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Ducati Panigale V4 (2027): Noch schneller, noch extremer

Mehr Leistung, ein überarbeitetes Fahrwerk und neue Elektronik machen Ducatis Superbike für 2027 noch schneller

Ducati Panigale V4 (2027)

Bild von: Ducati

Christopher Otto Christopher Otto

Von: Christopher Otto

19. Okt. um 09:49 Uhr

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218 PS, bis zu 15.000 Umdrehungen und jede Menge Rennsporttechnik. Ducati hat die Panigale V4 für das Modelljahr 2027 überarbeitet. Dabei geht es den Italienern weniger um spektakuläre Leistungszuwächse als um schnellere Rundenzeiten. Auf der Rennstrecke von Vallelunga soll die neue Generation bereits vier Zehntelsekunden pro Runde schneller sein als ihre Vorgängerin.

Erst 2024 präsentierte Ducati die siebte Generation seines Superbikes. Nun folgt bereits die nächste Entwicklungsstufe. Motor, Fahrwerk, Aerodynamik und Elektronik erhalten gezielte Verbesserungen, mit denen die Panigale V4 vor allem beim Bremsen, Einlenken und Herausbeschleunigen zulegen soll. Und das, obwohl die bisherige Version bereits zu den leistungsfähigsten straßenzugelassenen Superbikes gehört.

Bildergalerie: Ducati Panigale V4 (2027)

Ducati Panigale V4 (2027)

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Quelle: Ducati

218 PS und 15.000 Umdrehungen

Am bekannten 1.103 Kubikzentimeter großen Desmosedici-Stradale-V4 hält Ducati fest. Allerdings haben die Ingenieure die Ansaugung, die Abgasanlage und den Schmierkreislauf überarbeitet. Das verbessert den Gasdurchsatz und reduziert mechanische Verluste. Im Ergebnis steigt die Leistung von 216 auf 218 PS bei 13.500 U/min. Das maximale Drehmoment beträgt weiterhin 120,6 Nm bei 11.000 U/min.

Zwei zusätzliche PS klingen zunächst wenig spektakulär. Interessanter ist allerdings, was Ducati im oberen Drehzahlbereich verändert hat. Zwischen 12.000 und 14.000 U/min legt der V4 spürbarer zu. Bei 13.000 U/min stehen beispielsweise 3,5 PS mehr zur Verfügung. Der vergrößerte Lufteinlass soll bei 300 km/h außerdem einen zusätzlichen Leistungsgewinn von 1,3 PS ermöglichen.

Ducati Panigale V4 (2027)

Bild von: Ducati

Noch wichtiger dürfte die angehobene Drehzahlgrenze sein. In den Gängen zwei bis fünf dreht der Motor nun bis 15.000 U/min, also 500 Touren höher als bisher. Gleichzeitig verlängert Ducati die Sekundärübersetzung von 16/41 auf 17/42. Dadurch lassen sich einzelne Gänge länger nutzen. Auf der Rennstrecke von Vallelunga spart das laut Hersteller zwei Gangwechsel pro Runde.

Wer noch mehr möchte, kann zum neuen Akrapovič Full Racing Exhaust PRO greifen. Die ausschließlich für den Rennstreckeneinsatz gedachte Komplettanlage steigert die Motorleistung um weitere elf PS und das Drehmoment um sieben Newtonmeter. Gleichzeitig reduziert sie das Gewicht um 6,6 Kilogramm.

Weniger Rahmensteifigkeit für mehr Grip

Die vielleicht spannendste Änderung betrifft allerdings das Fahrwerk. Ducati hat den sogenannten Front Frame überarbeitet und dessen seitliche Steifigkeit um zwölf Prozent reduziert. Das klingt zunächst widersprüchlich, schließlich gilt ein besonders steifer Rahmen oft als Voraussetzung für präzises Fahrverhalten.

Ducati Panigale V4 (2027)

Bild von: Ducati

Bei extremen Schräglagen übernimmt allerdings auch der Rahmen einen Teil der Federungsarbeit. Eine gezielt nachgiebigere Konstruktion kann deshalb helfen, den Kontakt zwischen Vorderreifen und Asphalt zu verbessern. Ducati verspricht mehr Rückmeldung beim Einlenken, zusätzlichen Grip und höhere Kurvengeschwindigkeiten.

Durch die geänderte Sekundärübersetzung verkürzt sich außerdem der Radstand um acht Millimeter. Das soll die Panigale bei schnellen Richtungswechseln handlicher machen. Die V4 S erhält zusätzlich verstellbare Lenkerstummel für den Rennstreckeneinsatz. Sie lassen sich um zehn Millimeter anheben und sollen dadurch die Kontrolle beim harten Bremsen und Umlegen verbessern.

