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VW Mission Efficiency: Studie mit rekordverdächtigem Verbrauch
Der Wolfsburger sei mit einem cw-Wert von 0,158 das aerodynamischste Straßenfahrzeug aller Zeiten

Bild von: Volkswagen

Von: Adrian Padeanu
Übersetzt von: Benja Hiller
Veröffentlicht von: Benja Hiller
14. Sep. um 10:33 Uhr
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VW hat ein Elektroauto gebaut, das direkt direkt aus einem Feldversuch im Windkanal entkommen sein könnte. Die Zahlen untermauern das ungewöhnliche Design. Der Mission Efficiency knüpft im Grunde dort an, wo das Ein-Liter-Auto-Programm aus der Ära Ferdinand Piëch endete, dessen Höhepunkt der extrem windschnittige XL1 war.
Das neue Konzeptfahrzeug basiert auf der MEB+-Plattform mit Frontantrieb und teilt sich Elektromotor und Batterie mit dem Kleinwagen ID. Polo. VW setzt für dieses Konzept also nicht auf einen exotischen Antrieb. Stattdessen lag der Fokus konsequent auf Aerodynamik, Gewichtsreduzierung und der Minimierung von Energieverlusten.
Den ersten Rekord streicht der Mission Efficiency dann auch gleich mit seiner Aerodynamik ein. Mit einem cw-Wert von 0,158 soll der Prototyp das aerodynamischste straßenzugelassene Automobil sein, das je gebaut wurde. Auch die Stirnfläche ist mit 2,08 Quadratmetern bemerkenswert klein, was dem Auto zu einem außergewöhnlich niedrigen aerodynamischen Gesamtwiderstand verhilft.

2026 VW Mission Efficiency Konzept
Bild von: Volkswagen
Extrem niedriger Energieverbrauch
Der zweite Rekord stammt aus einer "idealen Fahrt" mit konstanten 68 km/h, ohne Steigungen sowie mit ausgeschalteter Klimatisierung und deaktivierten Nebenverbrauchern. Unter diesen Bedingungen verbrauchte der Mission Efficiency nur 6,48 kWh auf 100 Kilometern. Die beeindruckendere Zahl stammt jedoch von einer deutlich längeren Fahrt: VW fuhr den Mission Efficiency vom Entwicklungszentrum in Wolfsburg über Poznań in Polen und Olomouc in Tschechien nach Wien.
Die offiziell dokumentierte Strecke umfasste 1.278,36 Kilometer, bei einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 67,72 km/h und einer Höchstgeschwindigkeit von 138 km/h. Das Auto verbrauchte lediglich 7,51 kWh/100 km inklusive Ladeverlusten beziehungsweise 6,89 kWh/100 km ohne diese Verluste.
Die 54,9-kWh-Nettobatterie wurde während der Fahrt nur ein einziges Mal nachgeladen. Bei der Ankunft in Wien soll eine Restreichweite von 164 Kilometern vorhanden gewesen sein. Zur Einordnung: Unter den Bedingungen der Rekordfahrt ergibt sich daraus eine theoretische Gesamtreichweite von deutlich über 1.400 Kilometern.

2026 VW Mission Efficiency Konzept
Bild von: Volkswagen
Rekordjagd mit alltagstauglichem Ansatz
Der dritte Rekord betrifft das effizienteste seriennahe Elektroauto. VW ließ den Mission Efficiency vom Rekord-Institut für Deutschland (RID) in der Kategorie "seriennahes, alltagstaugliches viersitziges Elektrofahrzeug" zertifizieren.
Anders als viele Hypermiling-Prototypen soll dieses Fahrzeug zumindest eingeschränkt praktisch nutzbar sein. Es handelt sich um ein 2+2-Coupé mit großer Heckklappe, 481 Litern Kofferraumvolumen und zusätzlichen Staufächern. Die Rücksitze sind für Passagiere bis etwa 1,60 Meter Körpergröße ausgelegt, laut VW könnte das Konzeptfahrzeug theoretisch aber eine junge vierköpfige Familie transportieren.
Die Rücksitze lassen sich umklappen, wodurch eine Ladefläche von bis zu 1,8 Metern Länge entsteht. Unter den Rücksitzen befinden sich zudem Staukästen, weitere Fächer sitzen hinter den hinteren Radabdeckungen.
XL1 für das Elektrozeitalter neu gedacht
Das Erscheinungsbild des Mission Efficiency folgt weitgehend seinem aerodynamischen Schwerpunkt, wobei sich die Designer vom XL1 inspirieren ließen. Das Ergebnis ist ein flaches Coupé mit 4.775 mm Länge, 1.744 mm Breite und nur 1.392 mm Höhe. Der Radstand von 2.700 mm ist 100 mm länger als beim ID. Polo, während die Gesamtlänge sogar um beachtliche 722 mm größer ausfällt.
Die langgezogene Karosserie verjüngt sich nach hinten in einer tropfenähnlichen Form, mit vollständig abgedeckten Hinterrädern und einer langen Dachlinie. In Wolfsburg spricht man beim Heckdesign von "Boat Tailing": Das schmale Heck soll die Strömung möglichst lange an der Karosserie halten, bevor sie an der Abrisskante sauber abreißt.
Drei aktive Kühlluftklappen sind in die Front integriert. Sie können einzeln oder gemeinsam in fünf verschiedenen Konfigurationen öffnen und liefern nur so viel Luft, wie das Fahrzeug tatsächlich benötigt. Sind alle drei geschlossen, erreicht VW den cw-Wert von 0,158.

