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Test: So fährt sich der neue Opel Corsa OPC
Rennschwein Rudi Rüsselsheim

Motor1.com 
Von: Motor1.com
27. Apr. 2015 um 11:32 Uhr
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Es war auf der IAA 1987 in Frankfurt, als Opel dem Corsa einen 1,6 Liter großen Vierzylinder-Benziner mit 106 PS unter die Haube packte und das Ergebnis mit der Aufschrift GSi versah. Damit war der Kleinwagen nicht nur deutlich schneller als vergleichbare Segmentgegner, sondern konnte in Sachen Fahrdynamik auch vielen Fahrzeugen der Mittelklasse das Wasser reichen.
1999 wurden dann die als Alltagssportler bekannt gewordenen GSi-Modelle durch Autos von Opels Performance Center, kurz OPC, ergänzt. Das erste Produkt war der Astra G OPC. Das Kleinwagensegment um den Corsa wurde schließlich 2007 von OPC in Angriff genommen.
23.000 Corsa-OPC-Exemplare später geht jetzt das neue Rennsemmel-Modell auf dreitüriger Corsa-E-Basis an den Start.
Was Opels neuer Performance-Zwerg drauf hat? Wir haben es auf einer ersten Testfahrt in Nordspanien ausprobiert.
Statistiker und bissige Kleinwagen-Motoren
Der Motor des Corsa E OPC ist der gleiche 1,6-Liter-Turbo, der schon das Vorgänger-Modell ab 2007 befeuerte. Neu sind der Ansaugtrakt, die Ladeluftkühlung, die Einspritzdüsen und die Motorsteuerung. Dadurch generiert das kleine Kraftpaket jetzt bis zu 207 PS und 280 Newtonmeter Maximal-Drehmoment. Top, denn das sind 15 PS mehr als im Corsa D OPC. Flop aber auch, denn das sind gleichzeitig drei PS weniger als in der letzten Nürburgring Edition. Warum die Leistung des Neuen nicht sprunghaft anstieg? Die Euro-6-Norm ist Schuld.
Aber das sind kleinkarierte Zahlenspielereien, die nur die Statistiker-Fraktion verärgern könnten. Beim Tritt aufs Gaspedal macht der kleine Turbo-Otto nämlich trotzdem mächtig Radau. Kein synthetischer Dosenkrach, alles echt. So untermalt die Remus-Abgasanlage mit einer angenehm knurrigen Akustik den 6,8-Sekunden-von-Null-auf-Hundert-Sprint und wird gleichzeitig bei hohen Geschwindigkeiten (230 km/h Spitze) nicht übermäßig anstrengend für die Ohren. Leider sind nordspanische Straßen nicht die neusten und so hat es die serienmäßige 17-Zoll-Bereifung an der Vorderachse schwer, den Grip aufzubauen, den der ab 2.000 Umdrehungen sehr bissige Motor verdient hätte.
Hard- und Software im Zusammenspiel
Der Corsa OPC ist nicht gemacht, um mit Höchstgeschwindigkeit die linke Autobahnspur zu okkupieren – obwohl er es könnte. Nein, er ist gemacht für enge Straßen, viele Kurven und all jene Strecken, die zwei-Tonnen-500-PS-plus-Boliden das Fürchten lehren. Viele Lastwechsel und noch mehr Richtungsänderungen eben. Hier ist das kleine Rennschwein aus Rüsselsheim heimisch.
Das gegenüber der Serie um zehn Millimeter tiefere Koni-Fahrwerk passt die Dämpferkräfte an die Bewegungsfrequenz des Fahrzeugs an. So bleibt es bei sportlich-fordernder Fahrweise sehr straff, um die Kurve auch ausreichend mit dem Popo-Meter erfühlen zu können. Endet die Kurvenjagd, werden Bodenwellen und Querfugen wieder komfortabler weggebügelt.
Lobenswert auf Hardware-Seiten sind auch die optionale mechanische Lamellen-Differenzialsperre, die den Corsa OPC vollends zum beliebten Schienenfahrzeug werden lässt, sowie die um 13 Prozent verkürzten Wege der Sechsgang-Schaltbox. Wem das zu viel Präzision und Fahrstabilität ist, der kann das ESP durch eine neun-Sekunden-Tastenbetätigung völlig ausschalten. Für alle, die etwas weniger risikofreudig sind, ist der neue Competition-Modus mit an Bord. Er deaktiviert das DSC und hält das ESP an einer etwas längeren Leine.
Preise, Sonder- und Serienausstattungen
Bestellen kann man bereits ab mindestens 24.395 Euro. Für den doch sehr saftigen Einstiegspreis gibt's aber eine sportliche Ausstattung zum Topmodell: Recaro-Sportsitze, denen der Spagat zwischen Peformance und Komfort gelingt und ein abgeflachtes und kleines Leder-Lenkrad, mit dem sich der Sportzwerg exakt pilotieren lässt, sind Serie. Auch ein OPC-Schaltknauf sowie Sportpedalerie sind ohne Aufpreis mit an Bord. Optisch unterscheidet sich der Radau-Corsa von den Standard-Modellen durch die größeren Lufteinlässe an der Front, die schmale Hutze auf der Haube und neue Schweller-Leisten. Für mehr Heckpräsenz gibt es einen Dachkantenspoiler in wahlweise zwei Ausführungen sowie einen Diffusor mit zweiflutigen Endrohren für das OPC-Modell.
