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Studie zeigt: Beifahrer-Displays sind nicht so beliebt, wie Autohersteller denken

Viele Kunden nutzen Beifahrerbildschirme gar nicht, und diejenigen, die es tun, haben häufig Probleme damit

2027 Audi Q4 E-Tron
Bild von: Audi

Ob sinnvoll oder nicht: das Beifahrerdisplay vermehrt sich rasant . Vor einigen Jahren war es vor allem Luxusmarken vorbehalten, inzwischen taucht es aber zunehmend auch in Volumenmodellen auf. Während die Hersteller also immer mehr Bildschirme in neue Autos integrieren, legt eine neue Studie von J.D. Power nahe, dass ein zusätzlicher Touchscreen womöglich eine Technik ist, die Kundinnen und Kunden nicht unbedingt wollen.

Oft werden solche Displays als Möglichkeit dargestellt, dem Beifahrer etwas Beschäftigung zu bieten, während sich der Fahrer auf die Straße konzentriert. Als hätte nicht ohnehin jeder ein Smartphone in der Tasche. Die Funktionen reichen von Videostreaming und Webbrowser bis hin zur Bedienung der Navigation und anderer Fahrzeugfunktionen. Es gibt nur ein Problem: Viele Besitzer scheint das kaum zu interessieren.

Laut der Tech Experience Index (TXI)-Studie von J.D. Power für die USA im Jahr 2026 geben 35 Prozent der Besitzer von Fahrzeugen mit Beifahrerdisplay an, es noch nie ausprobiert zu haben. Lediglich sechs Prozent sagen, dass sie den Bildschirm bei jeder Fahrt nutzen. Wenn er genutzt wird, kommt es zudem offenbar häufiger zu Problemen: Die Studie weist 21,3 Beanstandungen im Zusammenhang mit Beifahrerdisplays je 100 Fahrzeuge aus.

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2027 BMW 7 Series mit serienmäßigem Beifahrerdisplay

Foto: BMW

Beifahrerdisplays sind in den meisten Autos optional

Immerhin ist der zusätzliche Bildschirm bei den meisten Fahrzeugen aufpreispflichtig – mit einer Ausnahme. Im kürzlich überarbeiteten BMW 7er kommt man nicht daran vorbei, denn BMW bietet seine Flaggschiff-Limousine nicht ohne das 14,6-Zoll-Display an. Beim neuen X5 ist es dagegen erfreulicherweise eine Option und gehört nicht zur Serienausstattung.

2027 BMW 7 Series

Verschiedene Bildschirmvarianten bei der neuen elektrischen Mercedes C-Klasse

Bild von: Mercedes-Benz

Und wo wir schon bei der deutschen Premium-Liga sind: Mercedes geht hier anders vor – und zwar auf etwas eigenwillige Weise. Einige neuere Modelle verfügen serienmäßig über ein Beifahrerdisplay, allerdings ist es kein Touchscreen. Stattdessen erinnert die 10,3 Zoll große „digital animierte Zierleiste“ eher an einen digitalen Bilderrahmen als an ein funktionales Display.

Zurück zur Studie: J.D. Power zufolge verzeichneten einige Fahrzeuge mit Beifahrerdisplay in der begleitenden U.S. Initial Quality Study 2026 auch höhere Raten an Problemen mit dem Infotainmentsystem. Das beweist nicht, dass das Beifahrerdisplay selbst diese Probleme verursacht hat. Es unterstreicht aber die grundsätzliche Sorge, dass mehr Technik auch mehr potenzielle Fehlerquellen schafft. Vereinfacht gesagt: Es kann mehr kaputtgehen – oder Softwareprobleme können den Besitzern den Spaß verderben.

Die Ergebnisse basieren auf einer J.D.-Power-Befragung von 68.084 Besitzern von Fahrzeugen des Modelljahrs 2026 nach drei Monaten Haltedauer. Die Studie wurde zwischen Juni 2025 und Mai 2026 durchgeführt und umfasste Fahrzeuge, die zwischen März 2025 und Februar 2026 zugelassen wurden.

<p><em>2027 Mercedes C-Class EV mit verschiedenen Bildschirmtypen</em></p>

2024 Porsche Macan mit optionalem Beifahrerbildschirm

Foto: Porsche

Motor1 meint:  Die Ergebnisse der J.D.-Power-Studie bedeuten nicht zwangsläufig, dass Beifahrerdisplays grundsätzlich unbeliebt sind. Einige Besitzer nutzen sie regelmäßig und auf langen Strecken kann die Technik für manche sinnvoll sein – etwa wenn der Beifahrer etwas ansehen, die Navigation verwalten oder auf andere Inhalte zugreifen möchte, ohne das Fahrerdisplay zu beeinflussen.

Die Zahlen zeigen jedoch, dass es sich keineswegs um ein unverzichtbares Ausstattungsmerkmal handelt. Für die Hersteller ist das ein Punkt, den sie bedenken sollten, bevor sie noch einen weiteren Bildschirm ins Armaturenbrett setzen. Im Prinzip ist die beste Technik jene, die Kundinnen und Kunden tatsächlich nutzen – etwa physische Bedienelemente, die immer mehr einer Wand aus Displays weichen. Aber das ist eine Geschichte für einen anderen Tag.