Home

News

Auto News

Diese exzentrischen Stromer sind Saudi-Arabiens erste eigene Autos

Die technischen Daten sind genauso irrwitzig wie das Styling

Ceer Exobot EVs

Bild von: Ceer

Von: Adrian Padeanu

Übersetzt von: Stefan Wagner

Veröffentlicht von: Stefan Wagner

22. Sep. um 08:40 Uhr

Als bevorzugte Quelle Motor1.com auf Google hinzufügen

Teilen

Saudi-Arabien will zu einem ernstzunehmenden Akteur in der Automobilindustrie werden – und hat nun einen wichtigen Schritt in diese Richtung gemacht. Ceer, die erste Automarke des Landes, hat ihre ersten Serienmodelle vorgestellt: zwei vollelektrische Fahrzeuge, die wirken, als seien sie einem Science-Fiction-Film entsprungen. Die Exzentriker hören als Limousine und SUV auf den Namen Exobot.

Ceer wurde 2022 vom saudi-arabischen Public Investment Fund (PIF) und Foxconn gegründet und ist Teil der Strategie des Königreichs, eine eigene Automobilindustrie aufzubauen. In den vergangenen Jahren hat das Unternehmen seine Entwicklungs- und Fertigungskompetenzen ausgebaut und dabei unter anderem mit BMW sowie einer langen Liste großer Zulieferer zusammengearbeitet. Jetzt zeigt Ceer erstmals, was aus diesen Bemühungen entstanden ist.

Den Exobot gibt es als Limousine oder SUV, beide Varianten basieren auf derselben modularen Elektroarchitektur. Das Design ist kompromisslos futuristisch: gewaltige Proportionen, eine keilförmige Silhouette, extrem schmale Leuchten und eine riesige Windschutzscheibe mit 2,4 Metern Länge. Die Limousine misst 5,26 Meter von Stoßfänger zu Stoßfänger, das SUV kommt auf 5,02 Meter. Beide Modelle sind 2,1 Meter breit.

Ceer Exobot Limousine

Ceer Exobot Limousine

Bilder von: Ceer

Ceer Exobot SUV

Ceer Exobot SUV

Fotos von: Ceer

Der Keil ist zurück

Das Design trägt zudem einige deutlich saudi-arabische Einflüsse. Laut Ceer ist die scharf gezeichnete, skulpturale Karosserie von der antiken Architektur von Hegra inspiriert. Die Lichtsignatur mit 32 Elementen verweist auf das Jahr 1932, in dem das Königreich Saudi-Arabien vereint wurde. Die Räder greifen wiederum ein Dreiecksmotiv auf, das sich an architektonischen Details im ganzen Land orientiert.

Der auffälligste Showeffekt sind jedoch unübersehbar die Türen. Die sogenannten Shahin Wing Doors bestehen aus fast drei Meter langen Paneelen, die in einem 60 Zentimeter großen Bogen nach oben öffnen. Inspiriert vom Flug des Shahin-Falken lassen sie sich über den Schlüssel oder über Bedienelemente an den Türen betätigen. Anders als bei klassischen Flügeltüren, etwa den Falcon Doors des Tesla Model X, soll das System laut Ceer sowohl den vorderen als auch den hinteren Passagieren den Einstieg ermöglichen.

Im Innenraum setzten die Exobots den radikalen Ansatz fort. Sie besitzten ein minimalistisches Lenkyoke, Steer-by-Wire-Technik und einen unteren Bereich der Seitenscheiben, der sich per Tastendruck von transparent auf blickdicht umschalten lässt. Ceer beschreibt den Innenraum als Oase, die Technologie und Komfort verbinden soll – ein passend ambitionierter Anspruch für zwei Fahrzeuge mit einem derart spektakulären Auftritt.

Ceer Exobot Limousine

Ceer Exobot Limousine

Bilder von: Ceer

Ceer Exobot SUV

Ceer Exobot SUV

Fotos von: Ceer

Starke technische Eckdaten

Die Exobots nutzen einen Allradantrieb mit drei Elektromotoren und leistet in der Launch Edition bis zu 850 PS. Die Limousine soll in 2,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h beschleunigen, das SUV in 2,9 Sekunden. Die vorderen Motoren stammen von Hyundai Transys, einem Unternehmen der Hyundai Motor Group, der hintere Motor kommt von Rimac.

Beide Modelle nutzen eine 112-kWh-NCM-Batterie und eine 800-Volt-Architektur, die das Laden von 10 auf 80 Prozent in weniger als 30 Minuten ermöglichen soll. Die Reichweite wird im NEDC-Zyklus mit bis zu 670 Kilometern für die Limousine und 560 Kilometern für das SUV angegeben. Diese Werte sind nicht direkt mit WLTP- oder EPA-Angaben vergleichbar, weshalb in der Praxis mit niedrigeren Reichweiten zu rechnen ist.

