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Ablenkend und alt: Mercedes-Designer stichelt gegen BMW und Audi

Das Innenraumdesign des Concept C sei altbacken, das Panorama-Display des iX3 "kaum lesbar"

Mercedes GLC EQ (2025) Cockpit

Bild von: Mercedes-Benz

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Benja Hiller

Veröffentlicht von: Benja Hiller

9. Sep. 2025 um 14:55 Uhr

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Gerüchten zufolge könnte irgendwann einmal ein BMW-Motor in einem Mercedes arbeiten. Doch während die Gerüchteküche solche "unheiligen Allianzen" spinnt, sind die beiden deutschen Premium-Hersteller nach wie vor erbitterte Rivalen.

Der Mann, der in Stuttgart für das Design verantwortlich ist, hielt sich gewiss nicht zurück, als er nach seiner Meinung zum neuen iDrive im BMW iX3 gefragt wurde. Gorden Wagener sagte gegenüber Top Gear, dass er das neue Display-Setup ablenkend finde. Gemeint war konkret das sogenannte Panoramic Vision, das technisch gesehen gar kein Bildschirm ist, sondern eine Projektion am unteren Rand der Windschutzscheibe.

BMW iX3

BMW iX3

Bild von: BMW

Sie zieht sich von A-Säule zu A-Säule, mit drei festen Einheiten im Sichtfeld des Fahrers und sechs frei konfigurierbaren Kacheln rechts daneben. Doch für den Mercedes-Designchef steckt da mehr als nur ein Problem drin:

"Ich muss sagen, ich bin kein großer Fan davon, weil es so weit weg ist, dass man es schwer lesen kann. Alles wirkt kleiner, dadurch ist es ablenkend. Und weil es zu weit weg ist, um berührungsempfindlich zu sein, braucht man ein Bediengerät. Deshalb haben sie da noch einen Touchscreen eingebaut. Ich meine, sie denken wohl, es sei progressiv und lieben es, sonst hätten sie es nicht gemacht. Aber mich überzeugt das nicht."

Unklar bleibt, wie viel Zeit Wagener wirklich im neuen iX3 verbracht hat, um zu diesem Schluss zu kommen. In unserem ersten Aufeinandertreffen mit dem iX3 empfanden wir das Panoramic Vision weder ablenkend noch als schlecht lesbar.

Nun ja, Qualifiziert ist er allemal, sich dazu zu äußern. Nur: Seine Aussagen dürften für Diskussionen sorgen, immerhin hat auch der elektrische GLC ein komplettes Bildschirm-Cockpit. (siehe Titelbild) In den Basisversionen sind drei einzelne Displays in die Armaturentafel integriert – das erscheint wohl je nach Geschmack besser oder schlechter.

Audi Konzept C

Audi Konzept C

Bild von: Audi

Wer allerdings den Hyperscreen bestellt, bekommt satte 39,1 Zoll Displayfläche. Das E-Crossover setzt klar auf Bildschirm-Präsenz: "Man will eine visuelle Referenz auf dem Screen haben oder vielleicht mal einen Film schauen, sowas halt. Also ja, man braucht große Screens." Dieses XXL-Display wird auch in weiteren Modellen auftauchen, etwa in der elektrischen C-Klasse ab 2026.

Und nicht nur BMW kriegt sein Fett weg – auch die Audi-Zukunft gefällt Wagener nicht. Das Concept C, ein Ausblick auf ein Elektro-Sportcoupé mit neuer Designsprache, konnte ihn ebenfalls nicht überzeugen. Seine Kritik war gnadenlos: "Dieses Interieur sieht aus, als wäre es 1995 entworfen worden. Es ist ein bisschen zu bekannt, und es steckt zu wenig Technik drin." Außerdem fügte er an, dass kleine Screens nur in wirklich kompakten Autos Sinn ergäben.

1995 Audi TT Konzept

1995 Audi TT Konzept

Bild von: Audi

Audi hat im Concept C ein 10,4-Zoll-Display verbaut – was selbst 2025 kaum winzig ist. Das Infotainment lässt sich zudem schick in das Armaturenbrett einklappen. Ein Feature, das stark nach 2010er-Jahren wirkt, jedoch so auch in einigen Supersportlern wie dem Alfa 33 Stradale zum Einsatz kommt. Und mal ehrlich: Wäre es wirklich so schlimm, wenn Audi wieder ein Interieur wie Mitte der 90er entwerfen würde? Das TT Concept von 1995 war schließlich nah dran an der Perfektion.

Damit hätten wir wohl nicht gerechnet: Mercedes teilt in einem Aufwasch gegen BMW und Audi aus. Solch offene Seitenhiebe von einem Top-Manager sind selten, doch manche dürften die Ehrlichkeit feiern. Sicher ist: Dieser Doppelschlag sorgt für Spannung in München und Ingolstadt. Und vielleicht entsteht ja am Ende eine gute Diskussionsgrundlage dafür, was wir beim Autofahren wirklich brauchen.

Mehr zu den Mobbing-Opfern von BMW und Audi:

Audis Concept C-Design funktioniert als SUV erstaunlich gut

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