BAW 212 zeigt sich in Paris als ultimatives Overlanding-Mobil
Mit dem mächtigen Aufbau sollte der Turbodiesel des China-Geländewagens kein Problem haben
Der Trend zum autarken Reisen abseits asphaltierter Straßen ist ungebrochen, und Automobilmessen weltweit spiegeln diese Sehnsucht nach Freiheit wider. Ein besonders markantes Exponat zog jetzt auf dem Pariser Autosalon 2026 die Blicke auf sich: Ein robuster Pick-up mit dem klassischen Typenschild „212“ und der Modellbezeichnung „P01“, ausgerüstet für die ganz große Expedition.
Das in einem kräftigen Metallic-Rot lackierte Fahrzeug demonstriert eindrucksvoll, wie traditionelle Offroad-Gene mit modernen Ansprüchen an das mobile Leben in der Natur verschmelzen.
Bildergalerie: BAW 212 mit Campingaufbau
Hinter der Bezeichnung verbirgt sich die Neuinterpretation einer wahren Geländewagen-Ikone aus China. Die traditionsreiche Marke BAW (Beijing Auto Works) hat ihrem berühmten Modell 212 ein zeitgemäßes Facelift verpasst, ohne dabei den kantigen, kompromisslosen Charakter zu verwässern.
BAW 212 Pick-up: Die technischen Daten
Das in Paris gezeigte Modell 212 P01 basiert auf dem Pick-up, der bald nach Deutschland kommen soll und einen Leiterrahmen aufweist. Dieser BAW 212 ist mit einem Dieselmotor ausgestattet und misst 5.469 Millimeter in der Länge, 1.955 Millimeter in der Breite sowie 1.960 Millimeter in der Höhe bei einem Radstand von 3.488 Millimetern. Die Bodenfreiheit beträgt unbeladen 251 Millimeter und im voll geladenen Zustand 238 Millimeter. Der vordere Böschungswinkel liegt unbeladen bei über 42 Grad beziehungsweise 22 Grad mit Anhängerkupplung, während der hintere unbeladene Böschungswinkel über 26 Grad beträgt.
Der Rampenwinkel beläuft sich unbeladen auf 20,4 Grad und voll geladen auf 16,9 Grad, die maximale Wattiefe wird mit 850 Millimetern angegeben. Je nach Ausführung verfügt das Modell über ein BorgWarner-Allradsystem sowie bis zu zehn verschiedene Fahrmodi.
Bildergalerie: BAW 212 Pick-up (2026)
Der 2,3-Liter-Antriebsstrang verfügt über ein 8-Gang-Automatikgetriebe von ZF, eine maximale Nettoleistung von 138 kW sowie ein maximales Drehmoment von 500 Nm. Die Radaufhängung besteht vorne und hinten aus Fünflenker-Starachsen, ergänzt durch ein zuschaltbares Allradsystem mit einem drehmomentstarken BorgWarner-Verteilergetriebe. Eine Zentraldifferential-Sperre ist nicht verfügbar, wohingegen eine Differentialsperre an der Hinterachse vorhanden ist, während die Vorderachse darüber nicht verfügt.
Verzögert wird das Fahrzeug durch innenbelüftete Scheibenbremsen an Vorder- und Hinterachse, auf denen Reifen der Dimensionen LT285/65R18 AT oder O285/65R18 HT aufgezogen sind. Für die passive und aktive Sicherheit sorgen Fahrer-, Beifahrer- und Seitenairbags, die elektronische Stabilitätskontrolle ESC, Einparkhilfe vorne und hinten, Auto-Hold, Berganfahrhilfe sowie Bergabfahrhilfe.
Zahlreiche Fahrmodi wie Standard, Eco, Sport, Schnee, Sand, Fels, Schlamm, Wat-Modus, Berg-Modus, Cross-Axle, Crawl Control und Tank Turn stehen zur Verfügung, unterstützt von einem 360-Grad-Rundum-Kamerasystem samt transparenter Fahrwerksansicht. Im Innenraum bietet das Fahrzeug ein 10,25-Zoll Full-LCD-Kombiinstrument, ein 12,3-Zoll zentrales Control-LCD-Display, DAB+-Hardware sowie CarPlay-Smartphone-Konnektivität.
Der Fahrersitz ist mit Längsverstellung, Lehnenneigung, 2-Wege-Höhenverstellung, 4-Wege-Lendenwirbelstütze sowie Sitzheizung und -belüftung ausgestattet, während der Beifahrersitz über eine manuelle Lehnenneigungs- und Längsverstellung sowie eine elektrische Verstellung mitsamt Sitzheizung und -belüftung verfügt.
Die Ladefläche weist Innenmaße von 1.555 mal 1.520 mal 490 Millimeter auf und besitzt serienmäßig eine gesprühte Ladeflächenbeschichtung, innere Zurrösen, ein Heckklappen-Erweiterungsdock sowie eine Ladeflächenbeleuchtung an beiden Seiten; ein Relingsystem, eine ausklappbare Heckklappentrittstufe und eine 220V-Steckdose sind als Optionen erhältlich.
BAW 212 mit Campingaufbau
Campingaufbau für echte Globetrotter
Besonderes Augenmerk verdient der auf der Ladefläche installierte Campingaufbau, der voll auf den aktuellen Overlanding-Trend setzt. Statt einer simplen offenen Pritsche thront hier ein massives, multifunktionales Hardtop-Gehäuse, auf dem ein geräumiges Hartschalen-Dachzelt integriert ist.
Diese Konstruktion bietet entscheidende Vorteile für Fernreisende: Im Gegensatz zu klassischen Stoffzelten lässt sich ein Hartschalen-Dachzelt innerhalb von Sekunden öffnen und schließen. Nach einer langen Fahrt ist das Nachtlager im Handumdrehen einsatzbereit.
BAW 212 mit Campingaufbau
Durch die erhöhte Position auf dem Hardtop schläft man komplett entkoppelt vom feuchten oder unebenen Boden. Kriechtiere, Schlamm und Bodenfeuchtigkeit bleiben draußen. Zudem bietet die feste Schale einen deutlich besseren Schutz vor starkem Wind und Regenschauern als herkömmliche Zeltkonstruktionen. Solche Aufbauten nutzen den Raum auf der Ladefläche zudem optimal aus. Seitliche Fächer und Airlineschienen bieten Platz für Bergegurte, Kompressoren, Werkzeug oder Küchenboxen, sodass die Ausrüstung sicher und geordnet transportiert werden kann.
Mit dem BAW 212 P01 und seinem durchdachten Campingaufbau wird der Pick-up vom reinen Nutzfahrzeug zum vollwertigen Expeditionsmobil. Wie und wann der besondere Aufbau nach Deutschland kommt, steht allerdings noch in den Sternen.
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