Honda Fireblade 2027: Honda krempelt die Technik der Superbike-Ikone um
Honda überarbeitet die Fireblade grundlegend und ergänzt eine HRC Works Edition als Basis für die Superbike-WM
Honda stellt die CBR1000RR-R Fireblade zum Modelljahr 2027 grundlegend neu auf. Rund 75 Prozent der Bauteile hat der Hersteller nach eigenen Angaben neu entwickelt. Neben Änderungen an Rahmen, Schwinge und Motor bekommt das Superbike einen Titan-Tank. Außerdem ergänzt eine HRC Works Edition die bisherige Auswahl aus Standardmodell und SP.
Die neue Variante dient als Homologationsmodell für die Superbike-Weltmeisterschaft. Honda stattet sie mit eigenen Aerodynamikbauteilen, mechanisch einstellbarem Öhlins-Fahrwerk und Brembo-Bremsen aus. Eine Straßenzulassung ist unter Berücksichtigung der jeweiligen nationalen Vorschriften vorgesehen. Die Premiere der neuen Baureihe findet auf der EICMA in Mailand statt.
Weniger Seitensteifigkeit, leichterer Rahmen
Beim neuen Aluminium-Brückenrahmen reduziert Honda die seitliche Steifigkeit gegenüber dem Vorgänger um 20 Prozent, während die Torsionssteifigkeit erhalten bleibt. Dazu tragen ein vergrößerter Luftdurchlass im Lenkkopf und separate, angeschraubte Halterungen für die Motorzylinder bei. Die Änderungen sollen das Einlenken und die Rückmeldung vom Reifen verbessern.
Ein Gussverfahren mit gezielt angepassten Wandstärken erlaubt stellenweise nur zwei Millimeter starkes Material. Der Rahmen von Fireblade und Fireblade SP wiegt dadurch 440 Gramm weniger. Auch die Aluminiumschwinge fällt seitlich nachgiebiger aus. Honda nennt hier zwölf Prozent weniger Steifigkeit bei unveränderter Torsionssteifigkeit. Der Durchmesser der Schwingenachse sinkt von 20 auf 17 Millimeter.
Die Standard-Fireblade behält ihre Showa-Big-Piston-Gabel und das BFRC-lite-Federbein. Die SP setzt weiterhin auf elektronisch geregelte Öhlins-Komponenten mit Smart-EC-3.0-Technik. Für beide Varianten passt Honda die Dämpfungsabstimmung an. Sie soll sowohl auf der Rennstrecke als auch beim Überfahren von Unebenheiten im Straßenbetrieb Vorteile bringen.
Variable Ansaugtrichter für den Reihenvierer
Der flüssigkeitsgekühlte Reihenvierzylinder mit 999 cm³ erhält zweistufige Ansaugtrichter. Eine solche Lösung setzt Honda erstmals bei einem Serienmotorrad ein. Ab 11.750 U/min hebt sich der obere Teil vom unteren ab und verändert so die wirksame Länge und den Querschnitt des Ansaugwegs. Das soll die Leistungsentfaltung bei niedrigen und mittleren Drehzahlen verbessern, ohne die Leistung obenherum einzuschränken.
Zudem verfeinert Honda die elektronische Drosselklappensteuerung mit zwei Stellmotoren. Sie soll Gasannahme, Motorbremse und den Übergang vom Verzögern zum Beschleunigen präziser steuern. Bei der SP sparen Magnesiumbauteile, darunter die Zylinderkopfhaube, mehr als 200 Gramm. Konkrete Leistungs- und Drehmomentwerte nennt die vorliegende Mitteilung noch nicht.
Zur Gewichtsreduzierung trägt außerdem ein Titan-Tank bei. Anders als bei den entsprechenden Fireblade-SP-Modellen von 2017 benötigt er keine zusätzliche Kunststoffabdeckung mehr. Bei der neuen SP bleiben Teile der Titanoberfläche sichtbar und erhalten einen von Hand ausgeführten Schliff.
HRC Works Edition mit Carbon und Rennsport-Kit
Die ausschließlich als Einsitzer ausgelegte HRC Works Edition bekommt Frontwinglets, einen vorderen Kotflügel und eine hintere Luftkanalverkleidung aus kohlefaserverstärktem Kunststoff. Dazu kommen eine mechanisch einstellbare Öhlins-NPX-Gabel, ein TTX36-Federbein und Brembo-Hypure-Sports-Bremskomponenten.
Für den Renneinsatz bietet Honda ein HRC-Kit an. Es umfasst unter anderem eine Einspritz- und Zündsteuerung sowie ein Schaltsystem mit ganz unten liegendem Leerlauf. Der Einbau lässt die Herstellergarantie entfallen. Alle Varianten nutzen außerdem recycelte Kunststoffe und eine Scheibe aus dem pflanzenbasierten Kunststoff Durabio. Preise und konkrete Marktstarttermine nennt Honda noch nicht.
Quelle: Honda
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