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Audi meldet massiven Gewinneinbruch und setzt auf Sparkurs plus Modelloffensive für 2026

Kosten und Komplexität werden weiter reduziert und die Effizienz an allen Standorten deutlich gesteigert

Audi A2 e-tron mit Designfolierung
Bild von: Audi
Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Vor einigen Tagen sorgte der Auftritt von Audi-Chef Gernot Döllner mit US-Präsident Trump für gehörigen Aufruhr. Und ruhigeres Fahrwasser ist erstmal nicht in Sicht. Das von deutlichem Gegenwind geprägte wirtschaftliche Umfeld der ersten neun Monate des Jahres 2026 hinterlässt spürbare Spuren in der Bilanz des Audi-Konzerns.

In den ersten drei Quartalen 2026 ergab sich für den Audi-Konzern ein spürbarer Rückgang der wesentlichen Finanzkennzahlen im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Umsatzerlöse sanken von 48.380 Millionen Euro auf 42.063 Millionen Euro, während das operative Ergebnis von 1.555 Millionen Euro auf 1.150 Millionen Euro nachgab. Dementsprechend fiel die operative Umsatzrendite von 3,2 Prozent auf 2,7 Prozent.

Audi CEO Gernot Döllner präsentiert den Audi A2 e-tron in Paris

Audi-CEO Gernot Döllner präsentiert den Audi A2 e-tron in Paris

Bild von: Audi

Der Netto-Cashflow entwickelte sich hingegen positiv und stieg auf 2.439 Millionen Euro an, verglichen mit 2.107 Millionen Euro im Vorjahr. Das Ergebnis vor Steuern belief sich auf 1.663 Millionen Euro nach zuvor 2.520 Millionen Euro, was schlussendlich zu einem Ergebnis nach Steuern von 1.218 Millionen Euro führte.

Betrachtet man speziell das dritte Quartal 2026 (das im Bericht als besonders verschärft beschrieben wird), fiel der Gewinn im Quartalsvergleich noch drastischer aus. So sank das operative Ergebnis im dritten Quartal beispielsweise um rund 94 Prozent (auf 29 Millionen Euro nach 468 Millionen Euro im Vorjahresquartal), und der Quartalsgewinn nach Steuern brach um rund 87 Prozent ein.

Energiekosten, US-Zölle, Modellwechsel

Der dynamische Hochlauf der Elektromobilität in Europa erhöhte den Wettbewerbs- und Transformationsdruck zusätzlich. Hinzu kommen anhaltende Unsicherheiten infolge der Lage im Nahen Osten und dem damit verbundenen Anstieg der Energiekosten sowie durch US-Zölle. Auch die laufende Umstellung der Einstiegsmodelle von Audi A1 und Q2 hin zum vollelektrischen Audi A2 e-tron wirkte sich belastend aus.

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Aber Audi setzt seine Hoffnung in den baldigen Marktstart neuer Modelle. In Europa ist der neue Q7 bereits erfolgreich gestartet, der Audi Q9 folgt Anfang November. Beide sollen künftig im neuen US-Werk gebaut werden. Der im September vorgestellte A2 e-tron auf Basis des VW ID.3 Neo kommt im Dezember in den Handel. Der Audi A2 e-tron wurde 21 Monate schneller entwickelt als vergleichbare Vorgängermodelle und wird in Ingolstadt gefertigt.

Darüber hinaus stärkt Audi seine Position im Performance-Segment: Der neue Audi RS 5, erster RS-Plug-in-Hybrid der Marke, begleitet das (kostspielige) Formel-1-Engagement als sportliches Straßenmodell. Die Nachfrage ist hoch: Die für 2026 geplante Jahresproduktion ist bereits ausverkauft, in Europa liegen fast doppelt so viele Bestellungen vor wie erwartet. Produziert wird der Audi RS 5 in Neckarsulm.

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Auch auf der Vertriebsseite zeigt sich ein durchwachsenes Bild. Die weltweiten Auslieferungen der Markengruppe Progressive gingen um 11,3 Prozent auf 1.056.103 Fahrzeuge zurück. Betrachtet man die Kernmarke Audi isoliert, verzeichnete diese einen Rückgang der Auslieferungen um 11,4 Prozent auf 1.042.150 Einheiten. Haupttreiber dieser Negativentwicklung war ein massiver Markteinbruch in China, wo die Verkäufe um 24,5 Prozent auf 328.042 Fahrzeuge einbrachen, sowie in Nordamerika mit einem Minus von 17,3 Prozent auf 128.749 Fahrzeuge.

In China setzten vor allem der Rückgang bei Verbrennungsmotoren und der Verdrängungsdruck einheimischer Anbieter dem Unternehmen zu. Demgegenüber stehen stabile bis leicht positive Trends auf dem europäischen Heimatmarkt. In Deutschland legten die Auslieferungen um 1,8 Prozent auf 152.011 Fahrzeuge zu, während das restliche Europa ohne Deutschland ein leichtes Plus von 1,3 Prozent auf 360.649 Fahrzeuge verzeichnete.

Bei den Antriebsarten zeigten die Plug-in-Hybride weltweit eine herausragende Dynamik mit einem Zuwachs von 103 Prozent. Die Auslieferungen rein batterieelektrischer Fahrzeuge sanken global um 12,0 Prozent auf 143.748 Stück, obgleich auf den Märkten Deutschland mit plus 39,1 Prozent und China mit plus 84,7 Prozent signifikante Zuwächse bei den Stromern erzielt wurden.

Effizienz und Sparen als verschärfte Ziele

Angesichts merklich verschärfter Markt- und Wettbewerbsbedingungen, die sich insbesondere ab dem dritten Quartal intensiviert haben, leitet der Ingolstädter Automobilhersteller umfassende Gegenmaßnahmen ein. Um die eigene Wettbewerbsfähigkeit und die Zukunftsfähigkeit der deutschen Standorte nachhaltig zu sichern, intensiviert das Management das bestehende Sparkurs- und Effizienzprogramm.

Dabei stehen die Senkung von Kosten, die Reduzierung von Komplexität sowie eine Steigerung von Qualität und Produktivität im Vordergrund. Um auf den rasanten Wandel der Branche zu reagieren, richtet Audi seine Struktur neu aus und investiert zielgerichtet in Schlüsseltechnologien wie Software, Künstliche Intelligenz und neuartige Fahrerassistenzsysteme.

Die weiteren Konzernmarken entwickelten sich ebenfalls verhalten. Bentley verzeichnete 5.970 Auslieferungen und ein operatives Ergebnis von 49 Millionen Euro, während Ducati 39.093 Motorräder auslieferte und ein operatives Ergebnis von 29 Millionen Euro erzielte. Die Luxusmarke Lamborghini behauptete sich weiterhin stark und erwirtschaftete bei 7.983 ausgelieferten Fahrzeugen ein operatives Ergebnis von 564 Millionen Euro sowie eine weiterhin hohe operative Umsatzrendite von 22,3 Prozent.

Aufgrund der marktseitigen Unwägbarkeiten hat Audi seine Finanzprognose für das Gesamtjahr 2026 angepasst. Der Konzern rechnet nun mit Umsatzerlösen zwischen 55 und 59 Milliarden Euro, einer operativen Umsatzrendite von 3 bis 5 Prozent sowie einem Netto-Cashflow zwischen 2,5 und 3,5 Milliarden Euro.