Home

News

Technik

Kein Bildschirm, keine Probleme: Europas günstigstes E-Auto besinnt sich aufs Wesentliche

Der neue Dacia Spring verzichtet im Basismodell komplett auf den Zentralbildschirm und das ist völlig in Ordnung

2027 Dacia Spring base model

Bild von: Dacia

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

10. Sep. um 11:02 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Keine Lust mehr auf Bildschirme? Die günstigste Version des neuen Dacia Spring verzichtet in der Mittelkonsole tatsächlich komplett darauf. Bevor man Renaults Billigmarke nun vorwirft, endgültig auf Nokia-3310-Niveau zurückzufallen: Ganz so ist es natürlich nicht.

Beim Basis-Spring lässt sich das Smartphone mit dem Auto verbinden – und wird damit praktisch zum Infotainmentsystem. Warum Geld für ein weiteres Display ausgeben, wenn man ohnehin ein funktionierendes in der Tasche hat?

Es ist eine typisch pragmatische Dacia-Lösung. Der Einstiegs-Spring kommt mit dem System Media Control, das das Smartphone für Navigation, Musik, Radio, Telefonate und weitere Multimedia-Funktionen nutzt. Auf dem Armaturenbrett gibt es eine eigene Halterung für das Handy, während sich wichtige Funktionen über Tasten am Lenkrad bedienen lassen, ohne ständig auf dem Gerät herumzutippen. Anders gesagt: Dacia hat den Infotainment-Bildschirm nicht vergessen. Die Marke hat nur entschieden, dass man ihn selbst mitbringen soll.

Und bevor jemand glaubt, das sei eine radikal neue Idee, die eigens für die zweite Spring-Generation entwickelt wurde: Dacia macht das schon seit einiger Zeit. Media Control ist seit mehreren Jahren auch in Einstiegsversionen anderer Modelle erhältlich. Die Idee ist immer dieselbe: das Cockpit einfach halten, Hardware nutzen, die der Kunde bereits besitzt, und keinen Aufpreis für einen Bildschirm verlangen, den er womöglich gar nicht braucht.

2027-dacia-spring-base-model-2

2027 Dacia Spring Basismodell ohne Zentraldisplay

Foto: Dacia

Das Konzept ohne Zentralbildschirm ist nicht neu

Dacia hat dieses Prinzip nicht erfunden; Volkswagen hatte vor vielen Jahren beim up! eine ähnliche Lösung. Und auch Fiat handhabt die Dinge beim Panda ohne zentrales Display. Natürlich gibt es Nachteile. Verliert man das Smartphone, ist der Akku leer oder liegt es zu Hause, ist plötzlich auch das Infotainmentsystem verschwunden. Und manche Käufer werden verständlicherweise lieber einen fest ins Armaturenbrett integrierten Bildschirm haben wollen.

Für ein günstiges Elektroauto hat Dacias Ansatz aber etwas erfrischend Ehrliches. Die Branche hat jahrelang Displays immer größer, zahlreicher und schwerer vermeidbar gemacht. Dacia sagt im Grunde: Sie haben schon einen Bildschirm. Nutzen Sie diesen. Außerdem verhindert das, dass der Innenraum des Spring zur nächsten rollenden Elektronik-Ausstellung wird.

Für Käufer, denen ein bezahlbares Elektroauto wichtiger ist als ein riesiges Display im Sichtfeld, muss das nicht einmal ein Kompromiss sein. Apropos bezahlbar: Für Deutschland haben die Rumänen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung dieses Textes noch keine Preise genannt. Der neue Spring startet in Frankreich jedoch bei 17.900 Euro, die nächsthöhere Ausstattung beginnt bei 19.400 Euro. 

