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Für eine persönlichere Erfahrung

Dieser gepanzerte Grenadier könnte die Land Rover der britischen Armee ersetzen

Die British Army will als neues Light Mobility Vehicle einen Ineos Grenadier EPV mit STANAG-2-Schutz

Ineos Grenadier - Enhanced Protection Vehicle (EPV) Grenadier
Bild von: Ineos

Ineos Automotive baut bereits geländegängige 4x4-Modelle im Stil klassischer Land Rover für die zivile Kundschaft. Nun zielt das Unternehmen auf einen Auftrag der britischen Armee – mit einem gepanzerten Grenadier, der aussieht, als wäre er aber mal sowas von einsatzbereit.

Das Konsortium Team Grenadier hat das Grenadier Enhanced Protection Vehicle (EPV) vorgestellt, eine gepanzerte Version des kantigen Offroaders mit einer eigens entwickelten Stahlkabine, die nach NATO-STANAG Level 2 ausgelegt ist. Es ist der erste Vorstoß der Gruppe in der Ausschreibung des britischen Verteidigungsministeriums für ein Light Mobility Vehicle (LMV), das die alternden Flotten von Land Rover und Pinzgauer ersetzen soll.

Was die neue Militärversion zusätzlich bietet

Statt Panzerplatten an die Serien-Karosserie zu schrauben, nutzt das EPV eine von Grund auf neu konstruierte Kabine, die die Schutzanforderungen nach STANAG 2 erfüllen soll. Diese integrierte Struktur verteilt Explosions- und ballistische Kräfte effektiver als nachträglich montierte Rüstsätze.

Das EPV ist eher für den Personen- und VIP-Schutz als für den direkten Fronteinsatz vorgesehen. Das spiegelt Erfahrungen aus dem Irak und Afghanistan wider, wo leicht geschützte Land Rover durch Minen und improvisierte Sprengsätze stark gefährdet waren. Dass der Ford Super Duty bereits in einem verwandten Armeeprogramm eingesetzt wird, unterstreicht, wie ernst der Unterbodenschutz heute genommen wird.

Ineos Grenadier - LMV

Ineos Grenadier - LMV

Bild von: Ineos

Die Produktion wäre aufgeteilt. Die Basisplattform des Ineos Grenadier wird in Frankreich gebaut und ins Vereinigte Königreich geliefert, wo Partner die gepanzerte Kabine, Sitze, elektronische Architektur, Seilwinde sowie Fahrwerks-Upgrades übernehmen.

Das EPV ist eine von neun Varianten des Light Mobility Vehicle, die Team Grenadier auf derselben Plattform mit Leiterrahmen und permanentem Allradantrieb entwickelt. Dazu gehören Versionen für allgemeine Aufgaben, als Gefechtsfeld-Krankenwagen und für den Truppentransport.

Team Grenadier will Land Rover und Pinzgauer ersetzen

Ineos tritt als Kopf eines größeren Konsortiums auf. Hobson Industries und TVS Supply Chain Solutions stoßen zu den bestehenden Partnern NMS UK und SMT Defence hinzu. Die Gruppe wirbt mit stärkerem Management im laufenden Betrieb und besserer Wartungsunterstützung.

Chief Commercial Officer Mike Whittington schreibt Hobson und TVS zu, militärisches Know-how, kaufmännische Disziplin und nachgewiesene Programmabwicklung einzubringen. Team Grenadier argumentiert, diese Kombination könne helfen, EPVs länger einsatzbereit zu halten und Ausfallzeiten zu reduzieren.

Ineos Grenadier - Multi-Role Light Vehicle (MRLV)

Ineos Grenadier - Multi-Role Light Vehicle (MRLV)

Bild von: Ineos

Es geht um viel. Die LMV-Ausschreibung ist Teil des größeren Land Mobility Programme, eines auf rund 20 Jahre angelegten Plans im Wert von etwa 4 Milliarden Pfund (etwa 4,7 Milliarden Euro) für mehr als 13.000 Fahrzeuge, darunter bis zu 863 LMVs. Rund 20 Prozent der LMV-Bewertung entfallen auf den Bereich „Social Value“, der neben der Fahrzeugleistung auch Arbeitsplätze im Vereinigten Königreich und inländische Investitionen umfasst.

Die Erprobung der LMV-Kandidaten soll Ende Oktober beginnen. Ein Konkurrenzangebot auf Land-Rover-Basis bewirbt sich um denselben Auftrag. Das gepanzerte Modell von Team Grenadier muss sich also noch auf dem Testgelände beweisen.

Das EPV, das General Purpose Vehicle Grenadier und das Multi-Role Light Vehicle sollen am 16. und 17. September bei der Militärveranstaltung DVD 2026 in UTAC Millbrook gezeigt werden. Damit erhält die Armee erstmals einen direkten Blick auf Grenadier-Technik in Hardwareform.