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Octavia Scout: Fix weg im Dreck

Test: Schlechtwege-Skoda mit 184-PS-Diesel aus dem RS

Octavia Scout: Fix weg im Dreck

Henry Dinger Henry Dinger

Von: Henry Dinger

17. Jul. 2014 um 11:15 Uhr

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Skoda packt den 184-PS-Diesel aus dem RS in die Neuauflage des Scout. Das ist ein Novum, weil es das Selbstzünder-Kraftwerk bis jetzt nur für den Sportler gab. Und damit wird der starke Zweilitermotor erstmals auch mit einem 4x4-Antrieb gepaart. Wer den bulligen Motor nicht will, kann den Schlechtwege-Skoda auch mit einem 150-PS-Selbstzünder oder einem 180-PS-Benziner bestellen. Die Diesel sind wir schon gefahren.

Plastik-Unterfahrschutz
Wie schon sein Vorgänger, bahnt sich auch der neue Scout seinen Weg im robusten Pfadfinder-Look. Dazu gehören Schutzabdeckungen aus Plastik an den Radläufen und den Schwellern ebenso wie silberfarbene Unterfahrschutz-Platten an Front und Heck. Die sind jedoch eher schön als praktisch, da sie ebenfalls aus Kunststoff bestehen. Vielleicht wären an dieser Stelle Bleche besser, der Haltbarkeit des Plastiks beim harten Bodenkontakt trauen wir nicht so sehr.

Kleiner Diesel mit Handschaltung
Der 150-PS-Diesel motorisiert den Scout ordentlich. Die Maschine läuft hörbar, aber nicht laut. Nach einer turbotypischen Gedenksekunde beim Anfahren kommt der große Tscheche flott in die Gänge. In 9,1 Sekunden läuft er auf Tempo 100 und erreicht eine Spitze von 207 km/h – das reicht für ein Auto, das seine Trümpfe ohnehin auf unbefestigtem Untergrund ausspielen soll. Wer gerne andere für sich arbeiten lässt, hat beim kleinen Diesel Pech gehabt: Schalten muss man als Fahrer selbst. Während die großen Motoren immer an das Doppelkupplungsgetriebe DSG gekoppelt sind, gibt's das schwächere Modell nur mit manueller Schaltung. Wir empfinden das aber nicht als Nachteil, die Gänge flutschen in der Handschalt-Box knackig an die richtige Stelle.

7,8 Sekunden auf Tempo 100
Mit dem 184-PS-Diesel wummert deutlich mehr Power hinter der Kühlernase. 380 Newtonmeter Drehmoment sind eine starke Ansage, und so schiebt der Zweiliter den Scout auch entsprechend kräftig an. Das Sechsgang-DSG wechselt seine Gänge, wie bei Skoda üblich, nahezu unbemerkt. Mit 7,8 Sekunden auf Tempo 100 versägt der stärkste Scout sogar den Motorspender RS, der braucht einen halbe Sekunde länger. Der schafft dafür 230 km/h Spitze – dem Scout geht bei 219 km/h die Puste aus.

Über 17 Zentimeter Bodenfreiheit
Im Vergleich zu den zivilen Geschwistern wurde die Karosserie des Pfadfinders um drei Zentimeter nach oben geschraubt. Mit über 17 Zentimeter Bodenfreiheit ist vielen eingefahrenen Waldwegen der Schrecken genommen. Uns gefällt, wie gut der Tscheche auch gröbere Unebenheiten wegbügelt, selbst auf Geröll fühlen wir uns innen nicht zu hart behandelt. Auf Asphalt liegt der Wagen dennoch straff genug und selbst in schnellen Kurven wankt der Aufbau kaum. Die Lenkung ist ausgewogen abgestimmt und vermittelt ein gutes Feedback von der Straße. Ein adaptives Fahrwerk, das ja im Mutterkonzern bereit liegt und beispielsweise für Schwestermodelle wie VW Golf und Seat Leon bestellbar ist, gibt es für die komplette Skoda-Octavia-Modellpalette nicht und somit auch nicht für den Scout.

Haldex-5-Allradantrieb
Dank seines Allradantriebs kommt der Outdoor-Tscheche auch dort noch durch, wo andere schon den Freundeskreis zum Rausschieben zusammentrommeln. Zum Einsatz kommt das aus dem VW-Konzern bekannte Haldex-5-System, das unter anderem auch den VW Golf 4Motion und den Seat Leon 4Drive auf allen Vieren rennen lässt. Auf trockener Fahrbahn treiben nur die Fronträder das Auto an. Erst wenn sie den Halt verlieren und durchzudrehen drohen, gelangt die Kraft blitzschnell auch an die Hinterachse. Auch beim Anfahren wird das Drehmoment so verteilt, dass alle Räder greifen. Das bringt vor allem dann Vorteile, wenn man einen schweren Anhänger ziehen will – immerhin sind zwei Tonnen Anhängelast möglich. Elektronische Sperrdifferenziale an Vorder- und Hinterachse verschieben die Kraft jeweils auf die Räder, die den meisten Grip haben, im Extremfall kann selbst ein einziges Rad den Scout aus dem Schlamm holen. Diese ganze Theorie muss man aber als Skoda-Lenker gar nicht wissen, die Elektronik kümmert sich von ganz allein um das Vorwärtskommen.