Oberhalb der 850-PS-"Einstiegsmodelle" sind sogar noch extremere Versionen geplant. Laut Ceer soll die höchste Ausbaustufe des Exobot 1.111 PS und 1.500 Nm Drehmoment liefern. In dieser Konfiguration soll die Limousine dann in 2,1 Sekunden von 0 auf 100 km/h sprinten und eine Höchstgeschwindigkeit von 250 km/h erreichen. Das SUV erledigt den Sprint in 2,4 Sekunden und ist maximal 210 km/h schnell.

Die ersten Fahrzeuge werden als limitierte First Edition verkauft, danach folgt die Ausführung Plus. Die First Edition kommt mit den 850 PS, 1.000 Nm, der 112-kWh-Batterie, rot-schwarzem Nappaleder, speziellen Außenfarben und einer nummerierten Plakette, die zur Fahrgestellnummer passt.

Ceer Exobot Limousine

Ceer Exobot Sedan

Bilder von: Ceer

Ceer Exobot SUV

Ceer Exobot SUV

Fotos von: Ceer

Fünf weitere Modelle geplant

Ceers Marktstart umfasst mehr als nur zwei extravagant gezeichnete Elektroautos. Das Unternehmen bezeichnet den Exobot als erstes von sieben Modellen, die bis 2030 geplant sind. Später sollen kleinere und mittelgroße Fahrzeuge sowie unterschiedliche Antriebsarten folgen. Anders als die beiden Startmodelle soll die breitere Modellpalette nicht ausschließlich auf Elektroautos beschränkt sein: Ceer plant auch Verbrennungsmotoren anzubieten, sofern die Nachfrage vorhanden ist.

Gebaut werden sollen alle Fahrzeuge im Ceer Manufacturing Complex in King Abdullah Economic City. Das Unternehmen beschreibt das Werk als größten Automobilproduktionskomplex im Nahen Osten. Ceer will seine künftige Modellpalette in Saudi-Arabien entwerfen, entwickeln und fertigen – damit soll der Exobot mehr sein als nur ein weiteres Start-up-Elektroauto mit auffälliger Karosserie.


Motor1 meint: Ob Ceer aus diesem spektakulären Debüt einen dauerhaft tragfähigen Autohersteller formen kann, muss sich erst zeigen. Fest steht aber: Saudi-Arabien ist mit zwei Fahrzeugen auf der automobilen Bühne angekommen, die man kaum übersehen kann.

Es ist ein bewusst extravaganter Einstieg für eine neue Automarke. Spannend wird sein, wie viel von diesem Anspruch in die weniger extremen Modelle von Ceer übernommen wird.

Ein weiterer neuer Luxus-Player im E-Auto-Segment

Lucid verschiebt seinen Tesla-Model-Y-Gegner, um „Fehler der Vergangenheit“ zu vermeiden

Lucid Air Grand Touring (2026) im Test: Kann er nur Reichweite?

Quelle: Ceer

Diesen Artikel teilen

Meistgelesen

Skoda Kodiaq Laurin & Klement: Neues Spitzenmodell zum 10. Geburtstag der Baureihe

Skoda Kodiaq Laurin & Klement: Neues Spitzenmodell zum 10. Geburtstag der Baureihe

Motor1-Rendering: So könnte der neue Alfa Romeo Tonale aussehen

Motor1-Rendering: So könnte der neue Alfa Romeo Tonale aussehen

Brabus P 900 Rocket Edition: Extremer Laster für viel Zaster

Brabus P 900 Rocket Edition: Extremer Laster für viel Zaster

Rapido V64 (2026): Der perfekte Campervan für Paare?

Rapido V64 (2026): Der perfekte Campervan für Paare?

AKTUELLSTE ARTIKEL

Auch interessant



BYD Shark (2027): Der 436-PS-Pick-up kommt nach Deutschland (Update)



Lamborghini 400 GT (1966-68): Eine V12-Legende wird 60



Skoda Kodiaq Laurin & Klement: Neues Spitzenmodell zum 10. Geburtstag der Baureihe



Bugatti Royale: Hubraum-Gigant mit 12,8 Liter wird 100 (Update)



Papst Leo XIV. fährt bei seinem Uruguay-Besuch in einem exklusiven Fiat



Brabus P 900 Rocket Edition: Extremer Laster für viel Zaster



Ferrari Luce: Elektroauto kostet deutlich mehr als der Purosangue mit V12