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VW Mission Efficiency und XL1: Verbrauchswunder im Vergleich
Zehn Jahre nach dem Produktionsende des XL1 zeigt man, wie sparsam ein E-Auto sein kann

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Roland Hildebrandt 
Von: Roland Hildebrandt
14. Sep. um 13:10 Uhr
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Was ist in Sachen Verbrauch maximal möglich? Das demonstrierte VW bereits in den 2000er-Jahren mit den Studien diverser Ein-Liter-Autos. Sie mündeten 2014 in den XL1, der zum Stückpreis von 111.000 Euro in einer Kleinserie gebaut wurde. Warum erzähle ich Ihnen das? Ganz einfach: Der neue Mission Efficiency erinnert wohl nicht nur mich an den XL1.
Blicken wir zunächst auf die Eckdaten des VW Mission Efficiency. Das Fahrzeug erzielt einen cW-Wert von 0,158 und setzt damit eine neue Bestmarke für straßenzugelassene Automobile. Als Rekord wurde ein Verbrauch von 6,48 kWh/100 km bei einer sogenannten "Idealfahrt" erzielt, bei der unter anderem die Geschwindigkeit (in diesem Fall 68 km/h) konstant bleibt, keine Steigungen vorhanden und Nebenverbraucher wie die Klimaanlage deaktiviert sind.
Bildergalerie: VW Mission Efficiency vs. VW XL1

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Quelle: Volkswagen
Dank seiner Aerodynamik und eines höchst effizienten E‑Antriebs vom ID. Polo, ist der Mission Efficiency zugleich das sparsamste seriennahe Elektroauto seiner Klasse. Sagt VW selbst. Übernommen wurden aus der Serie unter anderem die 99 kW (135 PS) starke E-Maschine und die Hochvoltbatterie. Das Konzept scheint also praxisnäher zu sein als die einstigen Ein-Liter-Autos mit Verbrenner.
Knapp 1.300 km ohne Ladestopp
Auf einer offiziell dokumentierten Verbrauchsfahrt über eine Distanz von 1.278,36 km vom deutschen Volkswagen-Entwicklungszentrum in Wolfsburg via Poznań (Polen) und Olmütz (Tschechien) in die österreichische Hauptstadt Wien lag der Realverbrauch des Mission Efficiency bei lediglich 7,51 kWh/100 km inklusive Ladeverluste (6,89 kWh/100 km ohne Ladeverluste).

VW Mission Efficiency
Bild von: Volkswagen
Zurückgelegt wurde die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 67,72 km/h; die Höchstgeschwindigkeit lag bei 138 km/h. Die 54,9 kWh große Batterie (netto) wurde während der Fahrt lediglich einmal geladen. Bei der Ankunft in Wien betrug die verbliebene Restreichweite noch 164,0 km.
Der Aufbau kombiniert Komponenten des ID. Polo mit einer selbsttragenden Aluminiumstruktur und Bauteilen aus einem hochfesten CFK-Aramid-Verbund. Wer möchte, kann im Mission Efficiency eine Art flacheren ID.Polo mit extrem verlängerten und am Ende verjüngten Heck sehen.

VW Mission Efficiency (2026) Packagevergleich mit dem ID. Polo
Bild von: Volkswagen
XL1 als Design-Inspiration
Andreas Mindt, Chefdesigner von Volkswagen, verweist übrigens selbst auf den XL1: "Mit seiner Frontpartie reiht sich der Mission Efficiency in die neue elektrische Fahrzeugfamilie rund um den ID. Polo und ID. Cross ein. Die Form der Karosserie selbst folgt kompromisslos der Funktion und damit den Gesetzen der Aerodynamik. Dabei entstand das Design eines hochmodernen Effizienzsportwagens, in dem die DNA des legendären Volkswagen XL1 durchblitzt." Der 2013 vorgestellte XL1 war mit einem Plug-in-Hybridantrieb das sparsamste Serienauto der Welt.

VW Mission Efficiency
Bilder von: Volkswagen

VW XL1
Bilder von: Volkswagen
Der VW Mission Efficiency ist 4.775 mm lang (also ungefähr Passat-Format) und 1.392 mm hoch und bietet 481 Liter Kofferraumvolumen. Zusätzliche Staufächer unter den Rücksitzen und in der seitlichen Karosserie schaffen Platz für Alltagsgegenstände und das Ladekabel. Während der Innenraum vorn uneingeschränkt genutzt werden kann, sind die zwei hinteren Sitzplätze für Passagiere bis etwa 1,60 m Größe vorgesehen. Die Studie wurde damit so konzipiert, dass sie theoretisch durchaus von einer jungen, vierköpfigen Familie genutzt werden könnte.
1-Liter-Auto mit Plug-in-Hybrid
Deutlich kürzer, nämlich nur 3,89 Meter, war einst der XL1. Zudem 1.665 Millimeter breit und nur 1.153 Millimeter hoch. Jedoch hatte man ihn konsequent als Zweisitzer konzipiert. Der 2013 vorgestellte XL1 war mit einem Verbrauch von 0,9 l/100 km das sparsamste Diesel-Plug-In-Hybrid-Serienautomobil der Welt. Das Antriebssystem bestand aus einem Zweizylinder-TDI-Motor mit 35 kW (48 PS) aus 0,8 Liter Hubraum sowie einer E-Maschine (20 kW / 27 PS), einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe (DSG) und einer Lithium-Ionen-Batterie (5,5 kWh).

VW Mission Efficiency
Bilder von: Volkswagen

VW XL1
Bilder von: Volkswagen
Über eine Distanz von bis zu 50 Kilometern konnte der in weiten Teilen aus CFK gefertigte Zweisitzer rein elektrisch und damit lokal emissionsfrei gefahren werden. Vom konstruktiven Layout her folgte der XL1 der reinen Sportwagenlehre: geringes Gewicht (795 kg), perfekte Aerodynamik (Cw 0,189) und niedriger Schwerpunkt (1.153 mm Höhe). Extrem war auch die Bereifung: Leichtlaufreifen der Dimension 115/80 R15 (vorn) und 145/55 R16 (hinten).
Nach den vorgesehenen 200 Exemplaren endete die Fertigung des XL1 im Jahr 2016. Und was wird aus dem Mission Efficiency? Exakt so wird er sicher nicht kommen. Aber die Übernahme einiger Elemente für einen künftigen ID. Passat erscheint nicht ausgeschlossen.
Das 1-Liter-Auto und das 3-Liter-Auto:
Vergessene Studien: Das 1-Liter-Auto von VW
Audi A2 (1999-2005): Unterwegs in der 3-Liter-Designikone
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