Das exklusive Performance-Paket mit 18-Zöllern, Differenzialsperre, sportlicherer Fahrwerksabstimmung und 330-Millimeter-Brembo-Bremsscheiben an der Vorderachse schlägt noch einmal mit 2.990 Euro zu Buche. 2.990 Euro, die man getrost anlegen sollte, auch wenn man die etwas lasch zupackenden Brembo-Verzögerer vernachlässigen könnte.
Wertung
-
★★★★★★★★☆☆
Opel verjüngt nach acht Jahren den Corsa OPC. Auch wenn der Generationen-Sprung auf dem Papier als ein Kleiner wahrgenommen wird, ist das neue Modell optisch und technisch so sportlich wie nie. Funktionalität und Alltagstauglichkeit der dreitürigen Corsa-Basis blieben bei der OPC-Trainingseinheit erhalten. Das 207-PS-Krawalltriebwerk sorgt für gehörigen Turbo-Fahrspaß, wenn auch erst ab 2.000 Umdrehungen pro Minute. Die Remus-Abgasanlage macht angenehmen Akustik-Radau. Highlight sind das gut austarierte Fahrwerk, die präzise Lenkung sowie das die Kurvendynamik steigernde mechanische Lamellen-Differenzial. 24.395 Euro sind ein hoher Basispreis, der sich aber durch eine gute und reichhaltige Ausstattung rechtfertigen lässt.
+ sportliches Allrounder-Fahrwerk, präzise Vorderachse mit genauer Lenkung, kraftvoller Turbo-Antritt, umfangreiche Serienausstattung
- hoher Basispreis, träge Navigationsapp
-
Antrieb
85%
-
Fahrwerk
95%
-
Karosserie
80%
-
Kosten
75%
Preisliste
Opel Corsa OPC
Grundpreis: 24.395 Euro
Ausstattungen Preis in Euro ABS Serie ESP Serie ASR Serie Airbag Fahrer Serie Airbag Beifahrer Serie Seitenairbags vorn Serie Kopfairbags vorn Serie Kopfairbags hinten Serie elektr. Fensterheber vorn Serie elektr. verstellbare Außenspiegel Serie Klimaanlage Serie Klimaautomatik 310 Zentralverriegelung mit Fernbed. Serie Automatikgetriebe - Bildschirmnavigation 300 CD-Radio Serie MP3 Serie elektr. Schiebedach 850 Metalliclackierung ab 465 Euro Leichtmetallfelgen Serie (17 Zoll) Sitzhöheneinstellung Serie Tempomat Serie Lederausstattung 710 Xenonlicht Serie
Lederlenkrad Serie Standheizung 1.785 Bordcomputer Serie OPC-Dachspoiler 200 Sitz- und Lenkradheizung Serie (in Verbindung mit Lederausstattung) OPC-Performance-Paket 2.990 Recaro-Sportsitze Serie Frontkamera 700
Datenblatt
Motor und Antrieb Motorart Reihen-Benziner mit Turboaufladung Zylinder 4 Ventile 4 Hubraum in ccm 1.598 Leistung in PS 207 Leistung in kW 152 bei U/min 1.900 - 5.800 Drehmoment in Nm 245 (kurzzeitig: 280 Nm) Antrieb Frontantrieb Gänge 6 Getriebe Schaltgetriebe Fahrwerk Spurweite vorn in mm 1.472 Spurweite hinten in mm 1.464 Radaufhängung vorn McPherson Radaufhängung hinten Torsionslenker Bremsen vorn Scheiben Bremsen hinten Scheiben Wendekreis in m 10,6 Räder, Reifen vorn 215/45 R17 Räder, Reifen hinten 215/45 R17 Lenkung geschwindigkeitsabhängige Servolenkung Maße und Gewichte Länge in mm 4.021 Breite in mm 1.736 Höhe in mm 1.479 Radstand in mm 2.510 Leergewicht in kg 1.293 Zuladung in kg 377 Kofferraumvolumen in Liter 285 Kofferraumvolumen, variabel in Liter 1.090 Dachlast in kg 75 Tankinhalt in Liter 45 Kraftstoffart Super Fahrleistungen / Verbrauch Höchstgeschwindigkeit in km/h 230 Beschleunigung 0-100 km/h in Sekunden 6,8 Elastizität von 80-120 km/h in Sekunden 6,4 EG-Gesamtverbrauch in Liter/100 km 7,5 EG-Verbrauch innerorts in Liter/100 km 9,9 EG-Verbrauch außerorts in Liter/100 km 6,2 CO2-Emission in g/km 174 Schadstoffklasse Euro 6
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