Antilope Flex 2 (2026): Campervan für unter 50.000 Euro
Ohne Aufstelldach, aber mit Bett, Küche und Campingtechnik
Ein kompakter Camper muss nicht automatisch ein Aufstelldach haben. Antilope Van macht beim neuen Flex 2 genau das zum Konzept. Der Renault Trafic bleibt außen unauffällig, innen gibt es trotzdem Küche, Bett, Toilette und reichlich Campingtechnik. Und der Preis bleibt unter 50.000 Euro.
Inzwischen ist Antilope Van kein Unbekannter mehr. Mit dem Flex 5 hatten wir bereits den größeren Camper der französischen Marke vorgestellt. Auch der Panama River R10 setzt auf den Renault Trafic und zeigt, warum die Klasse interessant bleibt: Im Alltag kaum größer als ein normaler Van, am Wochenende trotzdem ein kleines Zuhause.
Bildergalerie: Antilope Van Flex 2 (2026)
Genau hier setzt der neue Flex 2 an. Basis ist der Renault Trafic L1H1, entsprechend kompakt bleibt das Fahrzeug. Antilope verzichtet bewusst auf das sonst in dieser Klasse fast obligatorische Aufstelldach. Das spart Höhe, Technik und vermutlich auch ein paar Gedanken beim Einfahren in Tiefgaragen. Gedacht ist der Flex 2 vor allem für Alleinreisende und Paare.
Drinnen wird aus der Sitzgruppe nachts eine 1,95 x 1,30 Meter große Liegefläche. Dazu kommen eine kleine Küche mit Kompressor-Kühlschrank, Außendusche und eine Porta-Potti-Toilette. Wer den Van flexibler als Alltagsauto nutzen möchte, kann abnehmbare Sitze mit ISOFIX bestellen. Bei den Möbeln stehen mit Sera in Grau/Weiß und Alba in hellem Holz zwei Varianten zur Wahl.
Technisch ist der Kleine dabei erstaunlich ordentlich aufgestellt. Eine 60-Ah-Lithium-Batterie versorgt den Wohnbereich, dazu kommen ein 1.200-Watt-Wechselrichter und 200 Watt Solar auf dem Dach. Der Kühlschrank fasst 30 Liter, die Tanks 40 Liter Frisch- und 20 Liter Abwasser. Antilope spricht damit von bis zu drei Tagen Autarkie, bei moderatem Verbrauch.
Über dem normalen Flex 2 rangiert der Flex 2 Confort. Hier wächst vor allem die Ausstattung. Eine Webasto-Standheizung mit 2.000 Watt und Höhenkit bis 2.200 Meter macht den Trafic deutlich ganzjahrestauglicher. Dazu kommen zusätzliche Schubladen, mehr Stauraum unter der Sitzbank und die kompakte Küchenzeile. Optisch bleibt das Ganze angenehm weit weg vom klassischen Wohnmobil-Mobiliar.
Statt einen günstigen Lockpreis hinzustellen und anschließend einen halben Zubehörkatalog darüberzukippen, liefert Antilope die Vans weitgehend komplett ausgestattet. Die Optionsliste bleibt überschaubar, größere Extras sind im Wesentlichen Metallic-Lack und Automatikgetriebe.
Wer doch ein Dachgeschoss möchte, landet beim ebenfalls überarbeiteten Flex 3. Das bekannte Konzept mit Aufstelldach bleibt erhalten und schafft zusätzliche Schlafplätze. Neu sind unter anderem ein digitales Bedienpanel und die überarbeitete obere Liegefläche mit neuer Matratze. Auch hier stehen die beiden Innenraumwelten Sera und Alba zur Verfügung.
Bildergalerie: Antilope Van Flex 3 (2026)
Deutlicher fällt das Update bei der Autarkie aus. Der Flex 3 bunkert jetzt 60 Liter Frischwasser und 30 Liter Abwasser. Schon das Basismodell besitzt 200 Watt Solarleistung und soll damit ebenfalls rund drei Tage ohne externe Versorgung auskommen. Beim Flex 3 Confort verdoppelt Antilope die Solarleistung dagegen auf stattliche 400 Watt und gibt eine Autarkie von bis zu fünf Tagen an.
Zusätzlich bekommt der Flex 3 Confort ein Gas-Sicherheitssystem und einen Acht-Liter-Boiler. Damit trennt Antilope seine beiden Baureihen recht sauber voneinander: Der Flex 2 ist der möglichst einfache und kompakte Zwei-Personen-Camper, während der Flex 3 mit Aufstelldach und umfangreicherer Versorgungstechnik stärker in Richtung längerer Campingreisen geht.
Und dann wäre da noch der Preis. Der neue Flex 2 startet in Weiß mit Schaltgetriebe bei 46.900 Euro, der Flex 2 Confort kostet 49.900 Euro. Für den Flex 3 werden 54.900 Euro aufgerufen, der Flex 3 Confort steht mit 57.900 Euro in der Liste. Damit bleibt selbst das Spitzenmodell noch deutlich unter 60.000 Euro. Automatik und Metallic-Lackierung kosten allerdings wie erwähnt extra.
Live ansehen konnte man die neue Familie auf dem Caravan Salon Düsseldorf, dort zeigte Antilope Van den Flex 2 Confort und Flex 3 Confort gemeinsam mit Flex 5 und Flex 5 Confort. Für die Marke dürfte das Programm künftig noch größer werden: Seit 2021 wurden laut Unternehmen mehr als 1.500 Vans gebaut, Anfang 2027 soll nahe Caen ein neues Werk eröffnen und Kapazität für rund 1.000 zusätzliche Fahrzeuge pro Jahr schaffen.
Konkurrenz gibt es schließlich genug. Der überarbeitete Mercedes Marco Polo zeigt sich von seiner Glamping-Seite, während VW mit dem California Ocean ein neues Sondermodell nachlegt. Parallel rollt mit dem VW ID. California Cruise bereits der erste Elektro-Camper von Volkswagen an. Der Antilope Flex 2 macht es vorerst wesentlich bodenständiger: Trafic, Bett, Küche, Campingtechnik und kein Dachgeschoss, das man vielleicht ohnehin nicht braucht.
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