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Vergessene Studien: Mercedes Ocean Drive Concept (2007)
Das viertürige Luxus-Cabrio hätte auch einen guten Maybach abgegeben


Von: Sergey Khlopunov
Übersetzt von: Roland Hildebrandt
3. Mai 2021 um 18:56 Uhr
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Der Höhepunkt der Popularität für große viertürige Cabriolets kam in den ersten Jahrzehnten des letzten Jahrhunderts mit oft maßgeschneiderten Wagen für wohlhabende Kunden. Aber nach dem Zweiten Weltkrieg verblasste dieses Genre.
Das Mercedes 300 Cabriolet D wurde in nur 700 Einheiten zwischen 1951 und 1961 produziert und danach erinnert sich die Geschichte nur noch an den Lincoln Continental, der bis 1967 gebaut wurde.
Einer der Hauptgründe für die Abkehr von den "offenen Limousinen" liegt im allmählichen Übergang vom Fahrgestell zur tragenden Karosserie. Letzteres hat in den Säulen und im Dach ein wichtiges Strukturelement und bei deren Fehlen ist es schwieriger, eine ausreichende Robustheit der Karosserie zu gewährleisten. Trotzdem blieb bei Mercedes offenbar stets ein wenig Nostalgie übrig.
Im Jahr 2007, kurz nach der Einführung der S-Klasse der Baureihe W 221, nutzte der damalige Daimler-Chrysler-Konzern die Plattform des Flaggschiffs für das Konzeptfahrzeug Ocean Drive, das mit dem leistungsstarken 5,5-Liter-V12-Motor (517 PS, 830 Nm) aus dem S 600 ausgestattet war, der dort nur für die Langversion erhältlich war.


Von den Abmessungen einmal abgesehen, war es gar nicht so einfach, die Merkmale des Flaggschiffs im Prototyp zu erkennen: Abgesehen von der weichen Linie des Faltdachs (das Öffnen dauerte nur 20 Sekunden und das Schließen ebenso lange) und dem luxuriösen Innenraum fiel der Ocean Drive auch durch ein ganz anderes Außendesign auf.
Die Frontpartie war beispiellos und sollte 3 Jahre später die des CLS der zweiten Generation inspirieren, während die Türen ohne Fensterrahmen und mit fast unsichtbaren Griffen das konservative Image von Mercedes verwässern zu wollen schienen, mit einem schönen Endeffekt: Was fehlte noch, um in Serie zu gehen?

Das Konzeptfahrzeug feierte sein offizielles Debüt auf der Detroit Auto Show 2007. Man könnte sagen, dass es "home-grown" war, nicht nur weil ein nordamerikanisches Designteam an dem Projekt mitgewirkt hat, sondern auch, weil große 4-sitzige Cabriolets auf diesem Markt schon immer am erfolgreichsten gewesen sind. Und genau hier sollte der Ocean Drive sein Zielpublikum erreichen.
Doch besagtes Publikum war nicht restlos begeistert: Die Reaktionen fielen nicht einhellig aus und vielleicht war die Zeit noch nicht reif für ein S-Klasse Cabrio, das erst in der nächsten Generation mit klassischen zwei Türen kommen sollte. Hinzu kam vermutlich auch die 2008/09 einsetzende Wirtschaftskrise.
Weitere vergessene Studien:
Vergessene Studien: Volkswagen Concept R (2003)
Vergessene Studien: Bugatti EB112 (1993)
2007 befand sich die wenige Jahre zuvor wiederbelebte Marke Maybach in einer Schwächephase: Die Modelle 57 und 62, basierend auf der S-Klasse W 220, sahen im Vergleich zur britischen Konkurrenz bereits veraltet aus und ein technologisch neueres Cabrio hätte vielleicht Besserung bringen können.


Laut offizieller Version lag dies an einer unzureichenden Steifigkeit der Karosserie, um "die höheren Anforderungen der Marke Maybach" zu erreichen. Deshalb zog man es vor, mit dem Maybach 62 S Landaulet einen "Mittelweg" vorzuschlagen, bei dem nur der letzte Teil der Kabine geöffnet werden konnte und der ohnehin nur in sehr geringer Stückzahl gebaut wurde.
Die Steifigkeit der Karosserie des Konzepts entsprach offenbar nicht einmal den Standards der Marke Mercedes-Benz selbst. So blieb der Ocean Drive letztlich eine einmalige Sache.
Bildergalerie: Mercedes Ocean Drive (2007)

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