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Anti-E-Auto-Kurs? Porsche bringt 2028 Benzin-Macan zurück, 911 bleibt fix Benziner

CEO Michael Leiters skizziert gemischte Modellpalette, streicht 9.000 Stellen und bestätigt: keine vollelektrische Version des 911

Porsche Macan S (2021)

Michael Leiters hat im Januar den Posten des Porsche-Vorstandsvorsitzenden übernommen – und die Monate seither genutzt, um pro Verbrenner zu argumentieren. Der neue Chef sagt allerdings, die Kritiker lägen falsch: Porsche kehre Elektroautos nicht den Rücken, wolle aber auch den Benziner nicht aufgeben.

Diese Position machte Leiters in einem neuen Interview deutlich. Er bestätigte einen Macan mit Verbrennungsmotor für 2028 und betonte zugleich, dass die Elektro-Pläne der Sportwagenmarke weiter Bestand hätten. Ein Modell bleibt davon jedoch ausgenommen: der 911.

Porsche setzt auf eine Mischung aus Elektro- und Verbrennermodellen

Porsche-CEO Dr. Michael Leiters und CFO Dr. Jochen Breckner

Porsche-CEO Dr. Michael Leiters und CFO Dr. Jochen Breckner

Bild von: Porsche

Leiters sagte, ihn als Elektroauto-Skeptiker zu bezeichnen, gehe völlig am Punkt vorbei. "Ich halte das für unfair", argumentierte er gegenüber der Financial Times und beschrieb seine Strategie als Erholung, nicht als Rückzug. Er will Verbrenner- und Elektromodelle nebeneinander sehen – nicht, dass das eine das andere ersetzt.

Der deutlichste Beleg dafür ist der Ersatz für den Verbrenner-Macan. Porsche wird 2028 wieder eine benzinbetriebene Version des Crossovers anbieten – Jahre nachdem die Baureihe auf reinen Elektroantrieb umgestellt wurde. Leiters will das neue Mittelklasse-SUV mit Verbrenner parallel zur Elektroversion verkaufen, nicht zweimal um dieselben Käufer werben.

Diese Sorge vor doppelten Investitionen zieht sich durch seinen gesamten Ansatz. "Wir müssen darauf achten, dass das Unternehmen nicht doppelt in Benziner und Elektroautos im selben Fahrzeugsegment investiert", sagte er. Damit beschreibt er ein Unternehmen, das zu stark auf Elektro gesetzt habe, bevor der Markt dafür bereit gewesen sei.

Leiters setzt außerdem darauf, dass Benziner im oberen Bereich des Modellprogramms weiterhin Anziehungskraft besitzen. "Wir müssen unsere Verbrennerstrategie wiederherstellen, aber ich bin sehr zuversichtlich, dass wir, sobald wir den Macan mit Benzinmotor haben, unseren Kunden ein sehr ausgewogenes Angebot aus Elektro- und Benzinfahrzeugen machen können", sagte er – mit Blick auf Käufer, die sich mit Batterieantrieb bislang nicht angefreundet haben.

Warum Leiters das Etikett des Skeptikers zurückweist

Porsche Macan GTS Electric

Porsche Macan GTS Electric

Bild von: Chris Rosales / Motor1

Die Zahlen hinter seiner Kurskorrektur sind herausfordernd. Die Verkäufe des elektrischen Macan gingen im ersten Halbjahr im Jahresvergleich um 40 Prozent zurück, die Auslieferungen in China sanken im selben Zeitraum um 32 Prozent. Die operative Marge von Porsche war 2025 auf 1,1 Prozent gefallen – belastet durch die Abschwächung in China und die Kosten des Rückzugs bei Elektroprojekten.

Dies zu korrigieren bedeutet nicht nur eine Neupositionierung, sondern auch Einschnitte. Leiters erzielte eine Vereinbarung, bis 2035 9.000 Stellen abzubauen und Porsches Tochtergesellschaften für E-Bikes, Batterien und Software zu schließen – Schritte, die er als Disziplin statt als Panik beschreibt. "In einem schwierigen Umfeld müssen wir unser Geschäftsmodell und die Größe unserer Organisation überdenken", sagte er.

Porsche nahm jüngst außerdem rund 1 Milliarde Euro ein, indem man seine Anteile an Bugatti Rimac und der Rimac Group verkaufte. Das verschafft finanziellen Spielraum, während Porsche neu sortiert, auf welche Wetten es weiterhin setzen will. All das wirkt nicht, als wolle man Elektroautos aufgeben. Eher wie ein Versuch, zu hohe Ausgaben dafür zu stoppen.

Leiters argumentiert, das größere Problem sei ein unausgewogener Markt – nicht die Technologie selbst. "Wenn wir gleiche Wettbewerbsbedingungen haben, müssen wir keinen Wettbewerb fürchten", sagte er. Diese Aussage richtet sich an Regulierer und Wettbewerber ebenso wie an Porsches eigene Produktplaner. Die Zuffenhausener hatten zuvor bereits ähnlich argumentiert und erklärt, man bewerte das Thema "Benziner gegen Elektroautos" nicht als moralische Frage.

Der elektrische 718 kommt, der 911 nicht

Rendering des Porsche 718 Cayman EV (2027)

Rendering des Porsche 718 Cayman EV (2027)

Bild von: Motor1

Porsche entwickelt weiterhin am batterieelektrischen 718, zu einem späteren Zeitpunkt wird es die Einstiegsmodelle Boxster und Cayman allerdings auch mit Sechszylinder geben. Anders als beim SUV also in einem einzigen Modell.  

Außerhalb dieser Diskussionen steht weiterhin der 911. Leiters bestätigte, dass es keine elektrische Version des Modells geben wird. Damit führt Porsche eine Linie fort, die die Marke seit Jahren vertritt und im September erneut bekräftigt hat.

Der aktuelle 911 nutzt im Carrera GTS bereits Hybridtechnik. Weiter geht die Elektrifizierung bei diesem Modell nicht. Ebenso klar hat Porsche eine Plug-in-Hybridversion ausgeschlossen und erklärt, das Auto dürfe nicht größer werden, nur um zusätzliche Technik unterzubringen.

Um auf der Elektroseite Schritt zu halten, ohne das eigene Entwicklungsbudget zu überdehnen, will Porsche laut Leiters auf Technologie des Volkswagen-Konzerns setzen. Die Logik gemeinsamer Plattformen, in diesem Fall zusammen mit Audis kommendem E-Sportwagen, ermöglicht Porsche einen elektrischen 718. Das bekannteste Modell der Marke bleibt unterdessen, wie es ist.