Mäusekino im Renegade wie aus der Zeit gefallen.
Bildergalerie: Jeep Renegade e-hybrid (2022) im Test

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Aber das ist okay, denn der Renegade will mit seinem Fahrzeugkonzept auch weiterhin der kompakte Quadratisch-Praktisch-Gut-Wagen mit einem tollen Raumgefühl und authentischem Jeep-Flair bleiben. Der Compass spricht mit seinen edleren Materialien, der schicken Optik und ordentlich sowie umfangreich ausgeführten Assistenzsystemen den Segment-Durchschnitt aber vielleicht etwas eher an.
Jeep Renegade e-Hybrid Jeep Compass e-Hybrid Länge 4.236 mm 4.404 mm Breite 1.805 mm 1.874 mm Höhe 1.702 mm 1.629 mm Gewicht 1.495 kg 1.575 kg Kofferraumvolumen 438 – 1.387 l 438 – 1.387 l Anhängelast (gebremst, 12%) 1.450 kg 1.525 kg
Was steckt unter der Haube?
Der neue e-Hybrid-Antrieb für Renegade und Compass setzt sich zusammen aus einem 1,5 Liter großen Vierzylinder-Turbo-Benzinmotor mit 130 PS und 240 Newtonmeter Drehmoment sowie einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe mit integriertem 48 Volt-Elektromotor mit 15 kW (20 PS) und 55 Newtonmeter Drehmoment.
Angetrieben werden ausschließlich die Vorderräder. Für einen Jeep natürlich etwas gewöhnungsbedürftig. Um damit im meist sowieso frontgetriebenen Kompakt-SUV-Segment einen würdigen Konkurrenten im Programm zu haben aber durchaus okay. Schließlich geht es hier nicht um rekordverdächtige Offroad-Fähigkeiten, sondern darum, möglichst effizient und gleichzeitig komfortabel von A nach B zu kommen.
Und wie fährt sich der Antrieb nun?
Dazu zuerst ein Exkurs in die verschiedenen Betriebsmöglichkeiten und die Vokabeln, die sich Jeep dafür ausgedacht hat. Der E-Motor unterstützt beim Anfahren (Silent Start), bei der Energierückgewinnung (e-Coasting), bei der Erhöhung des Drehmoments an den Rädern (e-boosting) und beim Benziner im optimalen Lastzustand halten (Load Point Shift). Darüber hinaus kann das System im Stop&Go-Verkehr, beim Rangieren und insgesamt bei niedrigen Geschwindigkeiten komplett elektrisch betrieben werden. Wie lang die Strecke maximal sein könnte, kommuniziert Jeep allerdings nicht. Bei unserer Testfahrt kamen wir auf maximal 50 bis 100 Meter.
Bildergalerie: Jeep Compass e-hybrid (2022) im Test

Wir sind enttäuscht. Allerdings nur so lange, bis wir uns die Fahrparameter des Antriebs über die Hybrid-Seiten auf dem Infotainment-Display oder über Bildschirmanzeigen in der Instrumententafel anzeigen lassen. Hier lernen wir, wie oft der E-Motor doch beim Vortrieb oder Energiesparen beteiligt ist.
Die Antwort? Erstaunlich oft. Und das kommt ziemlich überraschend, denn man merkt absolut nichts davon. Selbst bei einem intensiven Leistungsabruf sind sich Hardware und Software immer reibungslos einig, wer jetzt genau was zu tun hat und wer sich wann und wie zu- oder abschalten darf. Das ist wirklich sehr gut gemacht.
Jeep Renegade e-Hybrid Jeep Compass e-Hybrid 0-100 km/h 10,0 s 10,0 s Höchstgeschwindigkeit 191 km/h 193 km/h Verbrauch (WLTP) 5,8 – 6,2 l/100km 5,7 – 6,1 l/100km Emissionen (WLTP) 131 – 141 g/km 129 – 139 g/km
Performance-Wunder darf man allerdings nicht erwarten. Obwohl das 7-Gang-DSG deutlich zackiger arbeitet als die 6-Gang-Automatik der PHEV-Versionen. Zusammen mit den etwas gefühllosen Lenkungen und den sehr weichen Fahrwerken passen Spritspar-Ambitionen aber deutlich besser zu beiden Modellen als wilde Fahrmanöver. Und das gelingt – wenn auch hauptsächlich bei Stadt- und Landstraßenverkehr.
Auf der Autobahn wird vor allem er unaerodynamische Renegade schnell trinkfreudig. Trotzdem: Wenn Sie nicht gerade mit einem rohen Ei unter dem Gaspedal unterwegs sein wollen, wird die Wahrheit jeweils irgendwo bei 7 bis 7,5 l/100km liegen.
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Und was kostet mich das jetzt?
Auf eine Förderung darf man, anders wie bei den 4xe-Modellen, nicht hoffen. Aber damit ist ab Ende des Jahres dann wohl eh Schluss. Der Renegade e-Hybrid beginnt in der Ausstattungslinie "Limited" bei 31.700 Euro, der Compass e-Hybrid kostet in der gleichnamigen Linie mit mindestens 39.600 Euro bedeutend mehr.
Dafür gibt's aber auch das neuere Auto, mehr Ausstattung, mehr Komfort und die für viele vielleicht etwas unjeepigere und damit gefälligere Optik. Beide Modelle sind dann noch in "Upland" und "S" erhältlich. Jeweils teurer, aber mit umfangreicherer Serienausstattung.
Jeep Renegade e-Hybrid Jeep Compass e-Hybrid Limited 31.700 Euro 39.600 Euro Upland 34.700 Euro 42.100 Euro S 36.700 Euro 44.100 Euro
Fazit: 7,5/10
Nach anfänglicher Skepsis müssen wir sagen, dass der e-Hybrid-Antrieb erstaunlich gut zu den beiden kompakten Jeep-Modellen passt. Er bleibt unauffällig und spart trotzdem Sprit. Man muss sich also im Prinzip nur die Frage stellen, ob man den eher praktischeren und klassischer aussehenden Renegade oder den schickeren, moderneren und komfortableren Compass bevorzugt. Eine Berechtigung haben jedenfalls beide.
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