Ruf-Porsche 914/6 eines berühmten Designers für sechsstelligen Betrag verkauft
Ruf verwandelte diesen Porsche 914/6 von einem zitronengelben GT in ein Grand-Prix-weißes Track Tool
Dieser Porsche 914/6 von 1970 wurde für einen Designer aufgebaut, der später die gesamte Designsprache von Hyundai verantwortete. Nun wurde das Auto auf der Plattform Bring a Trailer für 225.000 Euro verkauft. Der Wagen gehörte Luc Donckerwolke – und was Ruf daraus gemacht hat, erklärt den Preis.
Zunächst sollten wir aber wohl klären, warum bereits ein normaler 914/6 so besonders ist. Neben den 914er mit Vierzylinder bot Porsche seinen Mittelmotor-Sportler auch mit dem Sechszylinder aus dem 911T an. Allerdings war das Auto so teuer, dass man es bereits nach zwei Jahren und 3.300 Einheiten wieder vom Markt nahm. Über dem herkömmlichen 914/6 rangieren die GT-Modelle, von denen ab Werk weniger als 50 Exemplare gebaut wurden. Hinzu kommen Fahrzeuge wie dieses, die mit einem der offiziellen Sport-Kits (Werkscode M471) ausgestattet wurden. Davon wurden rund 400 Stück verkauft.
Um 2020 machte sich der bekannte Automobildesigner und Porsche-Sammler Luc Donckerwolke daran, den ultimativen 914/6 zu erschaffen. Sein aufwendiges Projekt ohne Rücksicht auf die Kosten begann mit einem Porsche 914/6 mit Matching Numbers, der ursprünglich Ende 1970 im belgischen Antwerpen ausgeliefert worden war. Eine originale Porsche-Rechnung vom 28. Mai 1975 belegt den Umbau zum Werks-GT. Dieser umfasste nicht nur die ikonischen verbreiterten Kotflügel, sondern auch eine verstärkte Karosserie und breitere Fuchs-Leichtmetallräder.
Donckerwolke kaufte das Auto mit 121.000 Kilometern auf der Uhr. Anschließend entschied er sich für einen umfangreichen Umbau in den heiligen Hallen des legendären Porsche-Veredlers Ruf Automobile in Pfaffenhausen.
Rennstrecken-tauglicher Umbau
RUF 1970 Porsche 914-6 im Besitz von Luc Donckerwolke
Ruf montierte eine Fronthaube, eine Motorabdeckung, Stoßfänger und Schweller aus GFK. Es folgten ein zentraler Tankstutzen und die Lackierung in Grandprixweiß.
Die schwarzen Fuchs-Räder messen weiterhin 8 Zoll Breite vorn und 9 Zoll hinten und sind nun mit Michelin-TB15-Reifen bestückt. Ruf verbaute RSR-Bremssättel, einen Bremskraftregler und neue Querlenker.
Im Innenraum ersetzen Recaro-Sitze mit schwarzem Vinylbezug das Seriengestühl. Dazu kommen Willans-Gurte und ein periodengerechter Heigo-Überrollbügel. Das Cockpit ist klar auf Trackdays ausgelegt.
Der 2,4-Liter-Sechszylinder-Boxer
Der ursprüngliche Sechszylinder-Boxermotor hatte 2,0 Liter Hubraum. Ruf vergrößerte ihn mit 87,5-Millimeter-Mahle-Kolben und -Zylindern auf 2,4 Liter – ein gängiges Upgrade für luftgekühlte Porsche-Sechszylinder.
Zum vergrößerten Motor kam eine Doppelzündung, kombiniert mit einer Öl-Kühlung im Monte-Carlo-Stil und einer Edelstahl-Abgasanlage von Friedrich Motorsport. Goldverchromte Ansaugtrichter sitzen auf den dreiflutigen Weber-Vergasern. Um die 190 PS leistet der Sechszylinder nun.
Die Kraft gelangt über ein Fünfgang-Schaltgetriebe mit Sperrdifferenzial an die Hinterräder. Hinzu kommen eine neue Kupplung und ein leichtes Schwungrad, die Ruf im Zuge des Aufbaus installierte.
Der fünfstellige Kilometerzähler wurde während der Restaurierung auf null gesetzt und zeigt nun 321 Kilometer an. Ein Porsche-Zertifikat bestätigt die Werksfarben und Seriennummern; zudem werden die originale Betriebsanleitung und Servicehefte mitgeliefert. Das Auto verfügt über eine deutsche Straßenzulassung und hat, wie auf den Kennzeichen zu sehen, sogar eine H-Zulassung.
Quelle: Bring A Trailer
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