2026 VW Mission Efficiency Konzept
Bild von: Volkswagen
Auch die Räder standen stark im Fokus, denn sie verursachen rund 25 bis 30 Prozent des aerodynamischen Widerstands eines Fahrzeugs. Der Mission Efficiency erhält deshalb speziell entwickelte Radabweiser, die verhindern sollen, dass Luft in die Räder eindringt und dort Verwirbelungen erzeugt.
Die Hinterräder sind weitgehend abgedeckt, während die vorderen Radhäuser eng um die Reifen geführt sind. Spezielle Continental-Reifen auf Basis des EcoContact 7 kombinieren niedrigen Rollwiderstand mit aerodynamisch optimierten Seitenwänden.
Für eine kleine Überraschung sorgt VW bei den Außenspiegeln: Der Hersteller blieb bewusst bei konventionellen Spiegeln. Tests hätten ergeben, dass kamerabasierte Spiegel keinen ausreichenden Effizienzvorteil bieten, um die zusätzlichen Kosten und den höheren Energiebedarf zu rechtfertigen.
Auch der Unterboden ist nahezu vollständig verkleidet. Außerdem verengte VW die Hinterachse im Vergleich zum ID. Polo um 170 mm, um die Unterströmung zu verbessern und das schmale Heck realisieren zu können.
Technik aus dem ID. Polo
Unter der aerodynamischen Karosserie steckt deutlich weniger exotische Technik. Der Mission Efficiency nutzt denselben APP290-Permanenterregten Synchronmotor wie der ID. Polo. In dieser Anwendung leistet er 101 kW und liefert 264 Nm Drehmoment. Der Motor wiegt nur 75 Kilogramm und ist mit einem Eingang-Getriebe kombiniert.
Die Energie liefert eine 54,9-kWh-NMC-Batterie. Das ist tatsächlich etwas mehr nutzbare Kapazität als beim Serien-ID. Polo, weil VW die nutzbare Energie für das Rekordfahrzeug per Software vorübergehend um 2,9 kWh erhöht hat. Das Unternehmen erklärt, dass die Serienversion bewusst einen Teil der Energie ungenutzt lässt, um die langfristige Haltbarkeit der Batterie zu maximieren. Gleichstromladen ist mit bis zu 105 kW möglich, Wechselstromladen mit 11 kW.
Die Ingenieure integrierten außerdem Photovoltaikmodule in das Glasdach und die Heckklappe. Das 370-Watt-System versorgt die elektrischen Systeme des Fahrzeugs, speist aber keine Energie in den Batteriepack ein. Je nach Jahreszeit, Standort und Wetter kann die Solaranlage im Idealfall bis zu 30 Kilometer Reichweite pro Tag beitragen.

Innenraum des 2026 VW Mission Efficiency Konzepts
Bild von: Volkswagen
Das eigene Display mitbringen
Der Effizienzgedanke setzt sich im Innenraum fort. Statt eines klassischen Infotainment-Bildschirms greift VW die einfache, aber funktionale Lösung aus dem Stadtslitzer Up wieder auf. Der Fahrer kann ein Android- oder Apple-Smartphone beziehungsweise -Tablet auf einer Schiene befestigen, das Gerät drahtlos mit dem Auto verbinden und ihm die Infotainment-Aufgaben überlassen.
Fest verbaute Lautsprecher sind ebenfalls nicht nötig. Der Mission Efficiency nutzt einen tragbaren Bluetooth-Lautsprecher, um Gewicht zu sparen und elektrische Komponenten zu reduzieren. Das Konzept setzt zudem auf leichte Sitze und Türverkleidungen, einige Bauteile sind vollständig recyclingfähig ausgelegt. Selbst der Boden besteht aus einem leichten Verbundmaterial mit integrierten Gummigriffen, wodurch separate Fußmatten entfallen.
Weitere Sparfüchse:
Vergessene Studien: Das 1-Liter-Auto von VW
Tatsächlicher Verbrauch: Toyota Aygo X Hybrid (2026) im Test
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