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Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test: Gut gereift?

Der Benziner mit 160 PS kam zum Facelift vor gut einem Jahr

Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022)

Roland Hildebrandt Roland Hildebrandt

Von: Roland Hildebrandt

9. Aug. 2022 um 19:23 Uhr

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Wir könnten jetzt die große Kalauer-Kanone abfeuern: Der Ceed aber gut aus. Tatsächlich überzeugt der Kia Ceed seit 2018 mit einer netten Optik. Dazu gute Ausstattung und lange Garantie. Reicht das immer noch, um mit VW Golf und neuem Opel Astra zu konkurrieren?

Kia hat jedenfalls nicht geschlafen und dem Ceed im Sommer 2021 ein Facelift verpasst. Neu ist zudem ein 1,5-Liter-Turbobenziner mit 160 PS Leistung, der den bisherigen 1.4 T-GDI mit 140 PS ersetzt. Ob er überzeugen kann, haben wir anhand eines Fünftürers in GT-Line geprüft.

Die Facelift-Maßnahmen in Kurzform: Neue Leuchten, neuer Grill, innen Feinschliff im Detail. Keine weltbewegenden Änderungen, aber wozu auch? Der 4,32 Meter lange Ceed Fünftürer ist kaum gealtert. Der schönere Golf? Der elegantere 1er? Suchen Sie es sich aus.

Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

Einziger Kritikpunkt von meiner Seite sind die speziellen LED-Rückleuchten der GT-Line mit 48 wabenförmigen Modulen. Ein Hingucker in Aktion, wirkt aber doch etwas wie 90er-Jahre-Tuning. Geschmacksache. 

Unbestreitbar sind aber die Qualitäten des Ceed oder wie es ein Kollege auf den Punkt brachte: "So hätte ich mir den VW Golf 8 gewünscht". In der Tat, Kia liefert eine gute Materialqualität, eine schnell verständliche Bedienung und eine solide Software. Android Auto und Apple CarPlay funktionieren übrigens jetzt kabellos. 395 bis 1.291 Liter Kofferraum sind mehr als fair, ebenso das Platzangebot im Fond. Toll auch: Die Parkpiepser hinten warnen im Bild der Rückfahrkamera vor Querverkehr.

Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

Wenn schon beim Lobhudeln bin: Die knackige Sechsgang-Schaltung, ein guter Abrollkomfort und die gute Kurvenlage stehen auf der Habenseite. Leider ist pikanterweise gerade der noch junge 1,5er-Turbobenziner der Bremsklotz. An das rauhe Klangbild des Motors bei Tempo 120/130 kann man sich noch gewöhnen. Doch sowohl meine Wenigkeit als auch Kollegen merkten an, dass das Aggregat beim Anfahren schlecht am Gas hängt.

Will heißen: Man legt los wie ein Fahranfänger, der die drei Pedale im Fußraum erst zusammenbringen muss. Entweder Motor abwürgen oder unanständig hohe Drehzahlen plus Kavalierstart. Hier sollte die Kia-Entwicklungsabteilung unbedingt noch Feinschliff betreiben. 

Interessenten am Ceed 1.5 T-GDI würde ich zur DCT-Automatik raten, dann ist auch 48V-Mildhybridtechnik serienmäßig an Bord. Denn die Maschine ist gut und liefert 253 Newtonmeter maximales Drehmoment zwischen 1.500 und 3.500 Umdrehungen. Die Kraft fühlt sich nicht explosiv an, vielmehr wird sie wie Butter aufs Brot gestrichen. 8,4 Sekunden auf 100 km/h mit manuellem Getriebe zeugen davon.

Die Rivalen des Ceed im Fahrbericht:

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Wie sieht es in Sachen Verbrauch aus? Zwischen 5,5 und 6,3 Liter nach WLTP nennt Kia. Wir ermittelten im Schnitt 6,9 Liter, um sechs Liter sind aber durchaus erzielbar.  Seine Trumpfkarte spielt der Ceed 1.5 T-GDI beim Preis aus. Los geht es bei 25.090 Euro mit schon guter Serienausstattung. 28.790 Euro möchte Kia laut Liste für den ziemlich kompletten "Spirit" haben, der kaum Wünsche offenlässt. Gut so, denn die Extras gibt es meist nur in Paketen.

Nochmals 900 Euro teurer wäre die GT-Line. Mein Tipp: Investieren Sie diese Differenz lieber in die zwischen 1.600 und 2.000 Euro Aufpreis für die DCT-Automatik.

Fazit: 8/10

Der Kia Ceed 1.5 T-GDI ist ein gelungenes Benziner-Gesamtpaket abseits von Plug-in-Hybrid und Elektro. Preis, Ausstattung und Garantie überzeugen, auch das Design macht ihn mehr als zu einem Geheimtipp. Einziger Pferdefuß ist die unausgewogene Motor-Getriebe-Abstimmung beim Anfahren.

Bildergalerie: Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

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Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

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Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022) im Test

Bild von: Fabian Grass

Kia Ceed 1.5 T-GDI GT-Line (2022)

Motor Vierzylinder-Turbobenziner, 1.482 ccm

Leistung 117,5 kW (160 PS) bei 5.500 U/min

Max. Drehmoment 253 Nm bei 1.500 - 3.500 U/min

Antrieb Frontantrieb

Getriebeart manuelles Sechsgang-Getriebe

Beschleunigung 0-100 km/h 8,4 Sek.

Höchstgeschwindigkeit 210 km/h

Länge 4.325 mm

Breite 1.800 mm

Höhe 1.447 mm

Kofferraumvolumen 395 - 1.291 Liter

Leergewicht 1.330 - 1.455 kg (je nach Ausstattung)

Zuladung 490 kg

Anhängelast 1.410 kg

Verbrauch 5,5 - 6,3 Liter/100 km (WLTP)

Emission 125 - 142 g/km CO2, Euro 6d

Basispreis 29.690 Euro

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