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Für eine persönlichere Erfahrung

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile von Mercedes

Schon lange setzt der Heilige Vater auf den Stern, besonders bekannt sind die G-Klassen mit Kanzel

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic
Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Vermutlich jeder kennt die sogenannten "Papamobile", mit denen der Papst in der Öffentlichkeit unterwegs ist. Seit dem Jahr 1930 verbindet Mercedes und den Vatikan eine kontinuierliche Zusammenarbeit bei der Bereitstellung von Repräsentations- und Nutzfahrzeugen für den Heiligen Stuhl.

Diese außergewöhnliche Fahrzeuggeschichte steht derzeit im Mittelpunkt der Ausstellung "Mercedes-Benz: A Century of Popemobiles", die bis zum 31. Januar 2027 im Vatikan in einem Glaspavillon nahe der Pinakothek zu sehen ist. Acht historische Automobile von Mercedes dokumentieren dort die Entwicklung von der klassischen päpstlichen Repräsentationslimousine bis hin zum eigens konstruierten Papamobil.

Bildergalerie: Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile von Mercedes

Mercedes Nürburg 460 (W 08), 1930

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic

Mit dem Nürburg 460 begann 1930 die besondere Verbindung zwischen Mercedes-Benz und dem Vatikan. Die Pullman-Limousine mit 4,6-Liter-Achtzylindermotor wurde für Papst Pius XI. umfassend im Innenraum angepasst. Zu den Besonderheiten gehören ein Einzelsitz für den Pontifex mit hochwertigem Seidenbrokat, ausgewählte Hölzer und Metalle sowie ein kunstvoll gestalteter Dachhimmel.

Mercedes 300 d Landaulet (W 189), 1960

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic

30 Jahre später erhielt Papst Johannes XXIII. ein 300 d Landaulet. Dessen Radstand ist gegenüber dem Serienfahrzeug verlängert, die hinteren Seitenscheiben lassen sich für öffentliche Auftritte vollständig herausnehmen. Beim Öffnen der Fondtüren fahren Trittstufen automatisch aus. Der zentral angeordnete Sitz des Papstes ist elektrisch verstellbar, und Bedienelemente unter anderem für Klimatisierung und Funk sind direkt vom Fond aus erreichbar.

Mercedes 600 Pullman-Landaulet (W 100), 1965

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic

Das 600 Pullman-Landaulet wurde im Herbst 1965 an Papst Paul VI. übergeben. Für den Einsatz im Vatikan erhielt das Repräsentationsfahrzeug zahlreiche Sonderausstattungen: Die hinteren Türen wurden verbreitert, das Dach im Fond angehoben und ein individuell verstellbarer Einzelsitz eingebaut. Zur Ausstattung gehören außerdem ein Kühlsystem und eine Sprechanlage zur Kommunikation mit dem Fahrer.

Mercedes 300 SEL Pullman (W 109), 1967

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic

Die 1967 während der Amtszeit von Paul VI. an den Vatikan gelieferten 300 SEL Pullman-Limousinen wurden gegenüber den Serienfahrzeugen um 650 Millimeter verlängert und verfügen über größere Fondtüren. Anders als die Landaulets dienten die sechssitzigen Fahrzeuge vor allem dem Transport hochrangiger Gäste des Vatikans.

Mercedes 230 G (W 460), 1980, und 230 GE "Papamobil", 1982

Der Mercedes 230 G wurde für den Deutschlandbesuch von Papst Johannes Paul II. im Jahr 1980 entwickelt und prägte ein vollkommen neues Fahrzeugkonzept. Den Fond überdeckt eine hohe transparente Kuppel, die den Papst vor Witterung schützt und zugleich eine gute Sichtbarkeit ermöglicht.

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic

Die G-Klasse mit langem Radstand erhielt eine perlmuttfarbene Lackierung, goldfarbene Zierelemente und einen weißen Innenraum. Klimatisierung und die Beleuchtung des Fondbereichs sind auf die besonderen Einsatzbedingungen abgestimmt. Außerdem entstand nach dem Anschlag auf den Papst im Jahr 1981 ein zweites, identisches Fahrzeug mit Panzerung auf Basis des Mercedes 230 GE.

Mercedes S 500 lang Landaulet (Baureihe 140), 1997

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile
Bild von: Mercedes-Benz Classic

Die Amtszeit von Papst Johannes Paul II. ist medial stark mit dem "Papamobil" auf Basis der G-Klasse verbunden. Mercedes-Benz baute in dieser Zeit zusätzlich ein klassisches Landaulet auf Basis der S-Klasse für den Heiligen Vater. Das Fahrzeug, ein S 500 lang der Baureihe 140, wurde 1997 dem Vatikan übergeben. Es ist unter anderem mit elektrohydraulischem Verdeck und einem besonders viel Platz bietenden Einzelsitz im Fond ausgestattet.

Mercedes ML 430 "Papamobil" (W 163), 2002

Mit dem ML 430 übertrug Mercedes-Benz im Jahr 2002 das Konzept der G-Klasse als Papstfahrzeug auf die M-Klasse. Die transparente Kuppel wurde dabei gestalterisch stärker in die Sonderkarosserie integriert. Große Fensterflächen umgeben den Sitz des Pontifex. Papst Johannes Paul II. nutzte das Fahrzeug erstmals beim Weltjugendtag 2002 in Toronto. Wie die vorherige G-Klasse ist auch diese M-Klasse perlmuttfarben lackiert und mit einem weißen Innenraum ausgestattet.

Mercedes ML 500 "Papamobil" (W 166), 2012

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile

Ausstellung im Vatikan: Ein Jahrhundert Papamobile

Bild von: Mercedes-Benz Classic

Im Dezember 2012 wurde dem Vatikan ein ML 500 übergeben. Das von Papst Benedikt XVI. genutzte Fahrzeug entwickelte das bekannte Konzept weiter. Die transparente Fondkonstruktion wurde vergrößert und erleichtert damit den Einstieg. Zugleich sorgt eine größere Glasfläche für noch bessere Sicht auf den Papst. Der Innenraum erhielt ein überarbeitetes Beleuchtungskonzept.