Ansonsten bleibt es bei hochwertiger Technik. Die Panigale V4 S verfügt über elektronisch geregelte Öhlins-Federelemente mit Smart-EC-3.0-Steuerung, geschmiedete Aluminiumräder und Brembo-Hypure-Monoblocksättel. Dazu kommen Pirelli Diablo Supercorsa V4 mit einem 200/60er-Hinterreifen.

Ducati Panigale V4 (2027)

Bild von: Ducati

Auch die Aerodynamik wurde angepasst. Neue Winglets in Doppeldeckeranordnung sollen den Luftwiderstand des vergrößerten Ansaugbereichs kompensieren und gleichzeitig die aerodynamische Effizienz verbessern.

Die Elektronik denkt jetzt noch weiter mit

Bei der elektronischen Unterstützung entwickelt Ducati zwei besonders interessante Systeme weiter. Das erste nennt sich Dynamic Engine Brake, kurz DEB. Es ersetzt die bisherige Motorbremsregelung und passt die Bremswirkung des Motors dynamisch an die aktuelle Belastung des Hinterreifens an.

Dafür nutzt Ducati den sogenannten Vehicle Observer, ein komplexes Berechnungsmodell, das zahlreiche Fahrzustände erfasst und daraus die verfügbare Haftung abschätzt. Die Motorbremse soll dadurch beim Anbremsen und Einlenken besser dosierbar sein.

Neu ist außerdem die Race Brake Control. Sie bezieht das Hinterrad gezielter in die Verzögerung ein und soll insbesondere bei sehr späten Bremspunkten helfen. Im Zusammenspiel mit der dynamischen Motorbremse verspricht Ducati mehr Stabilität und eine bessere Kontrolle beim Einlenken.

Ducati Panigale V4 (2027)

Bild von: Ducati

Natürlich bleiben auch die bekannten Assistenzsysteme an Bord. Dazu zählen Traktionskontrolle, Wheelie Control, Slide Control, Launch Control und der Quickshifter Ducati Quick Shift 2.0. Ein sechsachsiges Inertialsystem liefert die notwendigen Daten.

Bedient wird die Elektronik über ein 6,9 Zoll großes TFT-Display im ungewöhnlich breiten 8:3-Format. Fünf Fahrmodi von Wet bis Race A stehen zur Verfügung.

Elf Farben und sogar Lamborghini-Lackierungen

Neben der Technik erweitert Ducati auch die Individualisierungsmöglichkeiten. Erstmals wird die Panigale V4 S Bestandteil des Programms Ducati Factory Made. Käufer können ihr Motorrad damit direkt im Werk in Borgo Panigale nach eigenen Vorstellungen konfigurieren lassen.

Zur Auswahl stehen elf Farben, darunter fünf Farbtöne aus dem Ad-Personam-Programm von Lamborghini. Dazu kommen die speziellen Lackierungen Performance und Corse. Auch verschiedene technische Komponenten lassen sich direkt ab Werk montieren.

Ducati Panigale V4 (2027)

Bild von: Ducati

Dazu gehören beispielsweise die optionalen Bremsanlagen Front Brake PRO und PRO+, eine STM-Trockenkupplung sowie verstellbare Fußrasten. Ducati möchte damit Kunden ansprechen, die ihre Panigale ohnehin mit hochwertigem Zubehör ausstatten würden.

Ab März 2027 beim Händler

Die neue Panigale V4 kommt in zwei Versionen. Das Basismodell wiegt fahrfertig ohne Kraftstoff 191 Kilogramm und verfügt über eine voll einstellbare 43-Millimeter-Showa-Gabel, ein Sachs-Federbein und konventionelle Leichtmetallfelgen.

Die Panigale V4 S bringt unter denselben Bedingungen 187 Kilogramm auf die Waage. Den Gewichtsvorteil erreicht sie unter anderem durch geschmiedete Aluminiumfelgen und eine Lithiumbatterie. Hinzu kommt das elektronisch geregelte Öhlins-Fahrwerk.

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Die neue Ducati Panigale V4 kommt im März 2027 zu den europäischen Händlern. In Deutschland beginnen die Preise bei 28.690 Euro für das Basismodell und 35.990 Euro für die besser ausgestattete V4 S. Damit verteuert sich die Panigale gegenüber der bisherigen Version um 500 beziehungsweise 700 Euro. Hinzu kommen jeweils 305 Euro Liefernebenkosten.

Wer seine V4 S über das neue Factory-Made-Programm individualisiert, kann den Preis mit Sonderlackierungen und zusätzlichen Rennsportkomponenten allerdings noch deutlich nach oben treiben.

Quelle: Ducati

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