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Für eine persönlichere Erfahrung

Mazda weiß: Die Leute wollen eigentlich keinen elektrischen MX-5

Die Kundschaft fragt nicht nach einem elektrischen MX-5. Stattdessen wollen Enthusiasten, dass der Roadster leicht und analog bleibt

Mazda Miata Future
Bild von: Ralph Hermens | Motor1

Mazda weiß besser als viele andere Hersteller, dass es beim MX-5 nicht um den größten Motor, die schnellste Beschleunigung oder die neueste Technik geht. Entscheidend sind vielmehr kompakte Abmessungen, geringes Gewicht, ein vergleichsweise erschwinglicher Preis und unverfälschter Fahrspaß. Und wenn man den Rückmeldungen der Kunden glaubt, soll der Roadster der nächsten Generation genau so bleiben.

Im Gespräch mit CarExpert anlässlich der australischen Markteinführung des neuen elektrischen CX-6e sagte Vinesh Bhindi, Managing Director von Mazda Australia, dass die Kunden vor Ort keineswegs Schlange stehen, um nach einem elektrischen MX-5 zu fragen. Im Gegenteil.

„Wir sehen nicht viele Kunden, die in den Showroom kommen und sagen: ‚Ein elektrischer MX-5? Das wäre etwas für mich.‘ Im Moment sind es eher MX-5-Besitzer, die fragen: ‚Wann bekomme ich die rein analoge Version der nächsten Generation?‘ Das ist wahrscheinlich eher das Thema im Autohaus als die Elektrifizierung.“

<p><em>Mazda Miata RF</em></p>

Mazda Miata RF

Foto: DW Burnett / Motor1

Warum reparieren, was nicht kaputt ist?

Das ergibt bei einem Auto, dessen Reiz vor allem in mechanischer Einfachheit und niedrigem Gewicht liegt, durchaus Sinn. Entgegen mancher Erwartungen hat Mazda bereits früher angedeutet, dass der nächste MX-5 einen größeren Motor bekommen könnte. Im Raum steht der seit einiger Zeit entwickelte, frei saugende 2,5-Liter-Benziner.

Der Skyactiv-Z befindet sich noch in der Entwicklung und soll im kommenden Jahr im CX-5 in Kombination mit einem hauseigenen Hybridantrieb debütieren. Vieles deutet darauf hin, dass auch der MX-5 diesen Motor erhalten könnte. Die Ingenieure peilen für den künftigen Roadster ein Leergewicht von rund 1.000 Kilogramm oder sogar weniger an.

Dieses Ziel zu erreichen, dürfte allerdings nicht einfach werden, denn eine Form der Elektrifizierung könnte nötig sein, um strengere Emissionsvorschriften einzuhalten.

Nun folgt der spekulative Teil: Ein Plug-in-Hybrid erscheint sehr unwahrscheinlich, weil eine größere Batterie einen erheblichen Gewichtsnachteil mit sich bringen würde. Hinzu kämen Packaging-Probleme, schließlich war der MX-5 schon immer ein sehr kompaktes Auto. Auch ein Vollhybrid im Toyota-Stil wirkt für einen Sportwagen nicht besonders passend.

Folglich könnte Mazda den kleinsten Kompromiss wählen und auf ein Mildhybrid-System setzen, während das Versprechen von Handschaltung und Hinterradantrieb bestehen bleibt.

<p><em>Mazda Miata RF</em></p>

Mazda Miata RF

Foto: DW Burnett / Motor1

Mazda weiß: Leichtbau ist entscheidend

Welchen Weg Mazda auch einschlägt, die Botschaft ist recht klar. Käufer eines MX-5 kommen nicht ins Autohaus und wünschen sich weniger Motorgeräusch, mehr Batteriezellen und ein schwereres Fahrzeug. Sie wollen, dass Mazda das bewährte Rezept unangetastet lässt. Gleichzeitig muss sich etwas ändern, damit der Wagen weltweit weiter angeboten werden kann.

Die aktuelle ND-Generation hat in Europa bereits ihren 2,0-Liter-Motor verloren, weil dieser die Emissionsvorgaben nicht mehr erfüllt. Übrig bleibt für Käufer hier der kleinere 1,5-Liter-Motor. Ja, um diesen Antrieb herum wurde das Auto ursprünglich maßgeblich entwickelt. Aus eigener Erfahrung lässt sich aber sagen: Die Wahlmöglichkeit mit dem kräftigeren Aggregat war immer willkommen.

Der nächste MX-5 dürfte noch auf sich warten lassen

Bislang gibt es keine Erlkönigbilder eines nächsten MX-5. Das spricht dafür, dass die neue Generation noch ein gutes Stück von der Serienfertigung entfernt ist. Da frühe Prototypen üblicherweise einige Zeit vor der Markteinführung auftauchen, dürfte der nächste Roadster mindestens noch zwei Jahre entfernt sein, wenn nicht länger. Mazda bleibt also Zeit, um herauszufinden, wie sich die notwendige Elektrifizierung integrieren lässt, ohne die leichte, puristische Grundformel des MX-5 zu verwässern.

Hoffentlich muss Mazda das nächste Modell für den stark regulierten europäischen Automarkt nicht zu sehr entschärfen. Und wenn man schon dabei ist: Eine Rückkehr des seltenen, bislang Japan vorbehaltenen Coupés mit globaler Ausrichtung wäre ein schöner Gedanke. Ein echtes Coupé könnte leichter sein als der MX-5 RF, weil es auf dessen komplexen Klappdach-Mechanismus verzichten würde. Eine interessante Option wäre das allemal, derzeit bleibt es aber Wunschdenken.

Selbst wenn der ND noch eine Weile weitergebaut wird, dürften sich nicht allzu viele Menschen beschweren. Näher an die Idealvorstellung eines Sportwagens kommt man kaum – vorausgesetzt, man passt hinein ...