Dieser Kei-Camper ist alles andere als gewöhnlich
Zum 60. Geburtstag von "Thunderbirds" entsteht ein ungewöhnlicher Kei-Camper auf Daihatsu-Hijet-Basis
Zum 60. Geburtstag der berühmten TV-Serie "Thunderbirds" baut Direct Cars einen ziemlich speziellen Kei-Camper. Nur sechs Exemplare entstehen, inklusive roter Räder, großer "2" und reichlich Retro-Sci-Fi im Innenraum. Viel kleiner als das Original, aber vermutlich deutlich einfacher auf einem normalen Campingplatz unterzubringen.
Japan, Popkultur und ziemlich schräge Autos passen bekanntlich ganz hervorragend zusammen. Wer sich davon selbst überzeugen will, kann beispielsweise mit einem Toyota Crown durch Tokio fahren. Noch spezieller wird es aber bei Direct Cars: Der japanische Camper-Spezialist hat einen Mini-Camper aufgelegt, der sich optisch ziemlich eindeutig an Thunderbird 2 orientiert.
Bildergalerie: Kei-Camper aus Japan im Thunderbird-2-Look
Falls es beim Namen gerade nicht klingelt: "Thunderbirds" ist eine britische Science-Fiction-Serie von Gerry und Sylvia Anderson. Berühmt wurde die Animationstechnik mit speziellen Marionetten. Die erste Folge lief am 30. September 1965. Im Mittelpunkt steht die Organisation "International Rescue", die mit futuristischen Maschinen zu Rettungseinsätzen ausrückt. Thunderbird 2 ist dabei das große grüne Transportflugzeug. Genau dessen Optik findet sich jetzt auf einem ziemlich kleinen Camper wieder.
Die Basis liefert ein Daihatsu Hijet Truck. Darauf sitzt ein kompakter Wohnaufbau, der außen komplett auf "International Rescue" macht: tiefes Grün, gelbe Akzentlinie, rote Räder, große "2"-Markierungen sowie Thunderbird- und IR-Logos. Auf den Bildern wirkt das erstaunlich stimmig. Irgendwo zwischen Kei-Truck, Wohnkabine und rollendem Modellbausatz.

Dass Autos und Popkultur in Japan ohnehin ziemlich eng zusammengehören, zeigt auch der Toyota Sprinter Trueno AE86, der durch "Initial D" weit über die eigentliche Autoszene hinaus bekannt wurde. Beim Thunderbird-Camper kommt nun britische TV-Nostalgie auf japanischer Miniatur-Basis dazu.
Ganz neu ist die Idee eines rollenden Film- oder Serienhelden bei Wohnmobilen allerdings nicht. Mit dem offiziellen Star-Wars-Camper auf Fiat-Ducato-Basis gab es zuletzt bereits einen deutlich größeren Vertreter dieser ziemlich speziellen Gattung. Der Direct-Cars-Ausbau geht allerdings einen anderen Weg: weniger Raumkreuzer, mehr Miniatur-Charme.
Direct Cars lässt es dabei nicht bei ein paar Aufklebern bewenden. Im Innenraum dominieren Silber und Grau, dazu kommen rote Sitzpolster und reichlich indirekte Beleuchtung. Das Ganze erinnert tatsächlich eher an eine kleine Kommandozentrale als an den klassischen Camper mit Holzdekor und beigefarbenen Polstern.
Trotz der ganzen Show soll das Fahrzeug aber tatsächlich als richtiger Mini-Camper funktionieren. An Bord befinden sich unter anderem ein DC-Klimagerät, ein Kühlschrank, verschiedene Stromanschlüsse und Stauraum. Geschlafen wird außerdem im Alkoven über dem Fahrerhaus. Viel Platz bleibt naturgemäß nicht.
Für einen längeren Aufenthalt mit zwei Erwachsenen dürfte man sich trotzdem gut überlegen, wie viel Gepäck wirklich mitmuss. Ein großer Kleiderschrank ist bei diesem Grundriss eher nicht zu erwarten. Dafür bringt der kleine Camper etwas mit, das vielen größeren Reisemobilen fehlt: eine ziemlich unverwechselbare Persönlichkeit.
Premiere feierte das Sondermodell Ende September auf der Yokohama Camping Car Show 2026. Einfach zum Händler gehen und einen bestellen, funktioniert allerdings nicht. Direct Cars baut gerade einmal sechs Exemplare, die per Losverfahren vergeben werden. Bewerbungen sind vom 26. September 2026 bis zum 28. Februar 2027 möglich. Erst danach entscheidet sich, wer tatsächlich einen der Mini-Thunderbirds kaufen darf. Einen Preis nennt Direct Cars bislang nicht.
Damit dürfte das kleine Wohnmobil am Ende eher Sammlerstück als Camping-Massenware werden. Schon die geringe Stückzahl macht aus dem Hijet-Ausbau ein ziemlich exklusives Vergnügen. Ob er sich im Alltag wirklich als Reisemobil bewährt, hängt dabei weniger vom Auftritt als von den üblichen Kei-Camper-Fragen ab: Wie viel Stauraum bleibt, wie angenehm ist das Schlafen und wie lange hält man es im kleinen Innenraum aus?
Rational betrachtet ist es natürlich einfach ein Hijet mit Wohnkabine. Mit grüner Lackierung, roten Rädern und einer großen weißen "2" darauf sieht die Sache aber sehr viel interessanter aus. Dieser Camper will nicht der praktischste, geräumigste oder günstigste Vertreter seiner Klasse sein. Er will aussehen wie Thunderbird 2.
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