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Bugatti könnte seinen V16-Motor mit einem Schaltgetriebe kombinieren

Entfallen dann sogar die drei Elektromotoren zugunsten eines reinen Verbrenners mit drei Pedalen?

Motor des Bugatti Tourbillon
Bild von: Bugatti

Bugatti hat sich seinen Ruf damit erarbeitet, Autos zu bauen, die Leistung in extreme Bereiche treiben. Doch Mate Rimac denkt offenbar über einen anderen Ansatz für die Zukunft der Marke nach. Der Unternehmenschef deutete an, dass der Tourbillon mit Cosworth-V16 nicht nur ein Hypercar ist, sondern eine Plattform, auf deren Basis künftige Ableger Bugatti aus Molsheim neue Spielräume eröffnen könnten.

Solche Varianten oder eigenständige Modelle könnten eine leichtere, fahraktivere Auslegung umfassen – möglicherweise ohne Hybridtechnik und Doppelkupplungsgetriebe, dafür mit einem klassischen Verbrenner und Handschaltung. Gegenüber dem Magazin Top Gear sagte Rimac, Bugatti könne nach dem Abschied von den engen Konzernvorgaben des Volkswagen-Konzerns nun freier denken.

Bildergalerie: Bugatti Tourbillon

Auf die Frage, ob Bugatti ein manuelles Getriebe einbauen könnte, reagierte Rimac enthusiastisch: "Absolut. Darauf können Sie wetten." ("Absolutely. You bet"). Das ist zwar noch keine Bestätigung für ein Hypercar mit drei Pedalen. Allein die Tatsache, dass Bugatti darüber nachdenkt, dürfte bei manchen Superreichen aber bereits Blankoschecks in Richtung Rimac auslösen.

Der "normale" Tourbillon war ausverkauft, bevor die Produktion überhaupt begann. Man braucht also keine Glaskugel, um sich vorzustellen, dass eine reine Verbrenner-Version mit drei Pedalen bei dieser Kundschaft sofort gefragt wäre.

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Motor des Bugatti Tourbillon V16

Foto: Bugatti

Sammler würden sich um ein solches Auto reißen

Der Verzicht auf die drei Elektromotoren, das Doppelkupplungsgetriebe und vor allem die 25-kWh-Batterie würde das Auto zudem deutlich leichter machen, was dem Fahrerlebnis sicher zugutekäme. Wer sich ein solches Auto leisten kann, würde womöglich gern auf die zusätzliche Leistung des Hybridsystems verzichten, wenn stattdessen ein reiner V16 mit Schaltgetriebe geboten wird. Auch Sammler dürften sofort Schlange stehen, denn es ist leicht vorstellbar, dass solche Autos in 20 bis 30 Jahren mehr wert sein könnten als der hybride Tourbillon.

Der Motor selbst ist bereits ein starkes Argument für ein solches Projekt. Der 8,3-Liter-V16-Saugmotor leistet ohne elektrische Unterstützung 735 kW (1.000 PS), dreht bis 9.000 U/min und entwickelt 900 Nm Drehmoment. Das wäre genug Kraft, um einen hypothetischen Tourbillon mit Handschaltung in eine eigene Liga zu stellen. Selbst ohne Elektromotoren, die bei niedrigen Drehzahlen die Lücken füllen.

Die größere Herausforderung wäre die Entwicklung eines manuellen Getriebes, das mit dieser enormen Leistung zurechtkommt. Selbst in diesem Marktsegment ist ein drittes Pedal deutlich komplizierter umzusetzen, als es klingt. Andererseits wirkte auch die Idee eines V16-Saugmotors in einem Straßenauto ziemlich verrückt – bis Bugatti sie tatsächlich realisiert hat.

<p><em>Motor des Bugatti Tourbillon V16</em></p>

Motor des Bugatti Tourbillon V16

Foto: Bugatti

Ein V16 mit Handschaltung klingt verrückt – aber es ist Bugatti

Vor diesem Hintergrund wirkt ein manuelles Getriebe gar nicht mehr ganz so abwegig. Es würde zweifellos erheblichen Entwicklungsaufwand erfordern, doch Rimac hat bereits gezeigt, dass er bereit ist, Konventionen infrage zu stellen. Und wenn es eine Marke gibt, die sich leisten kann, etwas zu bauen, nur weil es technisch faszinierend ist, dann ist es Bugatti.

Bislang hat Bugatti keine Pläne für einen leichten Tourbillon mit Handschaltung bestätigt. Man sollte dies also nicht als Ankündigung verstehen. Dennoch: Da Mate Rimac ein echter Autoenthusiast ist und weiß, dass elektrische Hypercars nicht besonders gut verkauft werden, wirkt ein "analoger" Tourbillon fast naheliegend. Zumal man damit gutes Geld verdienen dürfte.

Der gewaltige V16 des Tourbillon ist schon jetzt eine klare Absage an den Downsizing-Trend der Branche. Während andere Hersteller mit Turboladern immer mehr Leistung aus kleineren Motoren holen, ging Bugatti den umgekehrten Weg und entwickelte einen Saugmotor mit der höchsten Zylinderzahl, die es je in einem serienmäßigen Straßenauto gab.

Bugatti Tourbillon (2026) in Südspanien

Drei Pedale und sechzehn Zylinder

Den V16 mit einem Schaltgetriebe zu kombinieren, würde diesen rebellischen Ansatz noch weiter treiben. Automatikgetriebe sind selbst bei Sportwagen längst die Standardwahl, weil sie schneller schalten und immer höhere Drehmomente verarbeiten können. Drei Pedale werden in der Performance-Welt immer seltener, besonders im Hypercar-Segment, wo Hersteller auf Rundenzeiten und Beschleunigungswerte fixiert sind.

Ein Tourbillon mit Handschaltung wäre nicht schneller. Aber genau darum ginge es auch nicht. Er würde seinen Besitzern eine direktere Verbindung zum Motor geben und jeden Gangwechsel zu einem Ereignis machen, statt dem Auto die gesamte Arbeit zu überlassen. In einer Welt, die davon besessen ist, Zehntelsekunden bei der Beschleunigung einzusparen, wäre ein Auto, das seinem Fahrer wieder etwas mehr abverlangt, eine willkommene Abwechslung.