Toyota legt Wohnwagen-Duell neu auf: Hilux BEV unzerstörbar?
Schon vor 23 Jahren versuchte Top Gear die Pick-up-Ikone mit einem fallenden Wohnwagen zu zerstören. Es gibt eine Neuauflage ...
Erinnern Sie sich noch daran, wie Top Gear versuchte, einen Hilux zu zerstören – und damit spektakulär scheiterte? Toyota ganz sicher. Denn fast 23 Jahre nach der Ausstrahlung der berühmten Folge auf BBC 2 haben die Japaner einen der absurdesten Tests der Sendung wiederholt. Diesmal musste der vollelektrische Hilux beweisen, ob er genauso robust ist.
Die ursprüngliche TG-Folge lief am 23. November 2003, als Jeremy Clarkson einen Diesel-Hilux aus den 1980er-Jahren immer absurderen Misshandlungen aussetzte: Er fuhr ihn unter anderem direkt gegen einen Baum und ein Gebäude, ließ ihn im Meer zurück, traktierte ihn mit einer Abrissbirne, setzte ihn in Brand und ließ schließlich einen Wohnwagen auf ihn fallen. Irgendwie fuhr der ramponierte Pick-up trotzdem weiter.
Mehr als zwei Jahrzehnte später hat Toyota den Wohnwagen-Stunt für das Elektrozeitalter wieder hervorgeholt. Statt das Experiment einfach aus Nostalgie zu wiederholen, bat das Unternehmen Nutzer auf Reddit, darüber abzustimmen, wie der neue Hilux getestet werden soll. Zur Wahl standen zwei Optionen: ihn wiederholt mit einer Tonnen schweren Abrissbirne malträtieren oder einen Wohnwagen auf ihn fallen zu lassen. Das Internet entschied sich wenig überraschend für das Chaos.
Wie zu erwarten: Der elektrische Toyota Hilux überlebte
Der siegreiche Stunt fand auf dem Flugplatz Bentwaters in Suffolk statt. Toyota hob dort einen 760 Kilogramm schweren Wohnwagen auf rund neun Meter Höhe an. Anschließend wurde er direkt auf die Kabine des elektrischen Hilux fallen gelassen. Und ja: Der Wohnwagen zog den Kürzeren. Wäre es anders gekommen, gäbe es vermutlich kein Video davon.
Nachdem sich Staub und Trümmer gelichtet hatten, nahmen Ingenieure den Pick-up unter die Lupe. Toyota zufolge wies der Hilux lediglich überschaubare Karosserieschäden auf, ließ sich sofort einschalten und fuhr aus eigener Kraft davon. Das ist eine ziemlich deutliche Antwort auf die Frage, ob der Wechsel vom Verbrennungsmotor zur Batterie den Hilux womöglich verweichlicht hat.
Der Test ist besonders relevant, weil Toyota nach eigenen Angaben erheblichen Aufwand betrieben hat, um die Batterie des elektrischen Hilux zu schützen. Während der Entwicklung absolvierte der Pick-up Wasserdurchfahrten, Geländetests und sogar ein vollständiges Untertauchen der Batterie. Zudem entwickelten die Japaner spezielle Lösungen, um den Akku unter extremen Bedingungen vor Beschädigungen zu schützen.

Der originale Top-Gear-Stunt ist noch immer spektakulär
Wir würden unseren Job nicht richtig machen, wenn wir den ursprünglichen Stunt nicht erwähnen würden. Der neue Wohnwagen-Abwurf auf den elektrischen Hilux ist zwar unterhaltsam. Seine Bedeutung erschließt sich aber erst richtig, wenn man den Top Gear-Test gesehen hat, der die angebliche Unzerstörbarkeit des Pick-ups überhaupt erst legendär machte.
Der neue Hilux ist inzwischen in seiner neunten Generation angekommen – und keineswegs ausschließlich elektrisch unterwegs. Toyota bietet das Arbeitstier auch weiterhin mit einem bewährten Dieselmotor an. In einigen Märkten gibt es zudem einen Benziner. Außerdem soll in ein paar Jahren eine Variante mit Wasserstoff-Brennstoffzelle folgen. In der Zwischenzeit erhalten einige Regionen den Pick-up auch als Basismodell mit Stahlfelgen und Schaltgetriebe.
Zurück zum Stunt im Stil von Top Gear: Natürlich findet sich das Fallenlassen eines Wohnwagens auf einen Pick-up nicht in der offiziellen Betriebsanleitung. Der kontrollierte Versuch wurde von Profis auf abgesperrtem Gelände durchgeführt, anschließend barg Toyota die Trümmer des Wohnwagens sorgfältig zur Wiederverwertung.
Trotzdem hat es etwas wunderbar Passendes, ausgerechnet einen durch Top Gear berühmt gewordenen Stunt zu nutzen, um zu zeigen, dass der elektrische Hilux seine Herkunft nicht vergessen hat. Batterien, digitale Displays und Elektromotoren sind schön und gut – aber offenbar gehört zum Rezept weiterhin ein sehr wütender Wohnwagen.
Toyota lässt einen Wohnwagen auf den neuen elektrischen Hilux fallen
Die Tortur ist für diesen elektrischen Hilux noch nicht vorbei
Und Toyota hört hier nicht auf. Nachdem der Pick-up den Absturz überstanden hatte, übergab das Unternehmen die Schlüssel des elektrischen Hilux an den Top Gear YouTube-Kanal. Das deutet darauf hin, dass dieses arme Fahrzeug für Internet-Klicks und als Beweis für seine offenbar nicht verlorene Unverwundbarkeit noch weitere Strapazen über sich ergehen lassen muss.
Toyota mag für vernünftige Limousinen und SUVs bekannt sein, doch der Hilux zählt zu den meistverkauften Baureihen der Marke: Seit dem Marktstart im Jahr 1968 wurden mehr als 21 Millionen Exemplare ausgeliefert. Eine solche Langlebigkeit entsteht nicht zufällig.
Auch interessant
Toyotas nächstes Mittelmotor-Coupé geht dieses Wochenende ins Rennen
Dieser Skoda Octavia aus dem Jahr 2004 mit 605.000 Kilometer fährt sich noch immer hervorragend
Toyota Land Cruiser Sondermodell: Nur 75 Exemplare zum 75. Geburtstag
VW wollte elektrischen Bugatti Tourbillon: Rimac plädierte für V16
Toyota Yaris Cross (2026): Teures Facelift im ersten Test
Fiat Multiplay: Das italienische Comeback des Vans
H&R-Tieferlegungsfedern für den Toyota Land Cruiser