Home

News

Auto News

Audi-Boss: Je teurer das Auto, desto beliebter der Verbrenner

Audi-Chef Gernot Döllner sieht bei teuren Autos weiterhin eine starke Nachfrage nach Verbrennungsmotoren

Audi A8 W12 engine

Bild von: Audi

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Christopher Otto

Veröffentlicht von: Christopher Otto

4. Sep. um 09:38 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Es gab Zeiten, da konnte Audi seine große A8-Limousine noch mit einem mächtigen W12 verkaufen und trotzdem die Abgasvorschriften einhalten. Auf dem Höhepunkt der Ära Piëch, als fast alles möglich schien, zwängten die Ingenieure sogar einen V12-Diesel in den Q7. Und diesen Motor passte man auch noch für den verrückten Supersportwagen R8 TDI Concept mit manuellem Sechsganggetriebe an.

Doch beide Zwölfzylinder sind längst Geschichte. Gleiches gilt für den frei saugenden V10, der beim R8 hinter den Sitzen saß. Immerhin haben V6 und V8 in Ingolstadt weiterhin eine Zukunft. Und das bei einer Marke, die einst angekündigt hatte, bis 2032 vollständig elektrisch zu werden. Wie fast alle anderen Hersteller hat auch Audi seine ambitionierten Elektropläne inzwischen angepasst.

Audi wird auf unbestimmte Zeit weiterhin Autos mit Verbrennungsmotor verkaufen. Markenchef Gernot Döllner hat nun eine interessante Beobachtung zu den Vorlieben der Kunden geäußert. Im Gespräch mit Bloomberg sagte der CEO, dass Käufer in höheren Fahrzeugsegmenten eher zum Verbrennungsmotor tendieren. Deshalb sei es nur logisch gewesen, den exotischen Nuvolari mit einem großen V8 auf Basis der Technik des Lamborghini Temerario auf den Markt zu bringen.

audi-nuvolari-design-video

Audi R8 V10 Performance RWD

Elektroautos kommen in niedrigeren Segmenten besser an

Am anderen Ende der Modellpalette genießen Elektroautos laut Döllner eine höhere Akzeptanz. Audi will genau diese Kundschaft bald mit der Rückkehr des A2 bedienen. Der ungewöhnliche Kompaktwagen kommt als reines Elektroauto zurück und übernimmt indirekt die Rolle von A1 und Q2, die beide vor Kurzem aus der Produktion genommen wurden.

“Wir stellen fest, dass Enthusiasten den Verbrennungsmotor umso mehr lieben, je höher das Segment ist. Je niedriger das Segment, desto größer ist die Akzeptanz batterieelektrischer Fahrzeuge”, sagt Döllner.

audi-nuvolari-spyder-in-planung

2025 Audi Concept C

Foto: Audi

Audi R8 V10 Performance RWD

2025 Audi Concept C

Foto: Audi

Trotz Audis neuer Wertschätzung für Verbrennungsmotoren wird das Concept C rein elektrisch bleiben, wenn es im kommenden Jahr zum Serienmodell wird. Der Zweisitzer mit dem ersten Targa-Dach der Marke bekommt keinen Benzinmotor. Das bestätigte Daniel Schuster, Sprecher der Technischen Entwicklung bei Audi, gegenüber Motor1.

Das ist durchaus schade. Schließlich ist Audis Gegenstück zum Porsche 718 genau die Art von Sportwagen, zu der der Fünfzylinder aus dem RS 3 hervorragend passen würde. Immerhin konnte Audi den V6 im neuen RS 5 erhalten, der die Rolle des bisherigen RS 4 übernimmt. Auch das kommende RS 6-Duo aus Limousine und Avant wird mindestens einen V6 erhalten.

Dabei handelt es sich um schwere Plug-in-Hybride, die Audi auch mit Blick auf die Emissionsvorschriften entwickelt hat. Die Alternativen wären kleinere Motoren oder das komplette Aus für die entsprechenden Modelle gewesen.

2027 Audi Nuvolari

2027 Audi Nuvolari

31

2027 Audi Nuvolari 2027 Audi Nuvolari 2027 Audi Nuvolari 2027 Audi Nuvolari 2027 Audi Nuvolari 2027 Audi Nuvolari

Quelle: Audi


Motor1 meint:

Döllners Aussagen gehören zu den bemerkenswertesten Einschätzungen eines großen Autoherstellers zur Zukunft des Verbrennungsmotors. Die Branche hat so lange über Elektroautos als zwangsläufigen Ersatz für Benziner gesprochen, dass leicht in Vergessenheit gerät, dass ein Autokauf nicht immer nur eine rationale Entscheidung ist. Je teurer und spezieller ein Fahrzeug wird, desto wichtiger werden andere Faktoren.

Das gilt besonders für Supersportwagen. Niemand braucht tatsächlich ein Auto mit rund 1.000 PS, das mehr als 320 km/h erreicht. Einem Käufer zu erklären, ein Elektroauto sei effizienter, geht deshalb am eigentlichen Zweck vorbei.

Menschen, die sich einen Nuvolari leisten können, bezahlen auch für die Technik und den Klang. Gerade Letzterer hat allerdings in den vergangenen Jahren unter immer strengeren Abgas- und Geräuschvorschriften gelitten.

Mehr über Audis Supercar:

„Nur über meine Leiche“: Audi-Designchef hatte nicht verhandelbare Forderung für den Nuvolari

Bringt Audi den Nuvolari auch in einer offenen Variante?

Quelle: Bloomberg

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Carado CV600 Pro (2026) im Test: Reichen sechs Meter für drei Wochen Familienurlaub mit Hund?

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Royal Enfield Classic 650: Edles, streng limitiertes Sondermodell zum Geburtstag

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

Porsche baut keinen elektrischen Supersportwagen, weil keine Nachfrage besteht

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



Offroad-Klassiker neu gedacht: 212 kommt als Dreitürer nach Deutschland



Benimar Kaleo (2026): Viel Wohnmobil für unter 60.000 Euro?



Mitsubishi bringt Outlander und Eclipse Cross als Taxi



Mazda CX-80 Diesel (2026) im Video: Ist Downsizing doch Unsinn?



Nissan Pixo (2026): Innenraum und Kofferraum im Detail betrachtet



Geld für Autozubehör sparen? Skoda hat eine ungewöhnliche Idee ...



Dacia Striker: Das kostet der Günstig-Kombi und so sieht das Basismodell aus