Sehr gutes Platzangebot
Zu den bekannten Qualitäten des Kombi-Octavia gehört sein großes Platzangebot. Hinter die elektrisch betätigte Hecktür passen 610 Liter Gepäck, der Stauraum lässt sich durch Umlegen der Fondlehnen auf immerhin 1.740 Liter erweitern. In der zweiten Reihe finden Erwachsene viel Kopf- und vor allem Knieraum vor. Auf langen Reisen lässt es sich hier wohlig residieren, lässig in die Polster gelehnt und die Beine ausgestreckt. Fahrer und Beifahrer kommen ebenfalls bequem unter, die Sitze geben guten Seitenhalt. Spezielle Logos an Lenkrad und Schalthebel weisen auf den Scout hin, ansonsten bietet der Skoda die selbsterklärende Funktionalität fast aller Autos aus dem VW-Konzern.

Ab 30.250 Euro
Der preiswerteste Octavia Scout wird vom Zweiliter-Diesel mit 150 PS vorangebracht und kostet 30.250 Euro, die 184-PS-Version mindert den Kontostand um 32.650 Euro. Ausstattungslinien gibt es nicht. Ab Werk sind schon Features wie 17-Zoll-Alus, Nebelscheinwerfer, eine Zweizonen-Klimaautomatik, Parkpiepser hinten und ein Radio mit SD-Kartenslot dabei. Ein Navi ist ab 1.470 Euro an Bord, Bi-Xenonlicht ist 1.115 Euro teuer. Für 610 Euro ist sogar ein Abstandstempomat zu haben – der Naturbursche lässt sich ziemlich fein ausstatten.

Wertung

Preisliste

Skoda Octavia Scout 2.0 TDI 150 PS

Grundpreis: 30.250 Euro

Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Seitenairbags hinten 440 (inkl. proaktivem Insassenschutz) Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. Fensterheber hinten Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaautomatik Serie Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe - Bildschirmnavigation 1.470 CD-Radio Serie MP3 Serie elektr. Schiebedach 1.095 Metalliclackierung 520 Leichtmetallfelgen Serie Sitzhöheneinstellung Serie (Vordersitze beheizbar) Tempomat Serie Lederausstattung 1.530 Xenonlicht 1.115 Kurvenlicht (bei Bi-Xenon dabei) Nebelscheinwerfer Serie Anhängevorrichtung 690

Berganfahrassistent Serie Schlüssellos-System 390 beheizbare Rücksitze 240 Memory-Funktion für den Fahrersitz 740 varibaler Ladeboden 190 Parkpiepser vorn und hinten 570 Fahrprofilauswahl 95 Frontradar inkl. Citynotbremsfunktion 270 Spurhalteassistent 520 adaptiver Abstandstempomat inkl. Frontradar und City-Notbremsfunktion 610 Parklenkassistent 570

Datenblatt

Motor und Antrieb Motorart Reihen-Turbodiesel, vorn quer eingebaut  Zylinder 4  Ventile 4  Hubraum in ccm 1.968  Leistung in PS 150  Leistung in kW 110  bei U/min 1.750-3.000  Drehmoment in Nm 340  Antrieb Allradantrieb, permanent  Gänge 6  Getriebe Schaltgetriebe  Kraftverteilung variabel  Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.538  Spurweite hinten in mm 1.506  Radaufhängung vorn MacPherson-Federbeine mit Dreiecksquerlenkern und Torsionsstabilisator  Radaufhängung hinten Mehrlenkerachse mit einem Längslenker, drei Querlenkern und Torsionsstabilisator  Bremsen vorn Scheibenbremsen, innenbelüftet  Bremsen hinten Scheiben  Wendekreis in m 10,3  Räder, Reifen vorn 225/50 R17  Räder, Reifen hinten 225/50 R17  Lenkung direkte Zahnstangenlenkung mit elektromechanischer Servounterstützung  Maße und Gewichte Länge in mm 4.685  Breite in mm 1.814  Höhe in mm 1.531  Radstand in mm 2.679  Leergewicht in kg 1.526  Zuladung in kg 645  Kofferraumvolumen in Liter 610  Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.740  Anhängelast, gebremst in kg 2.000  Dachlast in kg 80  Tankinhalt in Liter 55  Kraftstoffart Diesel  Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 207  Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 9,1  EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 5,1  EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 6,1  EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 4,6  CO2-Emission in g/km 129  Schadstoffklasse Euro 6 

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