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Motor1 Numbers: Warum sind Pick-ups so beliebt?

In Europa ist diese Fahrzeugklasse im weltweiten Vergleich allerdings (noch) ziemlich selten ...

Motor1 Numbers: Warum sind Pick-ups in den USA so beliebt?

Von: Juan Felipe Munoz

Übersetzt und bearbeitet von: Manuel Lehbrink

23. Nov. 2023 um 15:44 Uhr

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Jeder Markt hat seine Eigenheiten. Obwohl die Globalisierung die weltweite Verbreitung von bestimmten Produkten und Fahrzeugen gefördert hat, können sich die Geschmäcker der Verbraucherinnen und Verbraucher in den verschiedenen Ländern drastisch unterscheiden. Bei Pick-ups ist das beispielsweise so. Während die Trucks ein globaler Trend sind, gibt es doch immer noch Regionen in denen sie deutlich weniger beliebt sind.

Der Fall der Pick-ups ist also sehr interessant. Denn ihr Ziel ist eigentlich überall dasselbe: Güter auf einfachere Weise zu transportieren. Die Positionierung und der zusätzliche Nutzen, den die Marken bieten, haben jedoch dazu geführt, dass die Trucks in bestimmten Märkten zu einem Trendfahrzeug geworden sind.

In den USA geboren

Dies ist der Fall in den Vereinigten Staaten, dem weltweit zweitgrößten Markt für leichte Nutzfahrzeuge und dem größten für Pick-ups. Im vergangenen Jahr wurden fast 2,7 Millionen Einheiten verkauft, was einem Marktanteil von fast 20 % entspricht. Auf diesen Markt entfielen 44 % der weltweiten Nachfrage nach Pick-ups. Die Beliebtheit des Ford F-150 und seiner Konkurrenten von General Motors (Chevrolet Silverado und GMC Canyon) und Stellantis (Ram 1500) erklärt diese starken Ergebnisse.

Motor1 Numbers: Pick-ups

Pick-ups gelten in den USA als coole Fahrzeuge. Sie werden nicht als reine Arbeitstiere angesehen, sondern als große, komfortable und leistungsstarke Transportmittel. Diese Positionierung kommt nach Jahren der Einführung von sportlicheren, ausgefalleneren Versionen, die mehr Verbraucher ansprechen. Der Pick-up wird als ebenso nützlich und praktisch angesehen wie ein Fließheck in Europa oder ein Kei-Car in Japan.

Diese Neupositionierung findet auch auf anderen Märkten statt. In Thailand, dem weltweit zweitgrößten Markt für Pick-ups, wird der Arbeitsstatus beispielsweise allmählich durch coolere Versionen ergänzt, die manchmal eher einem SUV als einem echten Pick-up ähneln, zumindest was das Design angeht. Die Fähigkeit der Automobilhersteller, ihre Pick-ups zu etwas Attraktiverem zu machen, hängt mit dem Außendesign und der Innenausstattung zusammen.

Motor1 Numbers: Pick-ups

Die Pick-ups haben sich also von einem einfachen, kastenförmigen, hart arbeitenden Fahrzeug zu attraktiven, großen Lastwagen entwickelt, die vorne die gleichen SUV-Formen aufweisen und innen schick ausgestattet sind. Das gilt für alle Pick-up-Segmente: von den kleinen wie dem Fiat Strada bis zu den riesigen wie dem Ford F-250. Sie nutzen den SUV-Boom, um SUV-Designelemente in eine einfachere Hülle zu integrieren, die noch mehr Ladekapazität bietet.

Nullpunkt in Europa

Nimmt man die Tatsache hinzu, dass es in vielen Ländern der Welt immer noch keine guten Straßenverhältnisse gibt, dann ist ein großer Teil der Bevölkerung fast gezwungen, sich für einen Pick-up zu entscheiden. Aus diesem Grund sind sie in allen afrikanischen Ländern, in vielen südostasiatischen Märkten und in Lateinamerika so beliebt. Im vergangenen Jahr entfielen mehr als 15 % der Verkäufe in Brasilien, Kanada, Mexiko, Australien, Indonesien, Südafrika, Chile, Argentinien, den Philippinen, Peru, Neuseeland, Ecuador, Puerto Rico, Irak und vielen anderen Ländern auf Pick-ups.

Motor1 Numbers: Pick-ups

Die Beliebtheit in der ganzen Welt steht im Gegensatz zu ihrem geringen Bekanntheitsgrad in Europa. Im Jahr 2022 machten die Pick-ups nur 0,9 % der Light-Vehicle-Verkäufe in Europa (inklusive der Türkei) aus, und in diesem Jahr lag ihr Marktanteil bis Juni bei 0,87 %. Da sie als reine leichte Nutzfahrzeuge positioniert sind, werden sie von vielen Verbrauchern nicht als mehr als das angesehen. Und die Tatsache, dass sie in der Regel groß sind, ist auch nicht gerade hilfreich. Wenn es um den Transport von Waren geht, zieht der Verbraucher in Europa einen sparsameren Transporter vor. Das ist auch in Japan der Fall.

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Der Autor des Artikels, Juan Felipe Munoz, ist Automotive Industry Specialist bei JATO Dynamics.

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