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Für eine persönlichere Erfahrung

Renaults Neo-Espace zeigt seinen spektakulären Innenraum

XXL-Display und Sitzkonfiguration wie im TGV

2026 Renault E-Space concept
Bild von: Renault
Stefan Wagner Stefan Wagner

Renaults sehr gelungene Retro-Mini-Van-der-Zukunft-Studie namens E-Space machte ja bereits vor ein paar Tagen den ersten Aufschlag. Hier können Sie sich das alles nochmal ansehen, wenn Sie mögen. Jetzt gewähren uns die Franzosen - pünktlich zum Start des Pariser Autosalons 2026 - auch einen Einblick in den durchaus spektakulären Innenraum des Neo-Espace.

Die vollelektrische Studie erinnert an den ersten Espace von 1984, will die zuletzt doch arg gebeutelte Gattung der Minivans wieder cool machen. Dabei setzt sie vor allem auch im Innenraum neue Akzente. Sechs flexible Einzelsitze, ein futuristisches Panorama-Cockpit und ein farbenfrohes Ambiente sollen das Reisen mit der Familie komfortabler und vielseitiger machen. Zugleich versteht Renault das Konzept als Alternative zum SUV-Trend. Das können wir nur begrüßen.

Bildergalerie: 2026 Renault E-Space concept

Sechs Einzelsitze zum Drehen und Umklappen

Das Herzstück des Renault E-Space Concept ist ein modularer Innenraum, der eher an eine moderne Lounge als an ein klassisches Auto erinnert. Die sechs Einzelsitze stehen auf einem durchgehend ebenen Boden und verzichten auf die übliche Schalensitzoptik. Stattdessen erinnern ihre lackierten Sitzschalen an Möbelentwürfe des französischen Designers Pierre Paulin. Schlanke Formen lassen sie zudem optisch leicht und beinahe schwebend wirken.

Die Sitze sind grundsätzlich gleich gestaltet, unterscheiden sich aber je nach Sitzreihe in ihren Eigenschaften. Besonders vielseitig sind die beiden Plätze in der zweiten Reihe: Sie lassen sich um 180 Grad drehen, sodass sich gemeinsam mit der dritten Reihe ein einander zugewandter "TGV-Sitzplatz-Vierer" bilden lässt.

2026 Renault E-Space concept

2026 Renault E-Space concept

Bild von: Renault

Alternativ können die Sitze der zweiten Reihe vollständig umgeklappt werden. Ihre Rückenlehnen dienen dann als großer Tisch für die Passagiere dahinter. In der normalen, nach vorne gerichteten Position stehen den Insassen zudem Klapptische mit jeweils einem 12,3 Zoll großen Bildschirm zur Verfügung, die an den Rückseiten der Vordersitze befestigt sind.

Eine verschiebbare Mittelkonsole ergänzt das flexible Raumkonzept. Sie kann mit einem Luftreiniger, einem kleinen Kühlschrank, Videospiel-Controllern und sogar einem „Vier gewinnt“-Spiel ausgestattet werden.

Glasdach und niedrige Fensterlinie für mehr Licht

Renault hat den Innenraum bewusst vor der Karosserie entwickelt. Das Ergebnis ist eine großzügig verglaste Fahrgastzelle, deren Gestaltung von der Bauhaus-Architektur inspiriert sein soll. Das Glasdach und die Seitenfenster reichen weit nach unten, während die niedrige Gürtellinie den Blick nach draußen erleichtert. Auch die Passagiere sollen von möglichst viel natürlichem Licht profitieren.

2026 Renault E-Space concept

2026 Renault E-Space concept

Bild von: Renault

Die hinten angeschlagenen Türen kommen ohne zentrale Säule aus und geben den Weg in den offenen Innenraum frei. Die niedrige Fensterlinie hat noch einen praktischen Vorteil: Die Insassen können ihre Ellbogen bequem auf der Türbrüstung ablegen, ohne dass zusätzliche Armlehnen nötig sind. Ergänzt wird das natürliche Licht durch Ambientebeleuchtung entlang des Innenraums, beleuchtete Lautsprecher und Leselampen an einer Schiene im Glasdach.

Panorama-Display statt klassischer Armaturentafel

Ganz vorne drin im Cockpit geht es auch hier nicht ohne eine Flut riesiger Displays. Das sogenannte OpenR Panorama erstreckt sich mit 1.130 Millimetern Breite und 110 Millimetern Höhe übers gesamte Armaturenbrett. Das geschwungene Display ersetzt weitgehend die klassische Armaturentafel, ist aber ausdrücklich nicht als Touchscreen ausgelegt. Seine Position nahe der Fahrbahn soll die Ergonomie verbessern und verhindern, dass der Blick beim Fahren unnötig weit von der Straße abweicht.

Bedient wird das System über zwei flexible Touchscreens, die sich um einen röhrenförmigen Sockel drehen, an dem auch das Lenkrad montiert ist. Je nach Bedarf lässt sich die angezeigte Informationsmenge anpassen. Das Layout soll zugleich mehr Freiraum auf der Beifahrerseite schaffen.

2026 Renault E-Space concept

2026 Renault E-Space concept

Bild von: Renault

Das Yoke-artige Lenkrad (auch ein Trend, der sich immer mehr durchzusetzen scheint) nutzt Steer-by-Wire-Technologie. Es ist also nicht mechanisch mit den Rädern verbunden, sondern über ein elektronisches Lenksystem. Dadurch kann sein Winkel flexibel angepasst werden. Renault kündigt an, dass das OpenR-Panorama-Display künftig auch in Serienmodellen der höheren Fahrzeugklassen zum Einsatz kommen soll. Den Anfang sollen die nächsten Generationen von Rafale und Scenic machen.

Farben und nachhaltige Materialien

Farblich setzt Renault auf kräftige Rottöne, von Scharlachrot über Violett bis Granatrot. Ein drei Zentimeter dicker Wollteppich mit korallenfarbener Mitte und dunkler werdenden Rändern prägt den Boden. Metallische Bedienelemente und Einlagen aus Stroh sollen einen hochwertigen, fast handwerklichen Eindruck vermitteln.

Auch bei den Materialien geht Renault neue Wege. Die Innenraumverkleidungen bestehen aus gefärbtem Stroh, der Teppich zu 100 Prozent aus Wolle. Für den Innenraumlack kommt ein Harz mit einem biobasierten Anteil von 18 Prozent zum Einsatz. Das Lenkrad enthält unter anderem Materialien auf Basis von Rizinusöl und Bio-Baumwolle. Selbst die Reifen nutzen Naturkautschuk aus nachhaltig bewirtschafteten Plantagen.

Kommt der Espace als Elektroauto zurück?

Das E-Space Concept ist 4,70 Meter lang, 2,02 Meter breit und 1,67 Meter hoch. Mit seiner niedrigen Gürtellinie, den kurzen Überhängen und 23-Zoll-Rädern interpretiert es die klassische Großraumlimousine neu, weigert sich, die immer gleiche SUV-Form, wie etwa auch beim aktuellen Espace zu übernehmen.

Ob und wann Renault die Studie in ein Serienmodell überführt, ist noch nicht klar. Der aktuelle Retro-Kurs mit den gelungenen Neuinterpretationen von R5, R4 und Twingo scheint aber zu funktionieren und macht Hoffnung, dass es auch der unserer Meinung nach starke E-Space in die Serienproduktion schafft.