Wer beim Einstiegsmodell bleibt, spart also 1.500 Euro und bekommt dennoch einiges an Ausstattung. Das sieben Zoll große digitale Kombiinstrument ist serienmäßig, ebenso elektrische Fensterheber vorn, Klimaanlage, elektrische Parkbremse und elektrisch verstellbare Außenspiegel. Was auf den ersten Blick wie Leichtmetallräder aussieht, sind tatsächlich 15-Zoll-Stahlräder mit zweifarbigen Radkappen.

studie-zeigt-beifahrer-displays-unbeliebt

2027 Dacia Spring Basismodell ohne Zentraldisplay

Foto: Dacia

Zurück zum Wesentlichen

Der fehlende Bildschirm ist nicht die einzige Änderung im Innenraum, denn das Basismodell verzichtet auch auf den Startknopf und setzt stattdessen auf einen klassischen Schlüssel. Beide Ausstattungen haben hintere Ausstellfenster statt versenkbarer Scheiben – eine Lösung, die sich der Spring mit seinem technischen Zwilling, dem Renault Twingo, teilt. Wir vermuten, dass auch der kommende Nissan Pixo ein identisches Konzept übernehmen wird, schließlich basiert er auf derselben Grundlage wie Spring und Twingo.

Da es sich um ein in der streng regulierten EU verkauftes Auto handelt, bringt der Spring zahlreiche Sicherheits- und Assistenzsysteme mit: Spurhalteassistent, Spurverlassenswarner, kamerabasierte Müdigkeits- und Aufmerksamkeitsüberwachung, Verkehrszeichenerkennung, Berganfahrhilfe und Reifendruckkontrollsystem. Die Liste geht weiter, denn Dacia stattet auch den Einstiegs-Spring mit automatischem Fahrlicht und automatischer Notbremsung samt Fußgänger- und Radfahrererkennung aus.

Die teurere Version bietet zusätzlich einen 10-Zoll-Touchscreen, größere 16-Zoll-Räder, eine Rückfahrkamera, schlüssellosen Zugang, einen Startknopf und weitere Extras wie USB-C-Anschlüsse. Hinzu kommen Optionen wie beheizbare Vordersitze, schnelleres Laden mit 50 kW und Vehicle-to-Load (V2L), um externe Geräte mit Strom zu versorgen. Auch der vordere Kofferraum ist als Extra aufgeführt, wobei Dacia damit wohl eher die Abdeckung über dem Fach meint – die Öffnung selbst ist schließlich vorhanden.


Motor1 meint:   Es hat im Jahr 2026 fast etwas Rebellisches, wenn ein Auto keinen zentralen Bildschirm besitzt. Während Hersteller Displays überall dort einbauen, wo es irgendwie möglich ist, wählt Dacia den erfrischend einfachen Weg und sagt den Kunden: Nutzen Sie den Bildschirm, den Sie ohnehin schon haben. Klar, wer ein von einem riesigen Touchscreen dominiertes Cockpit erwartet, wird damit nicht beeindruckt. Aber darum geht es beim Spring auch nicht. Er soll günstig sein – und nicht zwingend notwendige Hardware wegzulassen, ist genau die richtige Methode, um den Preis niedrig zu halten.

Die größere Frage ist, ob Käufer diesen Kompromiss tatsächlich akzeptieren. Die nächsthöhere Ausstattung ist nicht allzu viel teurer und bringt neben dem Bildschirm noch mehrere weitere Verbesserungen mit. Ich habe das Gefühl, dass sich die meisten für die besser ausgestattete Version entscheiden werden.

Alles Display, oder was?!

Studie zeigt: Beifahrer-Displays sind nicht so beliebt, wie Autohersteller denken

Mazda: Große Bildschirme lenken Fahrer weniger ab als Tasten

Quelle: Dacia

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Alfa Romeo will seine Innenräume „detoxen“



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Bugatti Tourbillon: Die Schattenseite von 1.800 PS



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Kein Diesel mehr im 3er, aber 20d mit Euro 7 im X3. Wie das?



Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland



Mazda ist noch nicht bereit, den Wankelmotor aufzugeben